Der Fredenbaum-Park soll sich verändern - erste Projekte sind in Arbeit

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Der Fredenbaum-Park ist die grüne Lunge der Nordstadt. Aber er ist in die Jahre gekommen. Deshalb will die Stadt kräftig in den historischen Stadtpark investieren. Das sind die Pläne.

Dortmund

, 17.11.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das große Lichterspektakel mit Mittelalter-Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr Corona-bedingt aus. Im Fredenbaum-Park geht es deshalb in diesem November eher ruhig zu.

Aber es wird durchaus gearbeitet. In der Nähe des Eingangs Beethovenstraße setzten Auszubildende des Grünflächenamtes am Montag (16.11.) in einem großen frisch angelegten Beet 15.000 Tulpenzwiebeln - ein Geschenk des Freundeskreises Fredenbaum-Park.

15.000 Tulpenzwiebeln - gestiftet vom Freundeskreis Fredenbaum - wurden von Auszubildenden des städtischen Grünflächenamtes gepflanzt.

15.000 Tulpenzwiebeln - gestiftet vom Freundeskreis Fredenbaum - wurden von Auszubildenden des städtischen Grünflächenamtes gepflanzt. © Oliver Volmerich

„Wir wollen den ganz Park aufblühen lassen“, gab Heiko Just vom städtischen Grünflächenamt als Motto aus. Und das bezieht sich nicht nur auf die Tulpen, die im nächsten Frühjahr blühen sollen.

Die Stadt bastelt an einem Entwicklungskonzept für den knapp 66 Hektar großen Fredenbaum-Park, der mit einer rund 140-jährigen Geschichte der älteste Stadtpark Dortmunds ist. Der Auftrag dazu ist Bestandteil des städtischen Corona-Exit-Programms, das der Rat am 17. Dezember beschließen soll.

Was hat der Fredenbaum-Park mit Corona zu tun? Das „Rauskommen“ habe sich in der Corona-Zeit zu einem besonderen Bedürfnis der Menschen entwickelt, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für die Politik. „Und der Fredenbaum-Park ist für Natur und Erholung ein ganz wichtiger Anlaufpunkt für die Nordstadt und darüber hinaus“, stellt Heiko Just fest.

Ein Stufenkonzept ist in Arbeit

Mit dem neuen Konzept wolle man auch „die unterschiedlichsten Menschen im Park aufblühen lassen“, heißt es dazu geradezu poetisch in der Aufgaben-Beschreibung des Grünflächenamtes. Anfang 2021 sollen das Stufenkonzept „mit einer Vielzahl kurz-, mittel- und langfristiger Einzelmaßnahmen und der Finanzbedarf vorgestellt werden.

Erste Ideen gibt es bereits. So soll der Bereich der Konzertmuschel sowohl barrierefrei als auch Corona-fit gemacht werden. Die alten Holzbänke für die Zuschauer werden für rund 100.000 Euro ausgetauscht. Die Sitzbank-Reihen sollen mit größerem Abstand platziert werden. Dabei werden auch spezielle Plätze für Rollstuhlfahrer und eine Induktionsschleife geschaffen, über die Hörgeschädigte die Möglichkeit haben, Veranstaltungen über ihr Hörgerät zu verfolgen.

Der Konzertpavillon im Fredenbaum-Park soll überarbeitet werden.

Der Konzertpavillon im Fredenbaum-Park soll überarbeitet werden. © Oliver Volmerich

Der Zuschauerbereich soll insgesamt erweitert werden. Im hinteren Bereich ist ein Rasenhügel geplant, auf dem man im Sitzen oder Stehen die Veranstaltungen verfolgen kann. Und auch eine Überdachung mit Wetterschutz ist geplant.

Nebenan soll die Festwiese ebenfalls für Events fit gemacht werden. Und das Rosenbeet vor der Schmiedingslust wird sich in eine Brunnenanlage verwandeln, kündigt Jost an. Schon jetzt werden neue Sitzbänke installiert, die mit unterschiedlichen Sitzhöhen für verschiedenen Altersgruppen konzipiert sind.

Teichsanierung wird schwierig

Eine schwierige Aufgabe ist die Sanierung des großen Teiches. Er muss entschlammt, der Uferbereich überarbeitet werden. Das Problem ist: Der See ist mit Grundwasser gespeist. Und der Grundwasserspiegel ist durch die Trockenheit in den letzten Jahren deutlich gesunken. Mögliche Lösungen werden derzeit untersucht, berichtet Jost. Auch die Kosten müssen noch ermittelt werden.

Eine der Brücken am Teich ist bereits saniert worden. Klar ist, dass auf dem Teich weiter Boote fahren sollen. Es ist geplant, neue Tretboote zu beschaffen, davon mindestens eins, das auch für Rollstuhlfahrer nutzbar ist.

Barrierefreiheit ist generell ein wichtiges Ziel bei der Umgestaltung des Parks. Dazu gab es im vergangenen Sommer bereits einen Rundgang mit Vertretern des Inklusionsbeirats, erklärt Jost. Und auch der Freundeskreis Fredenbaum ist eng in die Erarbeitung des neuen Konzepts eingebunden.

Wünsche des Freundeskreises werden eingebracht

Mit dem Konzept würden viele Wünsche des Freundeskreises aufgegriffen, freut sich der Vorsitzende Dr. Wilhelm Grote. Er begrüßt auch, dass das Grünflächenamt einen eigenen Betriebshof im Fredenbaum-Park einrichten und einen Parkleiter einsetzen will. „Bislang hat uns ein fester Ansprechpartner für unsere Anliegen gefehlt“, erklärt Grote. Und man hatte den Eindruck, dass der Fredenbaum-Park etwas stiefmütterlich behandelt werde.

Die Parkfreunde wollen sich auf jeden Fall selbst bei der Umgestaltung engagieren - wie mit der Blumenzwiebel-Spende. „Sie gehört zu einem Fünf-Jahres-Plan, den wir entwickelt haben“, berichtet Grote. Stadt und Freundeskreis hätten ein gemeinsames Interesse - den Park in jeder Hinsicht aufblühen zu lassen.

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