Elisa aus Dortmund muss in der zehnten Folge von Germany's Next Topmodel erstmals Kritik einstecken. © Prosieben/Richard Hübner
Germany’s Next Topmodel

Der Höhenflug von Dortmunderin Elisa bei Germany’s Next Topmodel ist zu Ende

Nach Wochen voller Lob von Heidi Klum wackelt Elisa aus Dortmund bei Germany's Next Topmodel. Nach einem verlorenen Job und einem miesen Video-Dreh muss sie um ihr Ticket in der Show bangen.

Elisas Höhenflug hat ein Ende. In der zehnten Folge von Germany’s Next Topmodel (GNTM) läuft es zwar nicht richtig mies für die Dortmunderin, doch selbst eine mittelmäßige Leistung kann an diesem Punkt der Show schnell ernsthafte Konsequenzen haben. Also so ernsthaft ein Rausflug aus Heidi Klums Model-Theater eben sein kann.

Die Folge vom 8. April startet mit einem Video-Shooting. Und weil Heidi Klum und ihr Team anscheinend nicht genug davon kriegen können, sich über andere Menschen zu erheben, stecken sie die Teilnehmerinnen in trashige Jogginganzüge, Tennissocken und übertrieben sichtbare String-Tangas. Die 21-jährige Romina aus Köln ist begeistert: „Ich find die Outfits so cool, weil das so ein bisschen einen Asi-Touch hat.“ So inspirierend, diese Kleidung der Armen.

Die Kandidatinnen bekommen eine völlig inhaltsleere Rolle als „Party-Girl“ zugeteilt und Otto Waalkes als Spielpartner an die Seite gestellt. Dann müssen sie in den Kiosk stürmen und eine emotionale Szene mit Otto spielen. So weit, so seltsam.

In der aktuellen Folge von Germany's Next Topmodel testet Otto Waalkes das schauspielerische Können von Elisa und ihren Mit-Kandidatinnen.
In der aktuellen Folge von Germany’s Next Topmodel testet Otto Waalkes das schauspielerische Können von Elisa und ihren Mit-Kandidatinnen. © Prosieben/Richard Hübner © Prosieben/Richard Hübner

Kritik von Heidi Klum und Otto Waalkes

Nach Wochen, in denen Elisa erst die versteckte, dann die offene Favoritin der Sendung war, muss sie bei diesem Dreh die erste Niederlage hinnehmen. Zu aufgedreht habe sie das Party-Girl, das verzweifelt versucht bei Kiosk-Verkäufer Waalkes sein Handy aufzuladen, gespielt, sagt Heidi. Schlechtes Timing, sagt Otto. Und Regisseur Reza Norifarahani ist auch nicht zufrieden. Beim zweiten Anlauf läuft es besser für Elisa, doch von der Begeisterung, die sie bisher bei Heidi Klum ausgelöst hat, ist diesmal nichts zu spüren.

Elisa ist enttäuscht: „Es ist natürlich nicht cool zu wissen, dass, wenn eine Sache schiefläuft, man vielleicht schon raus ist“, sagt sie. Aber als die dauer-motivierte Selbstoptimiererin, die sie ist, kann sie selbst dem schlechten Feedback noch etwas abgewinnen: „Alles passiert aus einem Grund“, sinniert sie in die Kamera und kündigt an, die schlechte Leistung später auf dem Laufsteg wieder herausholen zu wollen.

Ich als Zuschauerin bin derweil beruhigt, dass zumindest Elisa noch einen Sinn in Heidi Klums komplett inhaltsleerer Model-Show zu sehen scheint, ich suche den nämlich bei Germany’s Next Topmodel noch vergeblich. Nun ja, von den millionenschweren Produktplatzierungen in jeder Folge mal abgesehen.

Ein Lichtblick für Elisa ist dann, dass sie zu den wenigen Auserwählten gehört, die zu einem Opel-Casting eingeladen werden. Der Autohersteller sucht ein Model für seine Social-Media-Kampagne und fordert die Kandidatinnen dafür auf, ihre persönliche Geschichte zu erzählen und parallel einen Kleinwagen in hässlichstem froschgrün zu bewerben.

Elisa hat nichts zu sagen

Jetzt offenbart sich auch Elisas größtes Problem: Sie hat keine Geschichte. Planlos ums Auto herumstreifend erzählt sie etwas von Hatern und dass sie eine unabhängige Frau ist und – halten Sie sich fest – sie auch verrückt sein kann. Die Caster von Opel sind nicht überzeugt. Der Job geht an Mit-Kandidatin Ashley, die im Gegensatz zu ihren Konkurrentinnen tatsächlich etwas beizutragen hat und von Rassismuserfahrungen und ihrem Ziel, als Juristin bei der Uno zu arbeiten, erzählt.

Bei Elisa steigt daraufhin die Sorge, ob mit dem verlorenen Job ihre Zeit bei GNTM ein Ende haben könnte. „Es wird für mich richtig eng diese Woche“, erklärt sie.

Umso mehr Energie steckt sie in ihren Walk, der in dieser Woche von Berliner Techno-Clubs inspiriert ist und mich ob der schwarzen Lack- und Lederkostüme als Zuschauerin zwischen Bewunderung und Fremdschämen zurücklässt – ein vertrautes Gefühl inzwischen.

Und tatsächlich liefert Elisa hier gewohnt ab – sowohl beim Tanzen vorm DJ-Pult als auch beim anschließenden Walk über den Laufsteg.

Muss Elisa die Show verlassen?

Trotzdem macht Heidi Klum es spannend und lässt bei der Eliminierung Elisa als letzte antanzen. Dass sie nicht nach Hause gehen muss, verrät dann jedoch ausgerechnet der Werbeblock, der die Angelegenheit eigentlich noch spannender machen sollte.

In einer Vorschau auf die nächste Folge kündigt Heidi Klum an, dass es nun erst um den Einzug in die Top Ten geht. Würde Elisa die Show verlassen, würde die Top 10 der GNTM-Kandidatinnen schon in dieser Folge stehen.

Und tatsächlich läuft es nach dem Werbeblock besser als befürchtet: Zwar mahnt sie Heidi Klum für ihre schlechte Leistung beim Video-Shooting ab, eröffnet ihr aber wenig später, dass sie mit ihrer Leistung auf dem Laufsteg die beste der Gruppe war – was sie in die nächste Runde rettet.

Und Elisa hat wieder was draus gelernt: „Jetzt ist mir ganz wichtig, in der nächsten Woche wieder mein altes Ich zu zeigen“, verkündet sie. Die Möglichkeit bekommt sie auch, wie die Vorschau zeigt. Darin posiert sie mit einem knallroten Blumenkranz ums Gesicht, der sie aussehen lässt, wie jemand, der auf einem Korallenriff eingeschlafen und langsam ins Riff eingewachsen ist. Juhu.

Über die Autorin
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In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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Marie Ahlers

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