Der Kirchentag muss bei Bettensuche über die Grenzen gehen

Evangelischer Kirchentag

Die Suche nach Privatquartieren für Besucher des Evangelischen Kirchentages ist weiterhin mühsam. Noch immer fehlen 4500 Betten. Deshalb wird der Suchradius jetzt bis Essen ausgedehnt.

Dortmund

, 01.04.2019, 04:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Kirchentag muss bei Bettensuche über die Grenzen gehen

Auf der Radtrainingsstrecke in der Nähe des Westfalenparks warb Kirchentags-Präsident Hans Leyendecker mit fotogenem grünen Bett gemeinsam mit Paralympics-Champion Hans Peter Durst um Privatquartiere für den Kirchentag. © Stephan Schütze

So oft wie in den vergangenen Wochen hat sich Hans Leyendecker wohl noch nie tagsüber ins Bett gelegt. Unermüdlich war der Kirchentagspräsident unterwegs, um Privatquartiere für den Evangelischen Kirchentag vom 19. bis 23. Juni einzuwerben – oft mit einem schnell aufbaubaren grünen Bett als Fotomotiv im Gepäck.

Doch das Geschäft ist ungewöhnlich mühsam. Im Vergleich zu anderen Gastgeber-Städten hinkt Dortmund weit hinterher. Das Ziel ist, 8000 private Betten für Kirchentagsbesucher zu akquirieren. Knapp 3500 sind inzwischen gemeldet. 4500 private Unterkünfte fehlen noch. Man ist also vom Ziel noch weit entfernt, auch wenn es Fortschritte gibt. „Es ist besser, aber noch nicht gut genug“, bilanziert Hans Leyendecker.

Das Suchgebiet wird ausgeweitet

Eine der Konsequenzen: Die Kirchentags-Organisatoren weiten das Suchgebiet aus. Ab sofort werden auch Angebote aus Essen, Herdecke und Wetter angenommen. Das war bislang nicht vorgesehen, weil es die Grenze der westfälischen Landeskirche, die Gastgeberin des Kirchentages ist, überschreitet. Die benachbarte rheinische Landeskirche hilft aber gern aus.

Wichtigstes Auswahlkriterium bei der Quartierwahl ist nämlich eigentlich die Verkehrsanbindung. Innerhalb von 50 Minuten sollten die zentralen Veranstaltungsorte in Dortmund mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Das ist dank S- und Regionalbahnen etwa aus Essen kein Problem.

Tour durch die Nachbarstädte

Dass man bei der Quartierssuche über die Stadtgrenzen hinausgeht, war ohnehin geplant. Hans Leyendecker war deshalb außer an verschiedenen Orten in Dortmund auch in sieben Nachbarstädten von Schwerte über Witten bis Castrop-Rauxel auf Werbetour, wo er von den jeweiligen Stadtspitzen freundlich empfangen wurde. „Da, wo wir waren, zieht es deutlich an“, stellt Leyendecker mit Blick auf die gemeldeten Betten fest. Aber es reicht halt immer noch nicht.

Dabei sollte es eine Frage der Ehre sein, genug Betten für die Gäste des Kirchentages zu bieten, meint der Kirchentagspräsident. Übertriebene Ansprüche gibt es dabei nicht. „Wir suchen keine fünf Sterne Quartiere. Ein Bett, ein Sofa oder eine Liege und ein kleines Frühstück am Morgen reichen völlig aus. Bringen Sie Ihre Gäste einfach so unter, wie Sie Freunde oder Familie unterbringen würden“, erklärt Anna-Maria Erlinghäuser vom Kirchentags-Büro.

Platz für Gäste aus aller Welt

Gedacht sind die privaten Quartiere vor allem für Kirchentagsbesucher, die älter als 35 Jahre sind, für Mitwirkende, internationale Gäste und Familien mit kleinen Kindern.

Wünschenswert wären aber auch Angebote für Menschen mit Behinderungen. Dafür warb Hans Leyendecker jüngst gemeinsam mit dem Dortmunder Paralympics-Champion, mehrfachen Weltmeister und aktuellen deutschen Meister im Paracycling Hans-Peter Durst auf der Rad-Trainingsstrecke am Westfalenpark.

Für den Kirchentag

So kann man Privatquartiere melden

  • Wer Besucherinnen und Besucher des Kirchentages zwischen dem 19. und 23. Juni aufnehmen möchte, kann seinen Schlafplatz telefonisch unter der „Schlummernummer“ Tel. (0231) 99768-200 melden – oder per Mail an schlafen@kirchentag.de.
  • Online gibt es Informationen und ein Formular für Quartiersangebote unter www.kirchentag.de/privatquartier
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