„Die Schnauze voll“ – Subrosa macht erst mal dicht

dzDortmunder Gastronomie

Für die nächste Zeit wird das Dortmunder Nachtleben ab 23 Uhr stillstehen - Corona-Sperrstunde. Für die Hafenschänke Subrosa ist ein Betrieb mit Sperrstunde keine Option.

Dortmund

, 23.10.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Infektionszahlen in Dortmund steigen, die Stadt gilt als Corona-Hotspot. Verschärfte Schutzmaßnahmen sind die Folge. Seit dem Beginn der Pandemie im März leiden viele Gastronomen. Schließungen, strenge Auflagen, eingeschränkte Platzzahlen. Und jetzt die Sperrstunde: Seit gut einer Woche müssen Dortmunder Kneipen und Bars von 23 bis 6 Uhr schließen.

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Der Betreiber der Hafenschänke Subrosa im Dortmunder Hafenviertel hat deshalb (vorerst) „die Schnauze voll“.

Auflagen sind schlecht für das Geschäft

Über Facebook verkündete er, dass das Subrosa vorerst bis zum 30. Oktober dicht bleibt.

Zum Einen bringt er das Argument, dass das Coronavirus „nix mit der Uhrzeit zu tun hat“. Es mache keinen Unterschied, ob die Gäste bis 23 Uhr oder 4 Uhr in der Kneipe bewirtet werden, wenn sich an die Hygienevorschriften gehalten werde.

„Mir fehlt da das Maß“, so Grimm: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Gastro so ein hohes Risiko sein soll.“ Der Subrosa-Wirt findet die Verordnungen geschäftsschädigend, die Entscheidungen der Politik seien inkonsequent. In dem Facebook-Post fragt er auch, wieso Konzerte eine Infektionsgefahr sein sollen, Bahnfahren aber nicht.

Umplanung birgt auch Risiken

Zum Anderen spreche die Sperrstunde auch gegen das Konzept der Hafenschänke. „Wir sind ein Betrieb, der spätabends für die Leute da ist“, erklärt Grimm.

Die Kneipe öffnet um 19 Uhr. Am vergangenen Wochenende (17./18.10.) seien erst um 22 Uhr die ersten Gäste in die Kneipe gekommen. Die mussten dann um 23 Uhr wieder rausgeschickt werden. Man muss kein Betriebswirt sein, um zu erkennen, dass drei Stunden ohne Gäste nicht rentabel sein können.

Grimm meint, er könne das Subrosa zwar früher öffnen, aber das sei mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden. „Wir haben ständig aufgepasst und umgeplant“, so Grimm. Aber noch mehr sei für die Hafenschänke nicht möglich.

Für den Wirt sei das Risiko zu hoch: „Hinterher ändern wir alles, kommunizieren das mit unseren Gästen, wenn dann sowieso neue Regeln kommen.“ Oder der Lockdown.

Gäste bleiben weg

Grimm bezweifelt, dass seine Gäste früher kommen oder bereits um 23 Uhr „ins Bett gehen“ wollen. „Wahrscheinlich kommt aber eh keiner mehr“, meint er. Der Wirt befürchtet, dass auch seine treusten Gäste wegen der Auflagen und Warnungen „lieber gleich zu Hause bleiben“ werden.

Deshalb nun also der nicht ganz freiwillige „Urlaub“ für das Subrosa. Grimm hofft, natürlich dass er ab dem 31. Oktober wieder wie gewohnt öffnen kann. Dann läuft die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung und damit auch die Sperrstunde offiziell aus. Optimistisch ist er aber nicht, dass es danach ohne Sperrstunde weitergeht.

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