Deutschlands einziges Kabarett-Festival in Corona-Zeiten mit erster Bilanz

dzRuhrhochdeutsch im Schalthaus 101

Seit Juni gibt es in Dortmund etwas deutschlandweit Einzigartiges: Ruhrhochdeutsch läuft als corona-konformes Kabarett-Festival auf Phoenix-West. So lief der Start - und so geht es weiter.

Dortmund

, 14.07.2020, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einem enormen Kraftakt hat Dortmund in diesem für die Kulturszene so katastrophalen Jahr ein wichtiges Stück seines Kultur-Profils erhalten. Das Kabarett-Festival Ruhrhochdeutsch ist Mitte Juni im Schalthaus 101, einer ehemaligen Industriehalle auf dem Phoenix-West-Areal in Hörde, gestartet.

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Am neuen Ort ist das Programm leicht angepasst, es gelten besondere Hygienebedingungen. Aber das Festival läuft - als einziges seiner Art im deutschsprachigen Raum.

Deutscher Kabarett-Star zu Tränen gerührt

Das macht laut Veranstalter Horst Hanke-Lindemann viele Menschen auf und vor der Bühne „dankbar“. Er berichtet etwa vom Auftritt von Ingo Appelt, Bühnenprofi seit Jahrzehnten und als „raues Holz“ bekannt. Ihm seien auf der Bühne die Tränen gekommen, weil er so gerührt war, nach langer Pause wieder vor einem „echten“ Publikum zu spielen. Und nicht vor einem hinter Blech, wie es für einige Künstler bei Auftritten in Autokinos in den vergangenen Monaten Realität geworden ist.

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Hanke-Lindemann erzählt auch von glücklichen Besuchern, die froh sind, dass es wieder Kabarett-Kultur in Dortmund gibt. „Die Leute müssen raus“, sagt der Theatermacher aus dem Fletch Bizzel und „Ruhrhochdeutsch“-Erfinder.

Viele Leute sind immer noch vorsichtig mit Kulturveranstaltungen

Es gebe Einzelne, denen die Enge und persönliche Atmosphäre des Spiegelzelts fehle. Aber es sei insgesamt sehr gut gelungen, das Konzept in die neue Halle zu übersetzen. Hier steht dieselbe Anzahl an Plätzen zur Verfügung wie in dem historischen Zeltbau an der B1 – aber auf einer deutlich größeren Fläche.

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Die positiven Momente täuschen nicht darüber hinweg, dass es aus Sicht von Horst Hanke-Lindemann noch etwas Zeit brauchen wird, bis sich die Menschen wieder ohne Bedenken trauen, zu Kulturveranstaltungen zu gehen.

„Viele sind durch Corona irritiert“, sagt er. Hanke-Lindemann beobachtet aber, dass die Nachfrage nach den „Ruhrhochdeutsch“-Veranstaltungen bis Oktober nach und nach größer werde.

Tana-Schanzara-Preis wird am 23. August verliehen

Die veränderten Bedingungen halten die „Ruhrhochdeutsch“-Veranstalter nicht davon ab, an einer Tradition des Festivals festzuhalten. Am 23. August wird im Schalthaus der Tana-Schanzara-Preis verliehen. Mit dem nach der 2008 verstorbenen Ruhrgebiets-Schauspiel-Legende benannten Preis wird seit 2010 im Zwei-Jahres-Turnus der Einsatz von Künstlern für die Kultur in dieser Region gewürdigt.

Preisträger wird in diesem Jahr der Essener Musiker Stefan Stoppok sein, der am 23. August (Sonntag) auch im Schalthaus 101 auftreten wird.

Bisherige Gewinner waren Jochen Malmsheimer, Gerburg Jahnke, Kai Magnus Sting, Hans-Peter Krüger und Maja Beckmann.

Ingo Appelt spielt am 12. August eine Zusatzshow im Schalthaus 101

Im Programm des Festivals gibt es gegenüber der ursprünglichen Planung Änderungen. So kann etwa die Revue „Der Trainer muss weg“ nicht stattfinden. Dafür wurde unter anderem eine Best-Of-Show des Hörder Hansa-Theaters mit ins Programm genommen.

Ingo Appelt wird wegen der großen Nachfrage am 12. August noch einen Zusatztermin im Schalthaus 101 spielen. Das Festival „Ruhrhochdeutsch“ läuft noch bis zum 11. Oktober.

Weitere Gäste im Programm sind unter anderem Bernd Stelter, Bruno „Günna“ Knust, Lisa Feller, Basta, Jürgen Becker und Sebastian Puffpaff. Alle Termine und Infos zum Kartenvorkauf gibt es unter www.ruhrhochdeutsch.de

Die nächsten Termine in der Übersicht:

  • 15.7. (Mittwoch), 20 Uhr: Kay Ray - „Kay Ray Show“
  • 16.7. (Donnerstag), 20 Uhr: Django Asül - „Offenes Visier“
  • 17.7. und 18.7. (Freitag/Samstag), 20 Uhr: Daphne de Luxe - „Comedy in Hülle und Fülle“
  • 19.7. (Sonntag), 18 Uhr: Nightwash Comedy Special mit C. Heiland, Nikita Miller und Maria Klara Groppler.
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