Tag nach Mega-Evakuierung: Patientenrückkehr und weiterhin Halteverbote im Klinikviertel

dzBombenentschärfungen

Ein wenig Ausnahmezustand herrscht im Klinikviertel auch am Tag nach der Mega-Evakuierung noch. An vielen Straßen gilt noch Halteverbot. Denn die Patienten der Krankenhäuser kehren zurück.

Dortmund

, 13.01.2020, 11:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paar Sandsäcke am Straßenrand gleich neben dem Bombenfundort an der Luisenstraße erinnern am Montag (13.1.) noch an die Mega-Aktion vom Vortag. Die riesigen Containerwände sind schon am Sonntagabend abgebaut worden, gleich nachdem die zwei Bombenblindgänger an der Beurhausstraße und Luisenstraße entschärft worden waren.

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Nach und nach kehrten auch die rund 13.000 Anwohner, die das Gebiet am Sonntagmorgen räumen mussten, in ihre Wohnungen zurück.

Die Stadt Dortmund hat für Montag um 15 Uhr zu einer Pressekonferenz zur Evakuierungsbilanz ins Rathaus eingeladen. Wir berichten aktuell.

Im Klinikviertel gilt aber noch nicht freie Fahrt. Die Zufahrt zur Beurhausstraße war auch am Montagmorgen noch gesperrt. An den Straßen unmittelbar an den Kliniken galt noch immer Halteverbot. Und das wurde auch fleißig kontrolliert. Im Zweifelsfalle wird abgeschleppt, hatte ein Sprecher der Stadt noch am Sonntag angekündigt.

Die Rückkehr der Patienten

Der Grund für die weiter anhaltende Sperrung: Die Patienten kehrten in die Krankenhäuser zurück, aus denen sie am Samstag verlegt worden waren. Auch das ging, wie schon die Aktionen am gesamten Wochenende, relativ schnell.

Schon um 9.30 Uhr meldete das Klinikum, dass alle 65 Patienten im Klinikum Mitte, die am Samstag hausintern verlegt worden waren, auf ihre Stationen im Haupthaus an der Beurhausstraße zurückgekehrt waren. Um 8 Uhr begann der Rücktransport der 20 kleinen Patienten mit Krankenwagen vom Klinikum Nord ins Westfälische Kinderzentrum an der Beurhausstraße.

Auch ins Johannes-Hospital kehren im Laufe des Vormittags die in andere Krankenhäuser verlegten Patienten nach und nach zurück – ebenso wie die Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime, etwa im Christinenstift am Eisenmarkt. Sie sollten bis 13 Uhr alle zurück aus ihrem Übergangsdomizil in Herne sein.

Eine Bewohnerin war während der Evakuierung im Christinenstift geblieben. Weil sie im Sterben lag, wollte man ihr den Transport ersparen. Pflegekräfte erklärten sich bereit, bei ihr zu bleiben. Am Montagmorgen ist sie dann gestorben - „im Kreis ihrer Familie“, wie eine Sprecherin des Christinenstifts berichtet.

Spätestens am Dienstag (14.1.) wird im Evakuierungsgebiet wieder der Alltag eingekehrt sein, auch für alle, die im Klinikviertel ihr Auto parken wollen. Mit einer Ausnahme: Der Hohe Wall, an dem es in Höhe Westentor ebenfalls einen Bombenverdachtspunkt gab, ist noch bis voraussichtlich Ende der Woche in Fahrtrichtung Süden gesperrt, weil dort die aufgegrabene Fahrbahn wieder hergerichtet werden muss.

Der Blindgängerverdacht, der sich durch Luftbildaufnahmen und Sondierungen ergeben hatte, hat sich dort am Sonntag nicht bestätigt. Den „Alarm“ hatten alte Gussleitungen im Boden ausgelöst.

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