2500 Besucher kamen am Sonntag zum Rosenfest im Westfalenpark. Das Bild stammt aus Vor-Corona-Zeiten, aus dem Jahr 2019. © Nils Foltynowicz (Archivfoto)
Rosenfest

Dauerkarten-Inhaber darf nicht in Westfalenpark: „Eine Unverschämtheit“

Es war die erste Großveranstaltung des Jahres im Westfalenpark: 2500 Besucher kamen am Sonntag zum Rosenfest. Doch mancher Stammgast in Dortmunds größtem Park musste draußen bleiben.

Dieter Büker ist sauer: Seit rund 30 Jahren hat der 81-jährige Dortmunder eine Jahreskarte für den Westfalenpark. Doch so etwas wie vergangenen Sonntag habe noch nie erlebt, sagt Büker.

Als er an diesem sonnigen Vormittag am Park-Eingang an der Baurat-Marx-Straße ankam, stauten sich dort Menschen, die „einen aufgeregten und ratlosen Eindruck machten“, wie er erzählt.

„Ein freundlicher junger Mann hinter einem Tisch versperrte den Eingang und fragte nach unserem Ticket“, berichtet Büker. „Ohne zu verstehen, was er wollte, habe ich ihm unsere Dauerkarten und unsere Impfausweise gezeigt.“ Doch die halfen den Bükers nicht.

Denn im Westfalenpark stieg dessen erste Großveranstaltung des Jahres, das Rosenfest. Um an diesem Tag in den Westfalenpark zu gelangen, hatte man im Vorfeld ein Extra-Ticket im Internet lösen müssen, auch Dauerkarten-Inhaber. Wer das nicht getan hatte, musste draußen bleiben – so auch die Bükers.

„Unverschämtheit“ oder Notwendigkeit?

„Ich empfinde es als unmögliches Verhalten der Parkleitung und der Stadt, Menschen vor vollendete Tatsachen zu stellen und anstelle ihrer normalen Eintrittskarten von ihnen einen im Internet gekauften Schein per Handy zu verlangen“, regt sich Dieter Büker gegenüber unserer Redaktion auf. „Ein solches Verhalten ist eine Unverschämtheit den Parkbesuchern gegenüber.“

Das sieht Marc Büchsenschütz ganz anders. Der Programmleiter des Westfalenparks weist Bükers Kritik im Gespräch mit unserer Redaktion freundlich, aber bestimmt zurück.

„Wir durften wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen nur maximal 2500 Besucher in den Park lassen“, sagt Büchsenschütz. Das habe man nur über das Extra-Ticket gewährleisten können, worauf man im Vorfeld auch hingewiesen habe – genauso wie auf die Tatsache, dass es aus Coronaschutz-Gründen keine Tageskasse gebe.

Gratis-Tickets auch per Post verschickt

Für Jahreskarten-Inhaber waren diese Tickets kostenlos. Am Sonntagvormittag gegen 9.30 Uhr waren auch die letzten Restkarten weg – „wir waren ausverkauft.“

Jahreskarten-Besitzer, die nicht so firm mit dem Internet sind und die sich telefonisch beim Park meldeten, habe man in den Tagen davor die Gratis-Tickets ausgedruckt und zugeschickt, berichtet Büchsenschütz. Das seien zwischen 10 und 100 gewesen, „wir haben keine Strichliste geführt“.

Büchsenschütz ist zufrieden mit der Corona-Ausgabe des Rosenfestes: „Die Atmosphäre war gut.“ An rund 75 Ständen zwischen Flamingo-Teich, Buchmühle und Florianturm konnten sich die Besucher mit allem für ihren Garten eindecken.

Beim Rosenfest 2022 hofft der Park-Programmleiter, dass sich Situationen wie die von Dieter Büker nicht wiederholen. „Wenn wir keine Corona-Beschränkungen mehr haben, können wir dann Jahreskarten-Inhaber wieder wie gewohnt einfach in den Park lassen.“

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Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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