Der „Doerpener“ ist der erste echte Dortmunder Whisky

dzGastronomie in Dortmund

Gerste aus Dortmund, gebrannt in Dortmund und nur im Dortmunder Süden im Verkauf – das ist der erste Dortmunder Whisky: der „Doerpener“.

Höchsten

, 30.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Luftlinie sind es gerade einmal 500 Meter vom Restaurant Overkamp auf dem Höchsten bis zur Dinsing Brennerei in Wichlinghofen. Zwei alteingesessene Betriebe, die schon seit mehr als 150 Jahren miteinander Geschäfte machen.

Jetzt haben zwei innovative Köpfe ihre Ideen zusammengeschmissen. Herausgekommen ist ein bislang einmaliges Getränk. Gut, nicht von der Sorte, aber von der Herkunft. Ein echter Dortmunder Whisky. Mit Rohstoffen aus Dortmund, gebrannt in Dortmund, gelagert in Dortmund und nur in Dortmund im Verkauf. Wie kommt man auf so eine Schnapsidee?

Dirk Dinsing (l.) und Günther Overkamp vor einem der Whisky-Fässer.

Dirk Dinsing (l.) und Günther Overkamp vor einem der Whisky-Fässer. © Overkamp

„Die Idee ist schon fünf Jahre alt“, sagt Günter Overkamp. „Ich wollte schon immer einen eigenen Whisky anbieten“, sagt der Gastronom. Und da nur wenige hundert Meter entfernt vom Restaurant Overkamp die Brennerei Dinsing ihre alkoholischen Produkte herstellt, brauchte es keine große Überredungskunst, um Inhaber Dirk Dinsing vom „Whisky-Projekt“ zu überzeugen.

Doerpener Whisky kommt mit Zutaten aus der Region aus

Ein Top-Produkt mit regionalem Ursprung sollte es werden. Das hat auch funktioniert, zumindest fast. Alle Zutaten kommen aus der Region. Nur die Fässer, in denen das Getränk drei Jahre reifen musste, kommen nicht aus Dortmund, sondern aus Frankreich. Von den Ufern der Loire. Alte Rotweinfässer, von denen der Dortmunder Whisky seine goldene Farbe bekommen hat.

In speziellen Gläsern wird der Whisky bei Overkamp ausgeschenkt.

In speziellen Gläsern wird der Whisky bei Overkamp ausgeschenkt. © Overkamp

Spannend, sagt Günther Overkamp, sei es gewesen, den Reifeprozess zu verfolgen. „Aber der Dirk, der kann so etwas.“ Vier Fässer sind es am Ende geworden. Rund 500 Flaschen, die nun das Overkamp-O auf dem Etikett tragen. Und wie schmeckt er, der gute Tropfen aus Dortmund? Weich, sehr weich. Ähnlich wie ein guter Cognac.

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„Whisky-Freunde dürfen sich auf sein charismatisches Aroma mit feinen Spuren von Honig und Karamell freuen“, steht in der Beschreibung. 40 Umdrehungen (wie man hierzulande sagt) hat der „Doerpener“, der, als er in die Fässer gefüllt wurde, noch nicht wusste, wie er am Ende heißen würde.

Eine alte Rechnung zeigt, dass Overkamp und Dinsing schon vor über 150 Jahren geschäftliche Beziehungen pflegten.

Eine alte Rechnung zeigt, dass Overkamp und Dinsing schon vor über 150 Jahren geschäftliche Beziehungen pflegten. © Jörg Bauerfeld

Eine Flasche Doerpener kostet 39,50 Euro

Dass es am Ende „Doerpen“ wurde, ist auf Günther Overkamps Mist gewachsen. „Der Name soll noch einmal die Wurzeln des Getränks unterstreichen“, sagt Günther Overkamp. Und er kommt gut an, der „Doerpener“.

39,50 Euro kostet die Flasche. Nicht gerade wenig, aber schließlich gibt es dafür einen echten Single Malt aus Dortmunder Produkten. Die Flaschen sind einzeln nummeriert, auch das jeweilige Fass ist auf dem Etikett vermerkt. Bei Overkamp, Am Ellberg 1, gibt’s den Whisky, ebenso wie bei der Brennerei Dinsing, Sauerländer Straße 29.

Mehr Infos

Das ist ein Single Malt und Verkauf

  • Mit „Single Malt“ werden Whiskys bezeichnet, die aus einer einzigen Brennerei sind, also keinen Verschnitt aus mehreren Whiskysorten aufweisen (daher Single, deutsch: einzeln).
  • Außerdem wird als Getreide ausschließlich gemälzte Gerste verwendet.
  • www.overkamp-dortmund.de
  • www.kornbrennerei-dinsing.de

Geschmacksvorgaben gab es im Übrigen bei der Herstellung keine, man habe einfach mal abgewartet, was dabei herauskommt. „Es ist ein Whisky geworden, den man nicht einfach so runterknallt, sondern der durch seine Weichheit richtig gut zu genießen ist“, sagt Overkamp. Beispielsweise auch als Digestif. Klar, dass der „Doerpener“ auch schon seinen Platz auf der Speisekarte im Haus Overkamp gefunden hat.

Und wie geht es nun weiter mit dem Dortmunder Whisky? Fließend sozusagen. Die nächste Dortmunder Gerste ist schon lange gebrannt und lagert in den Rotweinfässern von der Loire.

Dann wird es demnächst einen weiteren Jahrgang des „Doerpeners“ geben. Dem ersten reinen Dortmunder Whisky. Nach einer Idee von und ausgeschenkt bei Overkamp – und gebrannt und gelagert bei der Brennerei Dinsing.

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