Diese Antennen helfen Piloten, ihre Maschine sicher zu landen

Flughafen Dortmund

"Instrumentenlandesystem" ist kein geschmeidiges Wort, das jeder direkt versteht. Das ILS, so die Abkürzung, besteht aus mehreren Antennen, die an jedem Flughafen an der Landebahn stehen. Die Antennen-Signale unterstützen Piloten beim Landen. Das ILS in Dortmund wird komplett erneuert - wir haben es uns angesehen.

DORTMUND

, 26.08.2016, 02:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ist das Instrumentenlandesystem?

Instrumentenlandesysteme (ILS) gibt es an Flughäfen seit Jahrzehnten. Das ILS hilft Piloten, im Drei-Grad-Winkel Richtung Landebahn zu sinken und exakt auf deren Mittelspur aufzusetzen. Selbst im dichtesten Nebel ist auf diese Weise die sichere Landung eines Flugzeugs möglich. 

Warum wird das ILS am Flughafen erneuert - und was kostet das?

Das am Airport Dortmund war Ende der 90er installiert worden und nun in die Jahre gekommen. Der Flughafen investiert 3,5 Millionen Euro in das neue ILS, das mindestens 15 Jahre halten soll. Die Geräte für den Anflug aus Richtung Westen sollen erst im nächsten Jahr erneuert werden. Die Geräte für den Anflug aus Richtung Osten wurden bereits vollständig ausgetauscht und sollen im Herbst in Betrieb gehen. Die Tiefbauarbeiten dafür hatten bereits im Frühjahr 2015 begonnen. Wobei so etwas am Flughafen nicht tagsüber geschieht, während Flieger nach Mallorca und von München aus- und einfliegen. „Viele Arbeiten haben wir zwischen 22 und 5 Uhr erledigt“, sagt Rolf-Dieter Matz vom zuständigen Planungsbüro Project Airport.

Wann geht das neue ILS in Betrieb?

Das neue ILS für den Anflug von Osten soll im Herbst in Betrieb gehen. Das alte ILS wurde im Frühjahr ab-, die neuen Geräte seither aufgebaut und installiert. In der Zeit, in der es kein ILS gibt, können Piloten ein Navigationssystem namens DVOR nutzen. Das sei ebenso sicher, heißt es beim Flughafen – das ILS sei allerdings noch genauer. 

Jetzt mal konkret, aus welchen Anlagen besteht und wie funktioniert das ILS?

Das ILS am Aiport Dortmund besteht aus folgende Anlagen:

  • Beim Landekurssender handelt es sich um 13 rot-weiße Antennen, die 200 Meter hinter der Landebahn stehen. Sie senden Signale aus, die ein Flugzeug rund 40 Meilen vor der Ankunft empfängt. Der Pilot sieht auf einer Anzeige, ob er weiter rechts oder links fliegen muss, um die Mitte der Landebahn zu treffen.
  • Der Gleitwegsender steht eingangs der Landebahn, ein Mast mit drei Antennen. Ihre Signale helfen dem Piloten, das Flugzeug um drei Grad nach unten zu navigieren.
  • Das DME (Distance Measuring Equipment) ist ebenfalls am Mast des Gleitwegsenders angebracht – und dient dem Piloten dazu, die Entfernung bis zur Landung zu sehen. 
  • Auch die in die Landebahn eingelassenen und dahinter befindlichen Lichter – genannt „Anflugbefeuerung“ – zählen zum ILS; hier wurden aber nur einige der Lichter hinter der Landebahn getauscht.

Wie wird überprüft, ob das neue ILS richtig funktioniert?

Das ist am Boden nicht vollends möglich. Um zu prüfen, dass die Signale des ILS den Piloten völlig exakt zur Landebahn führen, ist am Airport Dortmund am Donnerstag und Freitag (25./26. August) das Flugvermessungsunternehmen Svege im Einsatz. Dessen Flugzeug ist mit zig Antennen und reichlich Messtechnik ausgerüstet. Zwei Piloten flogen am Donnerstag fast 30 Mal von Osten die Landebahn an – hinten in der Maschine saß Sven Pfeil, Ingenieur für Datentechnik, und wertete die vom ILS ausgehenden Signale am Laptop aus. Er funkte Korrekturen an einen Ingenieur am Boden, der an den Einstellungen des ILS drehte. Am Freitag fliegt das Messflugzeug noch einige Male. 

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