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Das bringen die die Schwerpunktkontrollen gegen Schwarzfahrer von DSW21 und Polizei

dzNahverkehr in Dortmund

Regelmäßig gibt es Schwerpunktkontrollen von DSW21 und Polizei, um Schwarzfahrten und andere Delikte aufzudecken. Aber was bringen diese Kontrollen in U-Bahnen und Haltestellen eigentlich?

Dortmund

, 16.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Seit genau zehn Jahren gibt es das Konzept „Sicherheit in Bus und Bahn“, kurz SiBB, in Dortmund. Bis zu einmal im Monat stehen Fahrausweisprüfer, Polizisten und zum Teil auch Ordnungsamtsmitarbeiter an unterschiedlichen Haltestellen.

Zuletzt gab es eine größere Kontrolle am 24. Januar an der Haltestelle Stadthaus. Thomas Lehmann hat den Einsatz an diesem Tag beobachtet.

Fahrgast äußert Kritik an der Effektivität der Ticket-Kontrolle im Januar

Kontrolliert werden Fahrgäste, die den Bahnsteig betreten – damit sind schon mal vier Kontrolleure beschäftigt. Die restlichen 21 Kontrolleure erledigen Ihre nutzvolle Tätigkeit, in dem sie Aus- und Umsteiger kontrollieren.

Natürlich nur mit geringem Erfolg, denn mit ihren gelben Warnwesten sind sie beim Einfahren der Züge aus diesen gut genug zu erkennen, um jedem Schwarzfahrer zu signalisieren: nicht aussteigen, sondern weiterfahren. Ergebnis: in 20 Minuten wird ein Delinquent dingfest gemacht.“

Die Quote der entdeckten Schwarzfahrer ist deutlich höher als sonst

Der Dortmunder stellt die Frage nach Kosten und Nutzen dieser Einsätze. Wir haben das an DSW21 weitergegeben. Dort, sieht man den Erfolg von „Sicherheit in Bus und Bahn“ naturgemäß anders. „Wir haben in jedem Fall eine deutlich höhere Schwarzfahrer-Quote als sonst bei unseren Kontrollen“, sagt Britta Heydenbluth, Sprecherin für den Nahverkehr bei DSW21.

Im Jahresschnitt liegt der Anteil der entdeckten Schwarzfahrer bei 2,3 Prozent. Bei den vier Schwerpunktterminen beträgt die Quote laut Britta Heydenbluth im Durchschnitt 5,2 Prozent. Die Polizei vermeldet nach solchen Schwerpunkteinsätzen regelmäßig unter anderem vollstreckte Haftbefehle, Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht und Drogenbesitz.

Polizepräsident Gregor Lange hatte die SiBB-Aktionen in der Vergangenheit sehr positiv bewertet. „Wir können so bereits bei kleinen Vergehen und Verstößen ansetzen und zeigen: Hier gibt es null Toleranz gegenüber Störern und Straftäter“, sagte Lange im Sommer 2018.

„Die direkte Unterstützung der Polizei wird von unseren Mitarbeitern als sehr wichtig empfunden, denn auch diese erleben tagtäglich, dass der Respekt vor ihnen und ihrer Arbeit sinkt“, sagt Britta Heydenbluth.

„Ich möchte nur jemanden abholen“ und andere beliebte Ausreden

Die SiBB-Einsätze seien bewusst anders angelegt. „Wir führen sie nicht im Fahrzeug sondern direkt an der Bahnsteigkante oder in der Verteilerebene durch“, sagt die DSW21-Sprecherin. Bis zu 20 Fahrausweisprüfer sind dann gleichzeitig im Einsatz, um Ausstieg und Zugang zu kontrollieren.

Denn: Laut der Hausordnung in den DSW21-Haltestellen ist das Betreten nur mit einem gültigen Fahrausweis erlaubt. Und was ist, wenn man nur jemanden abholen möchte? Dann, so Britta Heydenbluth, gebe es Möglichkeiten, das zu überprüfen.

Allerdings gehöre dies zu den Ausreden, die am häufigsten vorgebracht werden - wie sich auch bei der Kontrolle am 24. Januar gezeigt habe. Die Zahl der tatsächlichen Abholer sei gering.

„Nach dem Hinweis, dass man ja auch auf der Verteilerebene warten könne, denn der Zugang ist nur mit gültigem Fahrschein erlaubt, gingen diese Fahrgäste dann kommentarlos zum nächsten Ticketautomaten und kauften sich ein Ticket, ohne noch einmal von Abholen zu sprechen“, sagt Britta Heydenbluth über die Erfahrungen der Fahrausweisprüfer an diesem Tag.

Die Zahl der Verkäufe am nächstgelegenen Ticketautomaten habe an diesem Tag um bis zu 100 Prozent höher gelegen als normalerweise.

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DSW21 erteilt mehr Hausverbote als früher

„Letztendlich gibt es keine Ausrede, die bei einer Kontrolle nicht vorgebracht wird, darüber könnten die Kollegen ein Buch schreiben. Hier sind wir konsequent, schon alleine vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung und weil sich das auch schnell rumspricht“, sagt Britta Heydenbluth.

Deshalb gehe DSW21 seit einiger Zeit auch „noch konsequenter gegen Fahrgäste vor, die sich nicht an die Spielregeln halten“ und spreche eher Hausverbote aus.

So erteilt das Unternehmen Hausverbote gegen notorische Schwarzfahrer. Außerdem werden mit diesem Mittel auch Personen bestraft, die sich aggressiv gegenüber Kontrolleuren verhalten.

Wer das Hausverbot ignoriert und bei der nächsten Kontrolle erwischt wird, muss neben einer Strafanzeige wegen Freifahrterschleichung zusätzlich mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs rechnen

Dortmund ist Vorreiter bei diesen gemeinsamen Kontrollen. Im Sommer 2018 sind verschiedene andere Städte wie Essen, Köln und Düsseldorf nachgezogen.

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