FH soll Herz des Zukunftscampus auf dem ehemaligen HSP-Gelände werden

dzSmart Rhino

Die gesamte FH soll in ein paar Jahren ins Unionviertel ziehen. FH-Rektor Wilhelm Schwick hält das im Interview für eine ausgezeichnete Idee – und zwar nicht nur für seine Hochschule.

Unionviertel

, 05.06.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der neue Phoenix-See für Dortmund heißt „Smart Rhino“, ein Lebens-, Wissens- und Technologiepark auf dem riesigen, verlassenen Werksgelände von Hoesch-Spundwand (HSP) im Unionviertel. Der Vergleich mit dem Phoenix-See bezieht sich eher auf die städtebauliche Bedeutung des Zukunftsprojekts als auf die Größe der geplanten Wasserfläche; die ist eher ein Teich.

Dafür ist die gesamte Entwicklungsfläche mit 45 Hektar – 450.000 Quadratmeter – stattlich. Die Stadt Dortmund und die Essener Thelen-Gruppe wollen dort unter Beteiligung der IHK ein neues Stadtquartier mit Wohnungen, Gastronomie und Gewerbe entstehen lassen. Herzstück soll ein Wissenschaftscampus sein, für den die Fachhochschule (FH) Dortmund ausgesprochener Wunschpartner ist. Rund 14 Hektar des Geländes sind für diesen Bereich vorgesehen: Smart Rhino, in Anlehnung an Dortmunds heimliches Wappentier, das geflügelte Nashorn.

FH soll Herz des Zukunftscampus auf dem ehemaligen HSP-Gelände werden

FH-Rektor Wilhelm Schwick vor dem Gebäude an der Sonnenstraße mit relativ neuer Mensa aber sanierungsbedürftigen Stockwerken. © Susanne Riese

Was sagt die FH zu Smart Rhino? Wir haben Rektor Prof. Wilhelm Schwick fünf Fragen zu dem Zukunftsprojekt gestellt:

Wie kommt das Projekt an?

Wir haben die Idee im Rektorat diskutiert und waren alle sofort Feuer und Flamme. Der Hochschulrat fand die Idee gut, Leben, Forschen und Wohnen miteinander zu verbinden. Überhaupt haben wir fast ausschließlich positive Rückmeldungen bekommen. Es hätte viele Vorteile, alle Fachbereiche an einem Ort zu haben, vor allem für die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Konzentration auf einen Standort statt wie bislang vier wäre ein Traum, auch im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft.

Und wie gefällt Ihnen der Standort?

Der Bereich Hoesch Spundwand ist geradezu brillant: Er ist groß und hat eine hervorragende Anbindung und eine große Nähe zur Stadt. Wir würden zudem einen politischen Beitrag leisten, was Dorstfeld angeht. Es ist die Aufgabe aller Demokraten, dort Flagge zu zeigen. Und ich denke, die Ansiedlung einer Hochschule würde massiv Einfluss nehmen auf die Entwicklung des Stadtteils.

Sehen Sie auch die Möglichkeit für die FH, sich weiter zu vergrößern?
Ja natürlich. In den alten Gebäuden haben wir die Kapazitätsgrenze erreicht. Weiter zu wachsen wäre unter den jetzigen Bedingungen schwierig. Ein Teil der Verwaltung wurde bereits ausgelagert, wir platzen aber trotzdem aus allen Nähten. Eine Idee wäre beispielsweise, neue Fachbereiche zu gründen; derzeit sind es acht. Es ist unsere Stärke, so divers aufgestellt zu sein.

Was würde mit den derzeitigen FH-Gebäuden auf dem TU-Campus, an der Sonnenstraße, dem Max-Ophüls-Platz und dem Institut an der Otto-Hahn-Straße passieren?
Die Nachnutzung dürfte überhaupt kein Problem sein, weder auf dem Campus noch in der Stadt. Die derzeitigen Gebäude sind um 1960 gebaut. Es gibt Brandschutzprobleme an einem zentralen Gebäude an der Sonnenstraße. Deshalb muss es ohnehin eine Kostenabwägung geben zwischen Sanierung und Neubau.

Wie geht es nun weiter?

Wir sind ja nur der Wunschpartner im wissenschaftlichen Bereich, die Stadt und die Thelen-Gruppe installieren das Projekt. Bis Ende des Jahres soll eine Machbarkeitsstudie vorliegen. Dann muss sich die Politik in Düsseldorf näher mit dem Thema beschäftigen. Wir hoffen auf ein Go aus dem Wissenschaftsministerium.

Info

Fachhochschule Dortmund

  • Die FH Dortmund gehört inzwischen mit 14.500 Studierenden zu einer der größten Fachhochschulen Deutschlands.
  • Sie hat den größten Informatikbereich an Fachhochschulen bundesweit und ist erfolgreich im zentralen Forschungsthema Digitale Transformation.
Lesen Sie jetzt