Diese Anwohner wollen keinen LKW-Verkehr vor ihrer Haustür – können sie das durchsetzen?

dzVerkehr in Dortmund

Die Lastwagen in ihrer Straße „Auf dem Brauck“ nerven viele Anwohner schon lange. Sie fordern ein Lkw-Durchfahrtsverbot. Einen ähnlichen Versuch gab es bereits vor 15 Jahren.

Oestrich

, 29.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Horst Voges, Herbert Hüggenberg und Elsbeth Garus haben in den vergangenen Wochen über 120 Unterschriften gesammelt. Damit wollen die drei Anwohner der Straße „Auf dem Brauck“ in Oestrich ihrer Forderung noch mehr Gewicht verleihen. Und die lautet: So schnell wie möglich soll in ihrer Straße ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen gelten. Nun soll die Politik helfen.

„Das macht doch alles überhaupt keinen Sinn. Wieso dürfen Lkw durch eine verkehrsberuhigte Straße fahren?“, fragt Herbert Hüggenberg und schüttelt den Kopf. Neben ihm steht sein Nachbar Friedel Rebstadt, dem der Schwerlastverkehr ebenfalls ein Dorn im Auge ist. „Viele Kinder nutzen die Straße als Schulweg, außerdem befindet sich hier ein Kindergarten.“

Der Lkw-Verkehr hat laut Anwohner zugenommen

Gefühlt habe der Lkw-Verkehr in den vergangenen Wochen zugenommen, vor allem in den frühen Morgenstunden, sagen die Anwohner. Gezählt haben sie die Fahrzeuge allerdings noch nicht. „Wir haben unser Schlafzimmer zur Straße und werden durch die Lkw jeden Morgen geweckt“, erzählt Günter Voss. Kaum ein Fahrer hielte sich an das vorgeschriebene Tempo 30.

Diese Anwohner wollen keinen LKW-Verkehr vor ihrer Haustür – können sie das durchsetzen?

Die Lastwagen in ihrer verkehrsberuhigten Straße nerven die Anwohner. © Horst Voges

„Aufgrund des Radabstands stellen die Aufpflasterungen für sie doch kein Hindernis dar“, ergänzt Horst Voges. Zudem ruinierten die schweren Fahrzeuge die Fahrbahn. „An einigen Stellen musste sie ja bereits ausgebessert werden.“ Vor allem aus Richtung Ickern würden LKw-Fahrer die Straße „Auf dem Brauck“ als Abkürzung nutzen anstatt auf der Strünkedestraße zu bleiben.

Auch der Kindergarten leidet unter der Situation

„Wir haben schon die Belastung durch die A45 im Westen, die reicht uns“, sagt Horst Voges. Man befürchte zudem, dass sich durch die Entwicklung des ehemaligen Kraftwerks Knepper der Lkw-Verkehr noch erhöhen könnte.

Doris Butt, Leiterin des evangelischen Kindergartens „Noah-Zwerge“, begrüßt die Bürgerinitiative. „Unsere Einrichtung liegt direkt an der Straße. Wenn ein Lkw vorbeifährt, erschrecken sich die Kinder regelrecht durch die Lautstärke.“ Außerdem nutzten viele Eltern und auch Schulkinder der Schragmüller- Grundschule die Straße. „Durch die Lkw wird es sehr unübersichtlich.“

Anwohner bitten die Bezirksvertretung um Hilfe

In einem Schreiben, in dem die Forderung nach einem Lkw-Verbot und alle Argumente zusammengefasst sind, bitten die Anwohner die Bezirksvertretung Mengede um Hilfe. Sie hoffen, dass ihr Anliegen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung am 11. September (Mittwoch) gesetzt wird.

Bezirksbürgermeister Willi Tölch kann den Wunsch der Anlieger nachvollziehen. Tatsächlich hatte die SPD-Fraktion bereits 2004 einen ähnlichen Antrag gestellt, berichtet er. Damals forderte sie ein Durchfahrtsverbot von Lastern ab 3,5 Tonnen für die Straßen Auf dem Brauck, Uhustraße, Castroper Straße und Hansemannstraße.

Jetzt lesen

Verwaltung lehnte 2004 einen ähnlichen Antrag ab

Bei der Verwaltung fiel ihr Vorschlag allerdings durch. Solche Verkehrsverbote könnten nur durchgesetzt werden, wenn die Polizei die Verkehrsbeschränkungen regelmäßig überwache, hieß es unter anderem in der Begründung, die Tölch „ausgegraben“ hat. Und weiter: In dem Siedlungsbereich sei kein Lkw-Verkehr über das „übliche Maß“ hinaus festgestellt worden.

Welchen politischen Weg das aktuelle Anliegen der Anwohner nehmen wird, konnte Willi Tölch nicht vorhersagen. Im Falle einer nötigen Mehrheit in der Bezirksvertretung könne daraus ein Antrag oder eine Anfrage werden. Das letzte Wort habe dann aber wieder die Verwaltung.

Lesen Sie jetzt