Der neue Edeka in Dorstfeld ist beschlossene Sache - und schadet der Umwelt, sagt der BUND

dzEdeka in Dorstfeld

Der Rat hat den Bau des Edeka beschlossen. Umweltfreundlich wird der nicht, meint Naturschützer Thomas Quittek - und überlegt, die IG „Dorstfeld Aktiv“ bei einer Klage zu unterstützen.

Dorstfeld

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der umstrittene Edeka an der Kreuzung Dorstfelder Hellweg/Arminiusstraße wird gebaut, das hat der Rat der Stadt Dortmund am Donnerstag (4.7.) beschlossen. 2021 könnte der neue Supermarkt eröffnen - wenn nichts schiefgeht. Denn die Interessengemeinschaft (IG) „Dorstfeld Aktiv“ um Rainer Schwalm überlegt, gegen den Bau zu klagen.

Bereits 2014 hatte die IG den Bau eines Rewe-Marktes an gleicher Stelle verhindert. Ob es zu einer Klage kommt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden, kündigte Rainer Schwalm an. Unterstützung könnte er dabei vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Dortmund erhalten. „Bisher hat der BUND die IG ‚Dorstfeld Aktiv‘ nur ideell unterstützt“, sagt BUND-Sprecher Thomas Quittek. „Ob wir diesmal einen Schritt weitergehen, muss noch beraten werden.“

Thomas Quittek: „Der Edeka ist nicht ökologisch geplant“

Er werde sich mit Rainer Schwalm in Verbindung setzen, um die Erfolgschancen einer Klage zu besprechen. Schließlich müsse sich der BUND im Fall einer gemeinsamen Klage auch finanziell beteiligen. „Das müssen wir einfach abwägen“, sagt Thomas Quittek. Die Meinung, dass der Edeka-Markt nicht gebaut werden soll, teilt der BUND aber von Beginn an.

Der neue Edeka in Dorstfeld ist beschlossene Sache - und schadet der Umwelt, sagt der BUND

Thomas Quittek vom BUND sieht den Edeka-Bau kritisch. © Oliver Schaper

„Wir brauchen im grün-unterversorgten Dorstfeld jede Grünfläche, die wir kriegen können“, erklärt Thomas Quittek. Eine solche mit dem Bau eine Supermarktes und den dazugehörigen Parkplätzen zu verschließen, sei umweltschädlich. Lediglich 5,8 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner gibt es in Dorstfeld. Und: „Der Edeka ist meines Wissens nicht ökologisch geplant.“

Dachbegrünung und unterirdische Parkplätze könnten helfen

Aber wie sieht ein ökologisch geplanter Supermarkt aus? „Aufgrund des Flachdachs wäre eine Dachbegrünung ideal“, erklärt Thomas Quittek. „Und anstelle der überirdischen Parkplätze sollte es ein Parkhaus geben, da so keine Fläche versiegelt wird.“ Auch bei einem Parkhaus sei dann nämlich eine überirdische Begrünung möglich.

Bereits in einer Stellungnahme im Dezember 2018 schrieb der BUND: „Bei Realisierung des Bauvorhabens sind auf der Fläche der geplanten Parkplätze Anpflanzungen vorzunehmen.“ Die Frage, ob Stadt und Investor derartige Maßnahmen geplant haben, blieb bis Mittwoch (10.7.) unbeantwortet.

Es wird ein Vollversorger, kein Discounter

In einer aktuellen Mitteilung der Bezirksvertretung Innenstadt-West wird nochmals betont, dass es keinen Discounter, sondern einen „hochwertigen Vollsortimenter“ auf der Frerichwiese geben werde. Voraussichtlich könne noch 2019 mit den Arbeiten begonnen werden, heißt es weiter.

Ob es tatsächlich ohne weitere Verzögerungen losgehen kann, wird das Ergebnis der Überlegungen von BUND und IG zeigen.

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