Der nächste Schritt für den Umbau der Faßstraße steht bevor

dzGroßprojekt

Für die Umgestaltung der Faßstraße in Hörde wird die Dortmunder Politik im September einen wichtigen Schritt machen müssen. Vorher war noch Zeit für Kritik.

Hörde

, 13.09.2019, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ankündigung für das große Ganze ist für Autofahrer schon sichtbar. Seit einigen Tagen steht an der Kreuzung von Hörder Bahnhofstraße und Am Stift ein großes Schild, das auf den bevorstehenden Umbau der Faßstraße hinweist.

Der soll laut Homepage der Stadt im Oktober 2019 beginnen. Die Pressestelle hält sich auf Anfrage nach weiteren Details bedeckt und verweist auf eine bevorstehende Pressekonferenz.

Vor allem das versetzte Fahren ist Thema

In der Dortmunder Politik wird der Umbau aber schon ab Dienstag (17. September) wieder ein Thema sein. Dann liegt eine Vorlage zunächst bei der Bezirksvertretung Hörde. Am 26. September (Donnerstag) entscheidet dann der Rat der Stadt über diesen einen Baustein auf dem Weg zur großen Umsetzung.

Der nächste Schritt für den Umbau der Faßstraße steht bevor

Dieses Schild zeigt: Bald geht der Umbau der Faßstraße in Hörde los. © Michael Nickel

Konkret geht es in diesem Schritt um die Stellungnahmen von Anwohnern und Verbänden, die ihre Kritik zum geplanten Umbau der Faßstraße äußern konnten. Die wurden von der Verwaltung bewertet und beantwortet. Die Politik muss das nun absegnen.

In den Stellungnahmen ging es vor allem um die Breite der Straße, das versetzte Fahren und die zukünftige Situation für Fahrradfahrer.

Autofahrer und Radfahrer sollen mehr Platz haben

Dass die Faßstraße in jeder Fahrtrichtung nur noch je eine Spur für Autos plus Fahrradstreifen erhalten soll, ist nichts Neues. Die einst zweispurigen Fahrbahnen sind schon seit Längerem mittels Markierungsarbeiten auf eine Spur verringert. Autofahrer sollen seitdem versetzt fahren.

Dieses versetzte Fahren ist auch einer der Grundgedanken, der hinter dem grundlegenden Umbau der Faßstraße steht. Anlass ist die bessere Verbindung zwischen dem Hörder Zentrum und dem Phoenix-See.

Der Bebauungsplan sieht vor, dass in beiden Richtungen zwischen der Stiftskirche St. Clara und der Straße Seekante jeweils eine 5 Meter breite Spur für Autos sowie ein 1,85 Meter breiter, rot gekennzeichneter Fahrradstreifen umgesetzt werden.

„Die Breite der Fahrstreifen reicht aus, um Pkw und Lkw bei reduzierter Geschwindigkeit nebeneinander fahren zu lassen“, steht in der Vorlage der Verwaltung. „In der Praxis bedeutet dies, dass die Fahrzeuge, auf der Strecke versetzt fahrend und im Signalanlagenbereich nebeneinander stehend, die Fahrbahn benutzen werden.“

6 Zentimeter mehr pro Spiegel

Eine solche eingeplante Signalanlage - oder Ampel - ist an einer Stelle bereits vorhanden: In Richtung Schüren an der Kreuzung zur Fußgängerzone Hermannstraße auf Höhe des Stiftsforums. Hier sieht der Bebauungsplan bei einer Straßenbreite von 5 Metern zwei nebeneinander stehende Fahrzeuge vor, also 2,50 Meter pro Auto, Bus und Lkw.

Bislang stehen den Autofahrern 4,75 Meter Gesamtbreite zur Verfügung. In Zukunft, wenn die Bauarbeiten voraussichtlich Mitte 2021 abgeschlossen sein werden, hat jedes Auto 12,5 Zentimeter mehr Platz. Oder anders: 6 Zentimeter auf jeder Seite des Spiegels.

Die derzeitige Straßenbreite sorgt nicht selten für einen unerwünschten Effekt, auf den die Stadt mit dem Aufschlag von 25 Zentimetern reagiert. „Selbst routinierte Radfahrer meiden nun diese Verbindung“, schreibt ein Anwohner aus dem Kreuzviertel in seiner Stellungnahme: „Dies liegt darin begründet, dass die rechts fahrenden Kfz den Radstreifen mit benutzen.“

„Die Aggressionsbereitschaft steigt“

Auch die Verbreiterung des Fahrradstreifens um 10 Zentimeter werde kaum dazu beitragen, dass er nicht mehr von Autos mitbenutzt wird.

Ein Anwohner der Wittbräucker Straße schreibt, dass beim Befahren mit einem normalen Volvo-Pkw keine zwei Autos an der Ampel nebeneinander passten: „Usus scheint mittlerweile ein beständiges Hupen zu sein, um den rechts fahrenden Pkw zur Benutzung des Fahrradstreifens aufzufordern, um überholen zu können.“ Die Situation habe sich für Fußgänger und Radfahrer verschlechtert, „für Autofahrer ist eher die Aggressionsbereitschaft ansteigend“.

Am Dienstag

Erste Sitzung nach der Sommerpause

  • Am Dienstag (17.9.) kommt die Bezirksvertretung Hörde zu ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen.
  • Los geht die öffentliche Sitzung um 15.30 Uhr in der Bezirksverwaltungsstelle, Hörder Bahnhofstraße 16.
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