Deusener werten ehemaliges Edelrestaurant ehrenamtlich auf

dzHohoffs 800°

„Das Hohoffs verkommt zur Dreckecke“, meldet ein Anrufer. Ulrich Küpper von der Deusenkirche ist überrascht. Er weiß, rund um den ehemaligen Fleischtempel tut sich etwas ganz anderes.

Deusen

, 14.06.2019, 14:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es waren sieben gute Jahre. Das Restaurant „The Farmhouse“ der Firma Hohoffs 800° wurde zu einer ersten Adresse für Freunde des feinen Fleischgenusses. Der Name Deusen wurde zu einem Begriff in der Szene. Der Förderverein „Begegnungszentrum Deusen – Wir lassen die Kirche im Dorf“ hatte gute Mieteinnahmen. Das hat sich seit Mai erledigt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Hohoffs vom A-la-Carte-Betrieb umgestellt auf Service für geschlossene Gesellschaften. Doch jetzt ist das Restaurant verlassen. Ulrich Küpper meldet, dass der Betreiber insolvent sei. Das Restaurant war ausgestattet mit einem speziellen Grill aus Kalifornien. Das Fleisch wurde bei 800 Grad gegrillt. Dadurch entstanden außen am Fleisch besondere Röstaromen, während es innen saftig blieb.

Ungewisses Mietverhältnis

Das Aus für das Farmhouse ist ein Problem für die Macher der Deusenkirche. Der Mietvertrag mit Hohoff läuft noch bis 2020 und bislang hat man keinen Kontakt zu einem möglichen Insolvenzverwalter. „Wir wissen nicht, ob wir nach einem Nachmieter suchen können oder nicht“, so Küpper.

Unterdessen zeigt das Außengelände rund um die Blockhütte erste Anzeichen mangelnder Pflege. Ein Deusener, der sich an diese Redaktion wendete, fürchtet sogar eine neue Dreckecke.

Ulrich Küpper reagiert überrascht auf diese Nachricht. Er hat eine ganz andere Perspektive auf das Äußere des Gebäudes. „Das verfällt nicht, das wird gerade renoviert“. Der Verein nutzt die Gelegenheit, um den Anbau attraktiv für kommende Nachmieter zu machen. Unter anderem soll der Biergarten bearbeitet werden.

Neuer Lärmschutz für die Nachbarn

Doch das wichtigste Projekt ist eine Erneuerung des hinteren Zaunes. „Wir wollen den Lärmschutz für unsere Nachbarn verbessern“, sagt Küpper. Dann können auch Gastronomien einziehen, die mehr Geräusche produzieren als der stille Fleischgenuss. An ehrenamtlicher Hilfe mangelt es nicht, so Küpper. Wenn mehr als vier Leute gleichzeitig arbeiten, wird es sogar eng am Zaun.

Der Verein hofft auf eine schnelle Belegung des Hauses, damit die Mieteinnahmen wieder das kulturelle Leben fördern können. Insofern war das Hohoffs 800° ein Segen für Deusen. Mit dem Erfolg des Restaurants kam aber auch ein Parkplatz-Problem. Die Gäste nutzten einfach den Parkplatz des TuS Freiheit Deusen. Der reagierte mit dem Bau einer Schranke und Parkgebühren.

Schranke wurde refinanziert

Weil man es geschafft hat, durch die Einnahmen den Bau der Schranke zu refinanzieren ist man beim TuS recht entspannt angesichts der ausbleibenden Besucher. Doch der sportliche Leiter Tobias Walther hofft trotzdem auf einen Nachmieter mit Anziehungskraft. „Wir können das Geld gut gebrauchen, weil wir ja den Parkplatz auch pflegen müssen.“

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