Für einen der wenigen Querdenker, den im Vorfeld angekündigten Artur Helios, gab es Ärger mit der Polizei. © Oliver Schaper
Gegenprotest und Platzverweis

Demo-Verbot: Polizei sperrt Friedensplatz und Hansaplatz mit Gittern ab

Nach dem Demo-Verbot für die „Querdenken“-Bewegung war die Dortmunder Polizei mit vielen Einsatzkräften auf das Schlimmste vorbereitet. Auch in einem äußeren Stadtteil gab es einen Einsatz.

Es war als ganz großes Ding angekündigt: Die „Querdenken“-Bewegung wollte am Sonntag (25. April) in Dortmund demonstrieren.

Doch das Vorhaben wurde am Freitag von der Stadt aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt. Dennoch war am Sonntag viel Polizei in der Innenstadt. In anderen Städten kam es trotz Versammlungsverboten zu Ausschreitungen.

Die ursprünglich geplanten Versammlungsorte – der Friedensplatz und der Hansaplatz – wurden mit sogenannten Hamburger Gittern abgesperrt, Polizeibeamte kontrollierten jede Person, die sie passieren wollte. Bei einer Kontrolle unseres Reporters drängten Beamte darauf, Bildmaterial einzusehen. Im Anschluss gab es noch den Appell, Aufnahmen von der Polizei zu unterlassen.

Trotz des Verbots der „Querdenken“-Veranstaltung sammelten sich gegen 14 Uhr rund 50 Menschen zu einer Gegendemonstration unter dem Titel „Gegen Corona-Leugnung, Verschwörungsideologen und Antisemitismus“. Zunächst taten sie dies auf dem Alten Markt, aber da es auf dem benachbarten Hansaplatz ruhig blieb, durfte die Kundgebung dorthin umziehen.

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Verbotene Versammlungen, Platzverweise und viel Polizei

Norbert Dahmen, Rechts- und Ordnungsdezernent der Stadt Dortmund, war auch vor Ort und machte sich ein Bild von der Lage. Er erklärte, dass die Gegendemo stattfinden dürfe, weil die Teilnehmenden sich an die Auflagen halten und die „Querdenker“ erfahrungsgemäß nicht.

Platzverweis für Querdenker

Von deren Seite gab es am Sonntag kaum Lebenszeichen. Eine kleine Gruppe rund um den als Redner angekündigten Artur Helios zeigte sich später dann doch noch in der Innenstadt. Helios machte in der Vergangenheit mit radikalen und gewaltverherrlichenden Äußerungen auf sich aufmerksam, bei einer Versammlung im Oktober zeigte er den Hitlergruß.

Die neunköpfige Gruppe geriet gegen 14.50 Uhr auf dem Alten Markt in eine Polizeikontrolle, weil die Personen keine Masken trugen.

Helios diskutierte lautstark mit der Polizei, er wolle nur seinen Geburtstag feiern und Kaffee trinken, so seine Erklärung. Die Polizei wertete die kleine Gruppe jedoch als Versammlung. Helios bekam einen Platzverweis und wurde von der Polizei und seiner Entourage zu seinem geparkten Auto begleitet, mit dem er die Innenstadt verließ.

Die Gegendemo wurde gegen 16 Uhr beendet. Letztendlich war es ein ruhiger Sonntag in der Dortmunder City. In Hombruch hat es laut Polizei eine verbotene „Querdenken“-Ansammlung mit 15 Personen gegeben. Gegen elf Personen gab es Platzverweise und Ordungswidrigkeitsverfahren.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
1990 im Emsland geboren und dort aufgewachsen. Zum Studium nach Dortmund gezogen. Seit 2019 bei den Ruhr Nachrichten. Findet gerade in Zeiten von Fake News intensiv recherchierten Journalismus wichtig. Schreibt am liebsten über Soziales, Politik, Musik, Menschen und ihre Geschichten.
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