Die verschiedenen Teile der Emscher in Dortmund sollen in die Bewerbung des Ruhrgebiets für das Unesco-Weltkulturerbe einfließen. © Stephan Schütze
Industriekultur im Ruhrgebiet

Die Emscher in Dortmund soll zum Weltkulturerbe werden

Die Pyramiden von Gizeh, die chinesische Mauer und der Kölner Dom sind es schon. Bald soll auch die Industriekultur des Ruhrgebiets Weltkulturerbe werden - mit 21 Objekten aus Dortmund.

Die Emscher hat einen erstaunlichen Wandel vollzogen. Von der stinkenden Abwasserkloake zum munteren Fluss, an dessen Ufer sogar Wein angebaut wird. Jetzt soll die Emscher sogar Teils des Weltkulturerbes der UNESCO werden. Gleich mehrere Teile des Emscherlaufs stehen auf der Liste mit 21 Elementen, die aus Dortmund in die Bewerbung um die Aufnahme auf der Weltkulturerbe-Liste einfließen sollen.

Mehrere Bewerbungsschritte

Vorangetrieben wird die Bewerbung von der in Dortmund ansässigen Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die unter anderem die Kokerei Hansa in Huckarde pflegt.

Die Stiftung will die „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ zunächst als Vorschlag des Landes NRW im Jahr 2023 auf die deutsche Vorschlagliste – die sogenannte „Tentativliste“ – der Kulturministerkonferenz bringen. Daraus soll schließlich die offizielle Bewerbung bei der UNESCO, der Kulturorganisation der Vereinen Nationen, hervorgehen.

Andere Industriedenkmäler bereits auf der Liste

Die UNESCO entscheidet über die Aufnahme auf die Liste, zu der weltweit 869 Orte und Objekte gehören – aus Deutschland etwa der Kölner und Aachener Dom, die Berliner Museumsinsel und das Lübecker Holstentor. Auch Industriedenkmäler haben es schon auf die Liste geschafft: Seit 1994 gehört die Völklinger Hütte als ehemaliges Eisen- und Stahlwerk zum Weltkulturerbe, seit 2001 die Zeche Zollverein in Essen.

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Weltkulturerbe-Orte in Dortmund

Darauf aufbauend sollen nun weitere Zeugnisse der Industriekultur im Ruhrgebiet Welterbe-Status erhalten. 130 Elemente wurden dafür ausgewählt, 21 davon aus Dortmund. Neben der Emscher sind dabei auch die Zechen Zollern II/IV und Gneisenau, die Kokerei Hansa, der Dortmunder Hafen, die Hallerey mit Bergsenkungssee und Spitzkegelhalden, das alte Union-Verwaltungsgebäude an der Rheinischen Straße und Teile historischer Eisenbahnstrecken aufgeführt.

Unterstützung des Verwaltungsvorstands

Der Dortmunder Verwaltungsvorstand hat am Dienstag (15.12.) im Grundsatz seine Unterstützung für die Bewerbung der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ als UNESCO-Weltkulturerbe ausgesprochen. Im Februar soll der Vorschlag dem Rat der Stadt vorgelegt werden.

Sollte das Ruhrgebiet den Welterbe-Status erhalten, werde es in Zukunft darum gehen, die unter Schutz gestellten Elemente zu erhalten und bei allen zukünftigen Planungen auch angemessen zu berücksichtigen, erläutert Planungsdezernent Ludger Wilde.

Dabei wird man aber einen langen Atem haben müssen. Über die deutsche Bewerbung wird frühestens 2023 entschieden, über die Aufnahme auf die Unesco-Liste 2024. Und schon auf nationaler Ebene ist die Konkurrenz groß. Zuletzt standen noch gut ein Dutzend Objekte auf der „Tentativliste“.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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