Demo-Parade: 100 Teilnehmer legen Verkehr im Kaiserviertel lahm

dzVerkehr in Dortmund

Anlässlich des internationalen „Parking Days“ haben rund 100 Menschen im Kaiserviertel unter dem Motto „Mehr Platz für Mensch“ demonstriert. Die Teilnehmer hatten klare Forderungen.

Dortmund

, 18.09.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den internationalen Parking Day gibt es seit dem Jahr 2005. Er ist ein Aktionstag zur Re-Urbanisierung von Innenstädten. Zu diesem Anlass haben sich am Freitagnachmittag (18.9.) rund 100 Menschen Parkplatz des Landgerichts Dortmund an der Kaiserstraße versammelt. Darunter waren Eltern mit ihren Kindern, Fahrradfahrer, Rollstuhlfahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Nachbarschaftsinitiative KA!SERN hatten zu einer Parade eingeladen. Bevor die Parade losging, wurden Masken verteilt und auch eine Kontaktliste, um mögliche Infektionsketten nachverfolgen zu können. Sowohl das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wie auch das Eintragen in die Liste waren freiwillig.

Viele Teilnehmer der Parade bastelten ihre eigenen Schilder und Plakate.

Viele Teilnehmer der Parade bastelten ihre eigenen Schilder und Plakate. © Julien März

Die Parade ging rund anderthalb Stunden. Die Teilnehmer zogen von der Kaiserstraße über die Bismackstraße, Kronprinzenstraße, Moltkestraße und Arndtstraße bis zum Kaiserbrunnen. Einsatzkräfte der Polizei sorgten für einen geregelten und sicheren Ablauf.

Zu wenig Platz für Fußgänger und Fahrradfahrer

Der VCD setzt sich für eine Verkehrswende ein und will diese mitgestalten, aber auch für mehr Rücksicht im Verkehr werben. Lorenz Redickern vom VCD forderte, „den Platz zwischen den Häusern gerechter zu verteilen“. Seiner Meinung nach gebe es viel Platz für Autos - Fußgänger und Radfahrer würden aber auf der Strecke bleiben.

Siegrid Mues ist mit ihren Kindern zu der Parade gekommen. Sie wünscht sich mehr Platz für Zebrastreifen und bessere Ampelanlagen, um den Verkehr für Kinder sicherer zu gestalten.

Ein anderer Teilnehmer der Parade, Christian Hassinger, ist zwar selbst kein Anwohner des Kaiserviertels, aber arbeitet dort. Er fährt jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit und stört sich an den vollgeparkten Straßen. Hassinger findet die Aktion der Nachbarschaftsinitiative gut und möchte diese unterstützen. Er äußert den Vorschlag von Quartiers-Parkplätzen, um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

Die zentrale Forderung der Teilnehmer: "Mehr Platz für Mensch!"

Die zentrale Forderung der Teilnehmer: "Mehr Platz für Mensch!" © Julien März

„Straßen sind für alle da“

Katja Subelloc von der Nachbarschaftsinitiative KA!SERN fasst ihre Forderung kurz zusammen: „Straßen sind für alle da, mehr Platz für Mensch!“ Man solle vor allem Fahrradwege besser kennzeichnen, sagt sie. Aber eins stellte sie, wie auch andere Teilnehmer der Parade, klar: „Wir sind nicht gegen Autos.“ Stattdessen soll der Verkehr für alle sicher sein und genau da sieht Subelloc Handlungsbedarf.

Auf einem Info-Zettel für Teilnehmende ist zu lesen: „Dies ist keine politische, sondern eine nachbarschaftliche Parade, die humorvoll darauf aufmerksam macht, dass der öffentliche Raum bunt, vielfältig und für alle Verkehrsteilnehmer nutzbar sein sollte.“

Lesen Sie jetzt