Die Dogewo entsorgt private Sachen ihres Mieters - und kündigt ihm

dzMieterstreit in Hombruch

Die Dogewo hat Fahrradtaschen und andere private Gegenstände von ihrem Mieter Heinz-Dieter Hoffmann entsorgt. Danach folgte die fristlose Kündigung. Wie konnte es so weit kommen?

von Rüdiger Barz

Hombruch

, 29.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Heinz-Dieter Hoffmannn ist Mieter der Dogewo in Hombruch und er ist verzweifelt - oder stinksauer. Teure Fahrradtaschen, ein wertvoller Rucksack und diverse andere Dinge sind durch seinen Vermieter vom Dachboden entsorgt worden. Und hinterher folgte die fristlose Kündigung.

Hoffmann möchte seine Sachen zurückhaben, ersatzweise aber einen Schadenersatz von mindestens 500 Euro, und die Kündigung hält er für haltlos.

Was war passiert?

„Hier wird gegen mich gearbeitet“

Hoffmann schildert seine Situation im Haus als eine schwierige. „Ich bin im Haus ständig einem Mobbing durch die Nachbarn ausgesetzt. Darunter leide ich. Dabei habe ich schon mit meiner Schwerbehinderung zu kämpfen.“

Dass seine privaten Sachen verschwunden sind, stellte Hoffmann Anfang Juni fest. Eine Erklärung dafür habe er nicht, gibt der Rentner an. "Meine Sachen habe ich auf dem Dachboden schon länger abgestellt, in meiner Wohnung reicht einfach der Platz nicht. Ich habe eine mündliche Absprache mit einem Mitarbeiter der Dogewo - der auch persönlich vor Ort war", sagt Hoffmann. Er fordert Schadenersatz. „Man hätte mich anrufen können, meine Telefonnummer stand auf den Taschen. Hier wird gegen mich gearbeitet."

Die Dogewo entsorgt private Sachen ihres Mieters - und kündigt ihm

Dort, wo Dieter Hoffmann steht, lagen seine Taschen. © Rüdiger Barz

Dass Heinz-Dieter Hoffmanns Sachen vom Dachboden geräumt und entsorgt worden sind, bestätigt Dogewo-Sprecherin Kerstin zur Horst auf Anfrage: „Herrn Hoffmann ist die Vorgehensweise bezüglich der Dachbodenräumung nicht unbekannt. Er selbst bat uns in der Vergangenheit seine Mitmieter aufzufordern, ihr Eigentum von den Gemeinschaftsflächen zu entfernen.“

Eine Absprache hat es nie gegeben, sagt die Dogewo

Eine Absprache über die Duldung zur Lagerung des Eigentums habe nicht vorgelegen, so zur Horst weiter: „Sicherlich kann es sein, dass Herr Hoffmann sein Eigentum zwischen zwei Begehungen auf dem Dachboden abgestellt hat – hierbei von einer Duldung zu sprechen, stellt den Sachverhalt aber ins falsche Licht.“

Es ist nicht der erste Rechtsstreit zwischen Hoffmann und der Dogewo. 2016 verklagte das Wohnungsunternehmen seinen Mieter wegen eines nicht zustande gekommenen Termins für eine Wartung. Die Dogewo zog die Klage damals zurück.

Drei Jahre später geht es also um den Dachboden. Als Eigentümerin sei die Dogewo verpflichtet, auf den Brandschutz zu achten. Denn auf Allgemeinflächen abgestellte Gegenstände stellten eine sogenannte Brandlast dar.

Eine Ortsbesichtigung habe ergeben, dass der Dachboden mit verschiedenen Gegenständen vollgestellt war. An dieser Stelle gebe es bei der Dogewo einen klar definierten Prozess, der auch Anwendung gefunden hat.

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„Alle Mieter wurden auf dem Postweg aufgefordert die Gegenstände, sofern sie in ihrem Eigentum oder Besitz stehen, zu entfernen. Zeitgleich wurde mitgeteilt, dass wir nach fruchtlosem Fristverlauf die Gegenstände entsorgen lassen.“ Dies sei auch - nach erneuter Kontrolle und Ablauf einer angemessenen Frist - beauftragt worden, so Kerstin zur Horst. „Sollte an Gegenständen der Eigentümer zu erkennen sein, gehen wir selbstverständlich auf ihn zu.“

Abmahnungen, Drohungen und jetzt die Kündigung

Doch nicht nur Heinz-Dieter Hoffmanns Sachen sind weg, sondern auch seine Wohnung. Am 24. Juli erreichte ihn die fristlose Kündigung durch die Dogewo. Die stehe in keinem Zusammenhang mit der Dachbodenräumung, sagt zur Horst. „Vielmehr ist sie durch Vorfälle aus der Vergangenheit begründet. Wir sind allen Mietern gegenüber verpflichtet für ein ordentliches Mietverhältnis zu sorgen.“

In der Kündigung, die der Redaktion vorliegt, listet die Dogewo unter anderem Bedrohungen und Beleidugungen auf, die Hoffmann gegenüber Nachbarn geäußert haben soll. Dafür hat er bereits mehrere Abmahnungen erhalten. „Alles erstunken und erlogen. Das ist Mobbing und Neid“, sagt Hoffmann. Er steht jetzt mit seinem Anwalt in Kontakt.

Brandschutz

Dogewo hat klare Regeln

  • „Im Rahmen des Brandschutzes ist der Eigentümer verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass zugestellte Flächen kurzerhand freigeräumt werden. Dies ist in der Hausordnung auch dargelegt“, heißt es von der Dogewo.
  • Gemeinschaftsflächen, wie beispielsweise der Dachboden, würden oft zum „erweiterten“ Wohnraum gezählt, wie zur Horst erläutert. „Dem ist jedoch nicht so.“
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