"Das Ding sollte man abreißen"

23.07.2008, 16:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Löttringhausen Die Diskussion um die Reinigung und den Erhalt des Kriegerdenkmals in Löttringhausen (wir berichteten) treibt Ernst Giesing aus Kirchhörde die Zornesröte ins Gesicht: "Das Ding sollte man abreißen", kritisierte er gestern den "Kult" um das verwitterte Ehrenmal.

"Das Ehrenmal ist von den Nationalsozialisten eröffnet worden. Ich erinnere mich noch genau daran: Das war die Sensation an einem Sonntag", so der Kirchhörder, der daran erinnert, dass später 200 Meter weiter in einer Baracke unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeiter leben mussten. "Warum gibt es dafür kein Mahnmal"?, fragt Giesing.

Die Nationalsozialisten hätten die Eröffnung des Mahnmals mit ihrem Ortsgruppenleiter für Hombruch und Barop an der Spitze für einen großen Aufmarsch genutzt. Ernst Giesing erlebte das Ereignis an der Hand seiner Tante, die im "Bund deutscher Mädel" (BDM) aktiv war.

"Mir kommt das Grauen, wenn ich mich an diese Eröffnungszeremonie erinnere, und es ist mir vollkommen unverständlich, dass ein Pfarrer an diesem Ort das Vater Unser beten kann", so der gebürtige Kirchhörder, der im Männerkreis der evangelischen Kirche aktiv ist, aber seine Privatmeinung äußert.

Für die Reinigung eingesetzt hatte sich u. a. CDU-Ratsvertreterin Barbara Menzebach, die im November 2007 in Löttringhausen mit den Worten "Erinnerungsarbeit ist Friedensarbeit" zur Gedenkfeier am Volkstrauertag aufgerufen hatte. ban

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