Das Notruf-Wunder

DORTMUND Ein Feuerwehrmann hat in Dortmund einer 32-Jährigen das Leben gerettet: Die Frau wählte nach einem Schlaganfall den Notruf 112, konnte aber nicht sprechen, legte verzweifelt auf. Disponent Dirk Bollenberg (46) erkannte den Ernst der Lage dennoch: Er rief zurück und schickte den Notarzt.

von Von Andreas Wegener

, 31.07.2008, 01:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Katharina Tröder dankt Retter Dirk Bollenberg (l.) und Rasmus Hasse.

Katharina Tröder dankt Retter Dirk Bollenberg (l.) und Rasmus Hasse.

Katharina Tröder besuchte am Mittwoch in der Hauptwache ihren Lebensretter.  "Wenn Sie nicht so besonnen reagiert hätten, wäre ich heute vielleicht nicht hier."

Die außergewöhnliche Geschichte geschah am 26. März um 9 Uhr. "Dass die Anrufer sich nicht melden, passiert ziemlich oft", sagt der erfahrene Feuerwehr-Mann. Aber was war dieses Mal anders? "Es war so ein Gefühl. Ich habe gleich zurückgerufen, die Nummer der Anrufer bekommen wir ja eingeblendet." Doch Katharina Tröder bleibt stumm. Da hat Dirk Bollenberg eine Idee: "Wenn Sie Hilfe brauchen, aber nicht sprechen können, klopfen Sie bitte einmal auf den Hörer!" Sekunden vergehen. Da ist es: ein leises Klopfzeichen.Lebenslust nicht verloren Kollege Rasmus Hasse recherchierte die Adresse, schickte Notarzt und Rettungswagen los. Der 46-Jährige blieb in der Leitung, versuchte, die Patientin zu beruhigen. Inzwischen geht es ihr besser. Wenn ihre Stimme auch noch stockt, der Arm taub ist, und das Gehen schwer fällt: "Eigentlich geht es mir schon wieder ganz gut." Die Lebenslust hat die 32-Jährige nicht verloren. Auf die Loveparade ist sie mit dem Rollstuhl gefahren.

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