Die schnellste Taube des Ruhrgebiets kommt aus Dortmund

dzGegen 14.022 Konkurrenten

Vor Jahren besang Herbert Grönemeyer Bochum als „Himmelbett für Tauben“: Diesen Titel hat jetzt Dortmund verdient! Bei den Ruhrgebietsflügen 2020 gewann nämlich eine Scharnhorster Taube.

von Robert Backhaus

Scharnhorst

, 01.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

14.023 Tauben nahmen an der zehnten Auflage der Ruhrgebietsflüge in diesem Jahr teil: Doch keine überquerte die 421 Kilometer lange Strecke schneller als eine Scharnhorster Taube!

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Stolzer Besitzer der Siegertaube ist Torsten Steuer aus der Reisevereinigung Scharnhorst. Er - oder viel mehr seine Taube - setzte sich gegen 566 Züchter aus 25 Reisevereinigungen durch, die in den Regionalverbänden Emscher-Lippe, Bochum und Umgebung, Dortmund und Umgebung, dazu gehörten auch Züchter aus dem Sauerland, zusammengeschlossen sind.

Gerd Schulz (l.) und Torsten Steuer mit der Siegertaube.

Gerd Schulz (l.) und Torsten Steuer mit der Siegertaube. © Robert Backhaus

Startpunkt des Siegeszugs der Taube aus Scharnhorst war Hemau in Bayern. Bei „gutem Taubenwetter“ wurden die Tauben dort um 7 Uhr losgelassen. Um genau 11.53 Uhr knallten die Sektkorken in Scharnhorst, als die Taube mit der Ringnummer 08953-19-1317 über die Antenne des heimatlichen Schlages flog.

Mit einer Fluggeschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde flog das einjährige blaue Weibchen ihren 14.022 Konkurrenten davon. Unter den Ahnen der Turbo-Taube aus Scharnhorst tauchen für Taubenliebhaber so klangvolle Namen wie „Gus“, „Big Boss“ und „Olympiade 03“ auf.

Die weiteren Sieger des Ruhrgebietsfluges

  • 2. Fredi Bartsch RV Lünen
  • 3. Bertold Bloehs RV Scharnhorst
  • 4. Fredi Bartsch RV Lünen
  • 5. Gerhard Kohlmann RV Unna
  • 6. SG Schrade RV Do.- West
  • 7. SG Kemmann und Bahr RV Datteln
  • 8. Jürgen Antenbrink RV Schwerte
  • 9. SG Pienkoss und Halbe
  • 10. SG Trapp – Ligges RV Schwerte

Der Sieg der Scharnhorster Taube, die Steier von Andre Boyer aus Münster erhielt, kommt also nicht von ungefähr. Gleich 18 der 25 ausschließlich weiblichen Tauben, die für den 53-Jährigen an den Start gingen, konnten bei den Ruhrgebietsflügen einen Preis erfliegen.

Steuers Dank für den Erfolg geht auch an Gerd Schulz, der die Tauben betreut und damit maßgeblich an dessen Erfolg beteiligt sei. „Er hat ein besonderes Händchen. Die Weibchen sind im Schlag sehr ruhig und zarm“, sagt Steuer. „Er ist wohl der richtige Taubenflüsterer.“

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Steuer und Schulz verfahren beim Training der Tauben nach der sogenannten Witwerschaftsmethode. Während die Männchen im Schlag bleiben müssen und ihre Weibchen sehnsüchtig zuhause erwarten, erhalten die Weibchen zweimal am Tag Flugtraining.

Um 7.30 Uhr werden sie aus dem Schlag gelassen und kehren nach einer Stunde wieder zurück. Bis 18 Uhr können Männchen und Weibchen zusammen etwas Zeit verbringen, bevor die Damen des Schlages wieder Freiflug erhalten und möglichst erst nach einer Stunde heimkehren, dann gibt es auch wieder Futter.

Tauben werden in drei Phasen gefüttert

Gefüttert werden die Tiere nach der Dreiphasenfütterung. Nach der Rückkehr vom Preisflug gibt es erst leichte Kost. Bis zum nächsten Einsatztag wird das Futter dann schwerer und fetthaltiger. Dazu kommen Hanf und geschälte Sonnenblumenkerne. Am Einsatztag selbst gibt es dann wieder nur leichte Kost.

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