Die „Schola Gregoriana Reinoldi“ sang beim Hochamt in der St. Josephskirche

dzGeistliche Musik

Seit 75 Jahren gibt es die „Schola Gregoriana Reinoldi“. Die Sänger fingen als Kinder an. Ihre Erfahrung war am Sonntag beim Hochamt in der St. Josephskirche spürbar.

von Martin Speer

Nordstadt

, 29.04.2019, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Hochamt in der katholischen St. Josephskirche am Sonntag (28.4.) bekamen die Besucher hochklassige Gesänge zu hören. Nicht etwa von Hobbysängern, sondern von der Schola, die vor 75 Jahren gegründet wurde. Die Sänger fingen als Kinder an, und haben somit eine ziemlich lange Ausbildung hinter sich. Wie Norbert Brachthäuser, Gründungsmitglied im Alter von acht Jahren, der heute 83 ist.

Dass die Schola sich „Reinoldi“ nennt, ist alleine dem Schutzheiligen Dortmunds zu verdanken. Die Musik ist streng katholisch und die Texte in lateinischer Sprache, wie es sich für Gregorianik gehört. Dennoch kommen die Sänger heute auch in evangelischen Kirchen gut an.

Es gibt nur noch sieben Mitglieder

Im Laufe der Jahre ist der Gesangskreis auf sieben Mitglieder geschrumpft, doch ändern kann man daran wenig. „Laien können das einfach nicht singen“, sagt der einstige Sängerknabe Brachthäuser. Beim Hochamt in St. Joseph mit Pfarrer Ansgar Schocke gaben die Sänger schon beim Hereingehen die „Introductio“ zum Gottesdienst vor, streng einstimmig in gregorianischen Harmonien und fehlerfrei einheitlich. Klar, das sind keine Profis, aber doch geübte Musiker.

Ansgar Schocke nahm das alles als natürlich hin. Am zweiten Sonntag der Osterzeit geht es um Jesus, der als Auferstandener unter den Menschen lebt, um ihnen die Liebe Gottes deutlich zu machen, im Leben wie im Jenseits. Die sieben Sänger im weißen, fast priesterlichen Mönchskostüm, das Pfarrer Schockes Kleidung angepasst war, sangen das „Kyrie“, die Bitte um Erbarmung, und das „Hallelujah“, die freudvolle Anbetung Gottes.

Die Sänger intonierten das „Adoramus“

Die Lesung aus der Bibel handelte vom Auferstandenen, den viele Menschen sahen. Viele Kranke kamen zu ihm, und alle wurden geheilt. „Gott ist unserer Seele gnädig“, sagte Schocke. Deshalb intonierten die sieben Sänger auch das um Gnade betende „Adoramus“. „Nicht mal in Mönchsklostern schaffen die so was, wenn sie nicht im Kindesalter anfangen“, sagt Norbert Brachthäuser.

Und das freut auch den Kirchenmusiker der Gemeinde Heilige Dreikönige, Manfred Preuß, der nur wenig dirigieren musste, bei diesen Sängern. Seit 1981 leitet er den Chor, und ist glücklich über die perfekte musikalische Messe, natürlich in Latein. „Im Studium war Gregorianik nur ein Teil von vielen, bei der Schola muss ich nur zu den Anfängen ein paar Handbewegungen machen.“

Feierlich ging es in diesem Gottesdienst zu, und das tat den Besuchern sichtlich wohl. Auch bei der „Kommunion“, der Gabe von Jesu verwandeltem Leib und Blut und beim „Agnus Dei“, der Danksagung an Gott. Waren viele Besucher anfangs gespannt, so gingen sie jedenfalls zufrieden nach Hause.

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