Der moderne Techno-Park Phoenix-West zeigt Charme und Schwächen

dzRoute der Industriekultur

Über 20 Firmen sind es mittlerweile, die sich auf dem ehemaligen Hoesch-Werksgelände angesiedelt haben. Ein Erfolg. Doch wie sieht es drumherum aus? Ein Bürger wundert sich.

Hörde

, 16.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wandlung von einem Werksgelände hin zu einem modernen Dienstleistungszentrum ist ein echter Gewinn für den Standort Dortmund. NRW.Urban und die Stadt Dortmund haben aus Phoenix-West eine Erfolgsstory gemacht. Doch in manchen Bereichen trügt der schöne Schein.

Vor allem wenn man etwas näher hinschaut. Denn an einigen Stellen hat schon der Zahn der Zeit mächtig genagt. Horst Krämer, der das Phoenix-West-Areal für regelmäßige Spaziergänge nutzt, hat das mal getan und hat einen „Fehlerkatalog“ zusammengestellt mit Dingen, die ihm auf dem riesigen Gelände zwischen Hörde, der B54 und dem Westfalenpark negativ aufgefallen sind.

Einiges ist nicht mehr zu ändern, weil schon lange so gebaut. So die, so Krämer, überbreit gebaute Straßen wie die Carlo-Schmidt-Allee oder die Walter-Bruch-Straße. Es gibt aber auch Kritikpunkte, die durchaus verbesserungsfähig wären, so Horst Krämer.

Wir haben uns einmal drei der angesprochenen „Probleme“ angeschaut, die Horst Krämer auf einer etwas längeren Liste zusammengetragen hat.

Rohrleitung am Hochofen:

Hier kann der Laie nur verwundert den Kopf schütteln. Es geht um den sogenannten Hochofenplatz. Der liegt, wie der Name schon sagt, in direkter Nachbarschaft des stählernen Stahl-Riesen, der irgendwann umgebaut werden soll. Das Schalthaus und den Hochofen hat der kanadisch-niederländische Stadt- und Projektentwickler Walas 2018 erworben.

Die Rohrbrücke am Hochofenplatz wirkt wie ein Haufen Schrott. Schon lange ist der Durchgang abgesperrt.

Die Rohrbrücke am Hochofenplatz wirkt wie ein Haufen Schrott. Schon lange ist der Durchgang abgesperrt. © Jörg Bauerfeld

Dazu gehört eben auch der Rest der alten Gasleitung, die über den großzügig angelegt Platz am östlichen Ende der Konrad-Adenauer-Allee führt. Die bröselt schon seit Jahren vor sich hin. Besser gesagt, sie rostet. Einzelne dieser verrosteten Metallstücke fallen auf den Gehweg.

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Für Horst Krämer ist diese Rohrbrücke, die von NRW.Urban als erhaltenswertes Industrie-Denkmal eingestuft wird, kaum noch zu retten. „Die Rohre rosten unkontrolliert von innen. Zudem gibt es mehrere stark angerostete Stahlträger, die kaum austauschbar sind“. Franz Große-Kreul vom Projektmanagement NRW.Urban gibt sich da vorsichtig optimistisch. Die Rohrleitung sei zwar mit verkauft, sie solle aber wieder saniert werden.

Die Robert-Schumann-Straße:

Die Robert-Schumann-Straße ist wohl die längste auf Phoenix-West. An der Nordseite des Areals führt sie an der Grenze zum Westfalenpark und parallel zur Emscher bis hin zur B54. Eigentlich eine ganz normale Straße, wäre da nicht das Teilstück ab der Einmündung zur Walter-Bruch-Straße. Rund 250 Meter sind es, die eher an eine alte DDR-Transitstrecke erinnern, als an eine normale Straße. Hier wurden Betonplatten verlegt. „Und die weisen jetzt Risse auf, scheinen durchgebrochen zu sein“, sagt Krämer. „Wer hat denn so etwas veranlasst und wer muss bezahlen, wenn hier alles kaputt gefahren ist?“

Die Platten sind bewusst so ausgewählt worden.

Die Platten sind bewusst so ausgewählt worden. © Jörg Bauerfeld

Fakt ist, dass die Stadt Dortmund das Straßennetz und die parkähnlichen Flächen von NRWUrban übernommen hat. Also auch für Schäden aufkommen müsste. Ein Schaden, so Franz Große-Kreul, läge in diesem Fall aber nicht vor. „Diese Platten sind deshalb verlegt worden, damit der Autofahrer merkt, dass er sich in einem Grünbereich befindet“, so Große-Kreul.

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Tatsächlich sind in dem Bereich, in dem die Platten liegen, treppenförmige Ruhebereiche geschaffen und ein kleiner Wald ist angepflanzt worden. „Hier haben der Planer und die Stadt Dortmund entschieden, dass hier die alten Industrieplatten verlegt werden“. Die Risse seien normal und nicht schadhaft. Die alten Platten, die noch im Bereich des Hochofens liegen, würden auch diese Risse aufweisen.

Die Bodenlampen:

Definitiv nicht mehr zu retten sind wohl die zahlreichen Lampen, die an der Robert-Schumann-Straße in den Boden eingelassen wurden. Etliche dieser Lampen sind mittlerweile völlig zerstört. Einige wenige verfügen noch über eine Glasabdeckung.

Eine der wenigen Lampen, die noch eine Abdeckung haben.

Eine der wenigen Lampen, die noch eine Abdeckung haben. © Jörg Bauerfeld

Die Lampen, die auch einmal die angepflanzten Bäume von unten angeleuchtet haben, hat ebenfalls die Stadt Dortmund übernommen. Ob die Bodenbeleuchtung jedoch überhaupt noch einmal in Betrieb genommen wird, dazu wird die Stadt Dortmund zeitnah Stellung beziehen.

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