Die Innenstadt verglüht: Was alles passiert, wenn Dortmund nicht mehr für Klimaschutz tut

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Der Rat der Stadt hat für Dortmund nicht den Klimanotstand ausgerufen. Es gibt aber Szenarien, was passiert, wenn die Stadt nicht mehr für den Klimaschutz tut. Ein Überblick.

Dortmund

, 10.07.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Klimawandel macht nicht vor den Stadttoren halt. Dortmund hat mit diversen Masterplänen wie zur Energiewende und Mobilität bereits einiges für den Klimaschutz auf den Weg gebracht und engagiert sich weiter wie zum Beispiel mit dem soeben verabschiedeten Handlungsprogramm „Klima Luft 2030“. Doch ihr selbst gestecktes Klimaziel, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, wird die Stadt verfehlen. In den vergangenen heißen Juni-Tagen konnte man erahnen, was die Dortmunder – und nicht nur sie – erwartet, wenn die Stadt nicht mehr für den Klimaschutz tut.

Das sind die erwarteten Folgen:

Hitzesommer werden zunehmen: Wir werden weiterhin von Hitzeperioden betroffen sein. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Lebewesen in der Natur. So ist bereits jetzt festzustellen, dass die Amphibien in Dortmund drastisch zurückgehen wie die Geburtshelferkröte und die Ringelnatter.

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Auch die Artenzusammensetzung von Tieren und Pflanzen werde sich verändern, sagt Thomas Quittek, Sprecher des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Dortmund.

Austrocknung der Böden in Wald und Feld sind zu erwarten. Die Bäume haben Stress, die Bodenfruchtbarkeit nimmt ab, Landwirte leiden unter Einkommenseinbußen. „Wir bekommen unter Umständen auch mehr Waldbrände“, sagt Quittek.

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Auch der Einfluss auf die menschliche Gesundheit ist nicht zu unterschätzen. Quittek: „Wir werden aufgrund der Hitzeereignisse mehr Gesundheitsprobleme bekommen, Krankenhäuser werden stärker beansprucht werden.“

Umweltbedingungen verändern sich mit unterschiedlichen Auswirkungen auf verschiedene Teile der Stadt: Sorgen macht dabei vor allem die Innenstadt. Dort herrschen im Bereich der sogenannten Hitzeinseln mit dichter Bebauung 3 bis 4 Grad mehr als in den Außenbereichen. Ein erheblicher Unterschied. Mit weiteren Folgen.

Bürger, die über entsprechende Finanzen verfügen, können sich eher gegen die Hitze wappnen. Im Süden werden sich Bewohner ihre Häuser mit Klimaanlagen ausstatten, während die Menschen vor allem in der Innenstadt und der Nordstadt hohe Temperaturen aushalten müssen. Quittek: „Das gibt Verwerfungen im sozialen Gefüge, und verschärft die Trennung zwischen Süd und Mitte/Nord.“

Mehr Starkregenereignisse sind zu erwarten und damit Überschwemmungen.

Damit das alles möglichst nicht oder zumindest nicht so heftig eintritt, muss die Stadt laut BUND Anpassungsstrategien entwickeln kurz: Sie muss die CO2-Belastung senken und das Wasser zur Kühlung in der Stadt behalten.

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