Die Reste einer „Geisterautobahn“ – und was jetzt daraus wird

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Es sind Brachflächen – scheinbar ohne Zukunft. Sie sollten einmal ein Teil einer Autobahn durch das Ruhrgebiet werden, die nicht realisiert wurde. Jetzt sind es Flächen mit Potenzial.

Aplerbeck

, 16.10.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nordseite der Benediktinerstraße in Aplerbeck gleicht einer „Schmuddelecke“: Zugewucherte Grundstücke, verlassene Häuser und alte Blechhütten. Hier hat sich seit vielen Jahren nichts mehr getan – außer, dass der Verfall weiter um sich greift. Was ist mit den Grundstücken zwischen Riesestraße und Benediktinerstraße geplant und wem gehören sie eigentlich?

Die Reste einer „Geisterautobahn“ – und was jetzt daraus wird

Verlassene Häuser und Schuppen prägen hier das Bild. © Jörg Bauerfeld

Immer wieder gibt es Bürgerinnen und Bürger, die die Politik vor Ort auf die Situation aufmerksam machen. „Kann man auf diesen Flächen keine Wohnungen bauen?“, lautete die Frage einer Bürgerin in der vergangenen Einwohnerfragestunde in der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Ein klares Nein oder ein deutliches Ja gab es nicht zur Antwort. Die Flächen gehören der Stadt Dortmund und sind ein Teil einer uralten Idee von einer ruhrgebietsdurchkreuzenden Autobahn. Der DüBoDo (Düsseldorf, Bochum, Dortmund), die weiter bis nach Kassel geführt werden sollte.

DüBoDo-Pläne wurden 1985 verworfen

Zu diesem Zweck wurden in dem Planungsbereich Flächen freigehalten, auf denen einmal die Autobahn verlaufen sollte.

In den Jahren 1971 bis 1985 sollte die Autobahn vom Autobahnkreuz Dortmund / Witten weiter in Richtung Unna und Kassel gebaut werden. Daraus wurde aber nichts. Durch eine Gesetzesänderung beim Fernstraßenausbau im Jahr 1985 wurden diese Pläne verworfen.

Eine Autobahn, die durch Aplerbeck führen sollte, war Geschichte. Zurück blieben jedoch die Vorbehaltsflächen. Teilweise eben bis heute. Eine dieser Flächen erstreckt sich hinter der EDG an der Wittbräucker Straße in Richtung Osten. In den vergangenen Jahrzehnten sind diverse Dinge darauf entstanden, wie zum Beispiel der Bike-Park, der vom ASC09 betrieben wird, und die EDG-Entsorgungsstation, aber eben auch „wilde“ Bauten, wie Schuppen und Häuser.

Wache der Feuerwehr soll vergrößert werden

Jetzt soll Ordnung auf der Fläche einkehren. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt Dortmund“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Denn es gibt zwei angrenzende Nutzer, die mehr Fläche benötigen. Da ist einmal die EDG: Schon lange ist geplant, eine neue Zufahrt über die Benediktinerstraße zu bauen.

An der jetzigen Zufahrt über die Wittbräucker Straße kommt es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen durch wartende Fahrzeuge, die in Richtung EDG abbiegen wollen.

Und dann ist da noch die Wache der Freiwilligen Feuerwehr an der Riesestraße. Die soll erweitert werden und auch hierfür sind die Brachflächen der DüBoDo bestens geeignet.

Die EDG entstand im Jahr 1985

Doch trotz der Aufgabe der Autobahntrasse 1985, entstand auf der DüBoDo-Fläche im Ortskern erst ein einziger Neubau - die EDG. „Jetzt gibt es eben weitere Überlegungen, hier etwas Neues entstehen zu lassen“, sagt Schädel. Der denkt aber auch an Teile der jetzigen „Flächennutzer“.

„Natürlich wollen wir die Fläche jetzt einmal anpacken und neu überplanen lassen“, sagt der Bezirksbürgermeister. „Aber es geht dann auch darum, den Schaustellern, die sich auf der Fläche auch einen Teil angemietet haben, eine Zukunftsperspektive zu geben und ihre Wünsche zu berücksichtigen.“ Auch der Bike-Park solle nicht verändert werden.

Vermutlich kein Wohnungsbau

Ob auf dem Gelände unter Umständen auch Wohnungsbau realisiert werden kann, bezweifelt Schädel. „Durch die geplanten Veränderungen und auch der Nähe zu dem Industriegebiet an der Riesestraße sehe ich da kaum eine Möglichkeit.“

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