Bianka und Dennis aus Dortmund erlebten einzigartige Corona-Hochzeit

dzHeiraten in der Corona-Krise

Der große Tag war lange und akribisch geplant. Und dann kam alles ganz anders. Corona bestimmte die Hochzeit von Bianka und Dennis – machte sie aber dank ihrer Familien unvergesslich.

Aplerbeck

, 01.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Herbst 2019 haben Bianka (34) und Dennis (33) Blank begonnen, ihre Hochzeit zu planen. Dann kam das Coronavirus. Spätestens im März 2020 war klar, dass die Feier nicht so laufen würde, wie sie es sich gedacht hatten.

Langfristig verschieben kam nicht infrage, weil sich Nachwuchs angekündigt hat. Die kleine Amy wollen die beiden gern als Ehepaar auf dieser Welt begrüßen. Ende Juni soll es soweit sein, deshalb hatten die Blanks die Heirat für den 25. April (Samstag) angemeldet.

Hochzeit mit vielen Einschränkungen, aber auch vielen Höhepunkten

Eine Hochzeit also inmitten der Corona-Krise und allen damit verbundenen Verboten und Einschränkungen. Dank ihrer Freunde und Familie wurde sie dennoch zu einem großen, unvergesslichen Tag für das Paar.

„Die beiden trugen es mit Fassung und sprachen immer davon, alles nachzuholen. Dennoch waren sie deutlich geknickt und betroffen“, erzählt Sonja Blank, Schwester von Dennis und Trauzeugin. Deshalb habe sich die Familie etwas einfallen lassen.

Einzelne Stationen für jedes Element einer Hochzeitsfeier

Sie bereiteten eine Tour vor mit allen Höhepunkten einer Hochzeitsfeier – nur ohne Feier und mit viel Abstand. Es gab Sekt und Tanz, eine große Hochzeitstorte und Herzchen-Luftballons. Auf einem großen Plakat wurde das Brautpaar begrüßt und mit so viel Gehupe gefeiert, dass Passanten und Anwohner aus den Fenstern klatschten und ebenfalls gratulierten.

Sekt und Torte gab es an einer Station des Hochzeitsparcours.

Sekt und Torte gab es an einer Station des Hochzeitsparcours. © Sonja Blank

Das Paar hatte sich eigentlich schweren Herzens von seinen Feier-Plänen verabschiedet, die sie zusammen mit rund 40 Gästen nach Lünen zu Stolzenhoff führen sollten. „Wir haben uns bis zuletzt Hoffnungen gemacht, dass es doch noch klappt“, erzählt Bianka. Am Montag (20.4.) kam dann die endgültige Absage aus Lünen.

Da war auch schon klar, sie würden sich am Standesamt Aplerbeck nicht vor vielen Freunden und Verwandten das Ja-Wort geben. Aber mit zehn erlaubten Gästen könnten wenigstens die engen Familienmitglieder dabei sein. Dachten sie.

Dann kam der Schock: Niemand, weder die Eltern noch Geschwister oder Trauzeugen durften sie begleiten. „Das war wirklich hart, es flossen reichlich Tränen“, gesteht Bianka. „Wir waren komplett allein, nur wir zwei.“

Jetzt lesen

So verließen sie am Samstag (25.4.) bei strahlendem Wetter um 16.20 Uhr als frisch getrautes Ehepaar das Standesamt – mit Mundschutz statt Schleier. Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen hatten sich heimlich dort eingefunden und weiträumig verteilt, um den Abstand zu wahren. Und das war nur der Beginn der wunderbaren Überraschung.

Hinter der Windschutzscheibe des Hochzeitsautos klemmte ein Briefumschlag mit einer Wegbeschreibung zu fünf Stationen. Der erste Stop führte zum Rodenberg-Center. Dort warteten die Eltern der Braut und die Trauzeugin mit (alkoholfreiem) Sekt und schmissen Reis über die Jungvermählten.

Hochzeitstanz ohne Publikum und mit viel Platz.

Hochzeitstanz ohne Publikum und mit viel Platz. © Sonja Blank

Die Eltern des Bräutigams hatten an der nächsten Station Musik vorbereitet für den Hochzeitstanz. Der Hochzeitsparcours führte zu einem Boxenstopp mit Hochzeitstorte, einem mit Porzellan zum Poltern und an einem weiteren Standort stiegen Herzchenballons in den blauen Himmel.

Eine Station war auf dem Plan mit „langsam vorbeifahren“ gekennzeichnet. Dort winkte eine besonders vorsichtige Tante mit einem großen Glückwunschplakat und stellte ein Geschenk in den Kofferraum.

Jetzt lesen

„Wir waren völlig überwältigt“, erzählt Bianka. Da war es dann auch gar nicht mehr schlimm, dass der Abend zuhause mit einem zweiten, einsamen Hochzeitstanz und Pasta vom Lieferdienst ausklang.

Obwohl ihr Hochzeitstag nun doch so bunt und schön war, wollen Bianka und Dennis ihre große Feier noch nachholen. Angepeilt ist dafür zunächst der 6. Juni, was sicherlich optimistisch ist. Falls es auch dann nicht klappt: Die Blanks und ihre Gäste haben ja bewiesen, dass sie flexibel sind.

Lesen Sie jetzt