Der Tag des Friedens in Aplerbeck wird wegen Corona ein anderer sein

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Es ist ein bedeutsames Datum für Aplerbeck: der 12. April 1945. Und auch in diesem Jahr soll die Erinnerung an den Tag des Friedens nicht ausfallen. Wegen des Coronavirus musste man umplanen.

Aplerbeck

, 20.03.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geplant war eine große Feier. Doch die wird es nicht geben. 75 Jahre Frieden im Stadtbezirk Aplerbeck: Das sollte 2020 mit einem ganz besonderen Programm begangen werden. Vier außergewöhnliche Veranstaltungen waren fest geplant, auch die Plakate schon gedruckt – dann kam die Corona-Krise.

Doch die Organisatoren wollen den Tag nicht einfach so vorbeiziehen lassen. Sie wollen erinnern an eben diesen Tag, als die amerikanischen Truppen Aplerbeck von der Naziherrschaft befreiten. Also wird es in diesem Jahr etwas geben im Stadtbezirk, was es so vorher noch nie gegeben hat.

Diese Plakate werden am 12. April überall im Ortskern zu sehen sein.

Diese Plakate werden am 12. April überall im Ortskern zu sehen sein. © Jörg Bauerfeld

„Eine komplette Absage kam für uns nicht infrage“, sagt Michael Rohde, Verwaltungsstellenleiter in Aplerbeck und Mitglied des Organisationskomitees. Schließlich sind es in diesem Jahr 75 Jahre Frieden in Aplerbeck.

Auch eine Verschiebung war, zumindest für einen Großteil des Programms, nicht möglich. Waren doch Konzerte und war doch die große Friedensveranstaltung der Schulen genau auf den 12. April zugeschnitten.

Weiße Tücher aus den Fenstern hängen

Was also tun? Es wird ein „anderer“ Tag des Friedens – mit einem akustischen Highlight und etwas fürs Auge. Und alle Bürger können zumindest an einem Teil des „etwas anderen Programms“ mitwirken.

Mehr noch: Sie sind die Hauptdarsteller.„Wir haben mit den Gemeinden in Aplerbeck gesprochen und die haben sofort zugestimmt“, so Krüger. Pünktlich um 16.15 Uhr am 12. April 2020 werden für drei Minuten alle Kirchenglocken läuten.

Und auch die Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, sich zu beteiligen. Denn zeitgleich sollen sie symbolische weiße Tücher aus den Fenstern hängen – als Zeichen, dass der Tag etwas Besonderes ist.

Seit 2017 gibt es für den Tag des Friedens auch ein Logo – von einer Schülerin entworfen.

Seit 2017 gibt es für den Tag des Friedens auch ein Logo – von einer Schülerin entworfen. © Barz

Der Tag, als beherzte Bürger aus Aplerbeck auf den Turm der Großen Kirche an der Märtmannstraße stiegen und die weiße Fahne hissten. Und so vermutlich noch mehr Blutvergießen und Zerstörung verhinderten.

Immer mehr junge Menschen beteiligen sich

„Die positive Saat der letzten Jahre, was den Umgang mit diesem besonderen Tag angeht, ist bei der Jugend schon aufgegangen“, sagt Ulrich Krüger, ehemaliger Verwaltungsstellenleiter in Aplerbeck. Denn immer mehr junge Aplerbecker hätten sich an den Feierlichkeiten zum Tag des Friedens beteiligt.

Auch in diesem Jahr seien die Schüler der weiterführenden Schulen im Stadtbezirk mit viel Engagement dabei gewesen, als es darum ging, den Tag des Friedens zu organisieren. Hunderte von Schülerinnen und Schüler hätten an dem Programm mitgewirkt. „Da steckt eine monatelange Arbeit hinter“, sagt Ulrich Krüger. Die sei zum Glück, so Krüger, nun aber nicht völlig umsonst gewesen.

Stolpersteine digitalisiert

„Sondern könnte auch noch in den Tag des Friedens 2021 mit eingebunden werden“, so Krüger. Da ist zum Beispiel das Projekt der Emscherschule, die alle Stolpersteine im Stadtbezirk mit einem QR-Code digitalisiert haben. Außerdem gibt es einen Film, den Schülerinnen und Schüler der Albrecht-Dürer-Realschule gedreht haben.

Aber dann kam die Corona-Krise und die Pläne samt der gedruckten Veranstaltungs-Plakate mussten über den Haufen geschmissen werden. Aber, wer am 12. April 2020 die Augen und die Ohren aufhält in Aplerbeck, wird merken, dass er nicht vergessen ist – der Tag des Friedens.

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