Dating-Masche: Kriminalpolizei stellt Betrügern in Dortmund eine Falle

Polizei Dortmund

Betrüger versuchen über Dating-Portale eine Beziehung aufzubauen, um dann nach Geld zu fragen. Diese Masche ist in Dortmund für den Betrüger nach hinten los gegangen – es ging um 51.000 Euro.

Dortmund

08.09.2020, 21:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Internet versuchen Betrüger sich eine Beziehung mit ihren Opfern aufzubauen, um nach Geld zu fragen.

Im Internet versuchen Betrüger sich eine Beziehung mit ihren Opfern aufzubauen, um nach Geld zu fragen. © picture alliance / Silas Stein/d

Sie versprechen die große Liebe und wollen tatsächlich nur Geld: Über Online-Partnerbörsen versuchen international arbeitende Banden mit geschickter Kommunikation an meist einsam lebende Menschen heranzukommen.

Eine Frau durchschaute die Strategie, informierte die Polizei und stellte mit ihr den Betrügern eine Falle, berichtet die Polizei Dortmund.

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Über mehrere Monate soll eine Bande versucht haben, mit Online-Kontakten Vertrauen aufzubauen, um dann Kasse zu machen. Am Dienstagmorgen (8. September) haben die Täter dann geglaubt, ihr Opfer so weit manipuliert zu haben, dass ihnen in Dortmund 51.000 Euro für „wichtige Geschäftsprojekte“ übergeben werden. Doch die Rechnung ging nicht auf.

Falle am Hauptbahnhof

Eine 51-jährige Frau soll sie in Absprache mit der Dortmunder Kriminalpolizei in eine Falle gelockt haben und stellte sich dafür gegen 9 Uhr mit einer Handtasche für eine Geldübergabe vor den Hauptbahnhof. Erst erschien ein Tatverdächtiger – und dann die Polizei.

Der 45-jährige Nigerianer, der für die Geldübergabe aus einer Stadt bei Amsterdam angereist war, wurde sofort festgenommen. Die Polizei stellte außerdem mehrere Mobiltelefone sicher und ermittelt gegen weitere Tatverdächtige.

Tatsächlich sollen laut der Polizei immer wieder Betrugsopfer auf die auch „Romance Scam“ oder „Lovescamming“ genannte Betrugsmasche hineinfallen. Anders als beim „Enkeltrick“ sind die Opfer nicht ausschließlich im Seniorenalter, sondern deutlich jünger. Häufig sind sie einsam. Das Internet ist für sie ein Medium in die Außenwelt. Wo die große Liebe warten könnte.

Mail-Kontakt über anderthalb Jahre

Auch die in vielen Fällen von Nigeria oder osteuropäischen Ländern aus agierenden Tätergruppen suchen den Kontakt – jedoch nicht, um einen Partner oder eine Partnerin fürs Leben zu finden, sondern um erst die Herzen und dann die Geldbörsen zu öffnen.

Der Mail-Verkehr über das Internet erstreckt sich in Einzelfällen sogar über anderthalb Jahre, bevor die Täter an Mitgefühl und Hilfsbereitschaft der großen Liebe appellieren – um dann nach große Geldbeträgen zu bitten. Vorher täuschen die Täter eine Notlage vor: Das Geld werde, zum Beispiel, dringend für ein Krankenhaus in Afrika benötigt, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Die Dortmunder Kriminalpolizei warnt: „Sobald nach Kontakten in einer Partnerschaftsbörse die Forderung nach Geld kommt, ist absolute Vorsicht geboten. Überweisen oder übergeben Sie in solchen Fällen niemals Geld - informieren Sie besser die Polizei, ohne dass ein angeblicher Partner davon erfährt.“

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