Das Coronavirus lässt geplagte Anwohner eines Dortmunder Schulhofs endlich ruhig schlafen

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Seit Monaten sehnen sich Anwohner eines Dortmunder Schulhofs nach einer ungestörten Nachtruhe. Ausgerechnet das Coronavirus erfüllt ihnen jetzt diesen Wunsch.

Bövinghausen

, 26.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Dezember 2019 war die Verzweiflung so groß, dass Anwohner einer Dortmunder Schule Hilfe bei der Bezirksvertretung Lütgendortmund suchten. Ihr Appell an die Kommunalpolitiker: „Wir möchten endlich wieder schlafen können.“

Ein junger Familienvater berichtete damals von lebhaften Gruppentreffen auf dem Schulhof an der Uranusstraße in Bövinghausen. „Die betrinken sich, hören laute Musik und fahren schon mal mit ihren Autos auf den Hof. Und das bis zum frühen Morgen.“ An Schlaf sei da nicht zu denken.

Eine Lösung für das Problem schien schnell gefunden: Zumindest an den Wochentagen sollten Mitarbeiter des benachbarten Jugendtreffs das Schultor schließen, um die ungebetenen Gäste fernzuhalten.

Nach der Corona-Krise will die Bövinghauser Bezirksvertreterin Karin Neumann die Situation auf dem Schulhof wieder im Auge behalten.

Nach der Corona-Krise will die Bövinghauser Bezirksvertreterin Karin Neumann die Situation auf dem Schulhof wieder im Auge behalten. © (A) Stephan Schütze

„Anfangs hatten wir das Gefühl, dass es besser geworden ist und wir etwas erreicht konnten“, berichtet der Familienvater am Mittwoch (25.3.) auf Anfrage dieser Redaktion. Doch Anfang März habe sich die Situation wieder verschlechtert.

Coronavirus sorgt für gespenstische Ruhe auf dem Spiel- und Schulhof

„Die Tore waren abends wieder geöffnet, es folgten laute Nächte“, berichtet der Anwohner. Am Samstag (14. 3.) sei sogar die Polizei vor Ort gewesen.

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Seitdem die NRW-Landesregierung aber am 17. März zur Eindämmung der Corona-Epidemie alle Spiel- und Bolzplätze schließen ließ, herrsche geradezu gespenstische Ruhe auf dem Spiel- und Schulhof. „Die Tore sind geschlossen, niemand macht dort mehr Party“, berichtet der Anwohner.

Schützenhilfe durch das Coronavirus fühlt sich komisch an

Dass ausgerechnet die Corona-Krise für die ersehnte Nachtruhe sorge, fühle sich schon komisch an, räumt der Familienvater ein. Andererseits brauche er mehr denn je seinen Schlaf, weil der Nachwuchs seine Frau und ihn tagsüber ordentlich auf Trab hielten.

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Auch die Bövinghauser Bezirksvertreterin Karin Neumann (CDU) hat beobachtet, dass sich die nächtliche Situation auf dem Schulhof der Freiligrath-Grundschule kurz vor der Corona-Krise wieder zugespitzt hatte.

Bezirksvertreterin will sich nach der Krise um das Problem kümmern

Die Kommunalpolitikerin wohnt ganz in der Nähe der Schule. Sie war es auch, die die Idee hatte, den Jugendtreff um Unterstützung zu bitten. Sobald die Krise überstanden sei, verspricht Karin Neumann, wolle sie sich erneut um das Problem kümmern.

Bis dahin können die Anwohner erstmal ruhig schlafen. Und das sollten sie trotz der „Schützenhilfe“ durch das Coronavirus ohne schlechtes Gewissen tun.

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