Wie schon während des Lockdowns im Frühjahr sind im Moment die meisten Läden geschlossen, doch die Türen der Thier-Galerie sind weiter geöffnet. © Stephan Schuetze / RN-Archiv
Lockdown

Die meisten Geschäfte sind zu, doch die Thier-Galerie bleibt offen – Warum?

Die Thier-Galerie ist geöffnet, obwohl die meisten Geschäfte geschlossen sind. Das Einkaufszentrum hat sich auf die geringe Kundenzahl eingestellt - so gut das eben geht.

Das Licht brennt, die großen Eingangstüren sind geöffnet. Doch drinnen ist nichts los. Viele, die zurzeit durch die Dortmunder Thier-Galerie oder auch nur daran vorbeigehen, werden sich fragen, warum das Einkaufszentrum überhaupt geöffnet ist. Ist der Betrieb des Hauses nicht viel zu teuer, wenn kaum ein Geschäft geöffnet ist?

Aufgrund des Lockdowns sind seit dem 16. Dezember nur Läden zur Deckung des täglichen Bedarfs geöffnet. Damit ist der Großteil der Geschäfte in der Thier-Galerie stillgelegt. Nur dm, Picture People, Starbucks, Apollo, Krass Optik und Eyes and more sind dort geöffnet.

Rollentreppen stehen still, Food Lounge ist dunkel

Der Verkauf von Essen und Getränken zum Mitnehmen ist für die Geschäfte der Thier-Galerie grundsätzlich erlaubt. Alle Stände in den Gängen sowie die Food Lounge sind jedoch geschlossen. Auf Anfrage unseres Reporters sagt ein Starbucks-Mitarbeiter, dass auch dort wenig los sei.

Wie reagiert das Center-Management auf die aktuelle Situation? „Wir haben den Betrieb der Rolltreppen und die Beleuchtung an die aktuelle Situation angepasst, um die Belastung unserer Mieter durch die Betriebskosten so weit wie möglich zu reduzieren“, sagt Thier-Galerie-Chef Markus Haas auf Anfrage unserer Redaktion.

Das heißt konkret: Die Rollentreppen sind ausgeschaltet und gesperrt. Wer die Etage wechseln will, muss den Aufzug nehmen. In Bereichen, in denen gar kein Geschäft geöffnet ist, sind die Lichter ausgeschaltet – in der Food Lounge zum Beispiel. Es herrscht Geisterstimmung.

„Es kommen sehr viel weniger Kunden in die Center“, sagt Manager Haas. Wie viele genau, sei unterschiedlich: Die Besucherzahlen würden seit Beginn des Lockdowns täglich schwanken.

Apollo-Filialleiter freut sich über Öffnung

Ali Dogan ist Leiter der Apollo-Optik-Filiale im Untergeschoss der Thier-Galerie. Trotz der geringen Laufkundschaft ist er froh, weiterhin öffnen zu dürfen: „Ich musste schon während des ersten Lockdowns schließen. Das will ich nicht noch mal“, sagt er.

„Die Kunden buchen online für Sehtests oder Anpassungen an den Brillen Termine. Wir sprechen uns dann im Team ab, dass immer einer hier ist“, so Dogan. So hätten er und seine Mitarbeiter genügend zu tun – auch, wenn fast nie mehr als ein Kunde im Laden ist.

Auf die Frage, warum die Thier-Galerie trotz der wenigen Kunden überhaupt noch geöffnet ist, meint Haas: „Wir sehen es als unsere Verantwortung, unseren Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung zu leisten.“

Wie viel die Aufrechterhaltung des Betriebs genau kostet, verrät er auf Anfrage nicht.

Über den Autor
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2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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