An vielen Stellen im Dortmunder Stadtgebiet sind diese Hinweise auf die Maskenpflicht auf den Boden gesprüht worden. © Stephan Schuetze
Coronavirus

Diagramme zeigen, was der November-Lockdown in Dortmund gebracht hat

Im Oktober war eingetreten, was man unbedingt vermeiden wollte: exponentielles Wachstum der Corona-Zahlen. Der „Lockdown Light“ sollte gegensteuern – was haben vier Wochen Verzicht gebracht?

Fast jeder Erwachsene hat in den vergangenen Monaten wohl vom exponentiellen Wachstum gehört. Der Ausdruck beschreibt eine immer schneller steigende Kurve, so wie die der Dortmunder Coronavirus-Fallzahlen im Oktober.

Die wichtige 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der bekannten Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der jüngsten sieben Tage, hat sich in vier Wochen dreimal verdoppelt. Anfang Oktober lag sie unter 30, ein Monat später waren 235 erreicht. Alles über 200 sei besonders kritisch, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Woche.

Als die Entwicklung Ende Oktober deutschlandweit aus den Fugen geriet, hat die Bundesregierung den sogenannten „Lockdown Light“ beschlossen. Ab dem 2. November galten die bekannten verschärften Regelungen.

Dass der Effekt der Maßnahmen nicht sofort sichtbar werden würde, war jedem Verantwortlichen vorher klar. „Die Zahlen bilden immer das aktuelle Geschehen eines zirka 14 Tage zurückliegenden Zeitraums ab“, sagt Anke Widow, Sprecherin der Stadt Dortmund.

Es liegen einige Tage zwischen der Ansteckung und einem positiven Testergebnis. Bis Covid-Patienten gegebenenfalls ins Krankenhaus müssen, kann wegen des Krankheitsverlaufes weitere Zeit vergehen.

Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet

Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf vom Klinikum hatte Ende Oktober befürchtet, dass mehr als 300 Patienten in den Dortmunder Krankenhäusern behandelt würden, bis die Schutz-Maßnahmen greifen. Die Realität sieht bislang positiver aus: Am 17. November wurden 174 Covid-Patienten stationär behandelt – seitdem wurde dieser Höchstwert nicht wieder erreicht.

Ende November sagt Schaaf nun: „Anfangs haben wir gedacht, es verdoppelt sich sogar. Das ist nicht der Fall, die Zahlen sind stabil.“ Der November-Lockdown habe durchaus Einfluss auf die Lage in den Krankenhäusern.

Der bisherige Allzeit-Höchstwert der 7-Tage-Inzidenz (235,8 am 7. November) ist wohl noch auf Ansteckungen im Oktober zurückzuführen. Inzwischen ist die Inzidenz zwar wieder unter die 200er-Grenze gesunken, sie liegt aber wieder auf dem immer noch sehr hohen Niveau von vor einem Monat – als die verschärften Maßnahmen beschlossen wurden.

Ähnlich sieht es aus mit der geschätzten Zahl der aktiven Corona-Fälle. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Infizierten zwei Wochen nach ihrer Ansteckung als genesen gelten. Weil es weiterhin so viele Neuinfektionen gibt, stagniert der Wert seit drei Wochen.

Das exponentielle Wachstum ist in Dortmund zwar gestoppt – doch die wichtigsten Zahlen sinken bislang auch nicht signifikant. Im November sind währenddessen 54 Dortmunder mit Corona-Infektion gestorben – deutlich mehr als in allen anderen Pandemie-Monaten zusammen (26).

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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