Darum wird im Westfalenpark weniger Laub geharkt

dzNaturschutz und Tierschutz

Der Westfalenpark ist tierisch gastfreundlich. Ob Vögel, Igel, Mäuse oder Insekten – für alle gibt es ein Wohnungsangebot. Eine unverhoffte Geldspritze machte es möglich.

Dortmund

, 12.08.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die schwindende Vielfalt von Vögeln und Insekten in den vergangenen Jahren hat Matthias und Helga Stiene keine Ruhe gelassen. Aus eigener Initiative schafften die beiden Gärtner im Westfalenpark bereits vor zwei Jahren 25 neue Vogelnistkästen an und hängten sie im Park auf. Schon im ersten Jahr waren alle Kästen „bezogen“.

Neben seinem Freizeit- und Erholungswert ist Natur- und Tierschutz eine Aufgabe des Westfalenparks. Mit den Vogelnistkästen wollte man es deshalb nicht bewenden lassen. Als unerwartetes Weihnachtsgeschenk kam da ein Anruf im vergangenen Dezember, berichtet die stellvertretende Parkleiterin Sabine Müller. Am anderen Ende war Beate Lammerdings-Schubert, Geschäftsführerin der Dortmunder Bauckloh-Stiftung, mit der Ankündigung, 10.000 Euro für den Natur- und Umweltschutz im Park zu spenden.

Weitere Unterkünfte angeschafft

„Das kam gerade zur rechten Zeit“, erinnert sich Sabine Müller. So konnten viele weitere Unterkünfte beschafft und zum größten Teil bereits montiert werden: zehn Fledermauskästen, zwei Eulenhöhlen, drei Kleiberhöhlen, drei Baumläuferhöhlen, zehn Nischenbrüterhöhlen, fünf Schläferkobel für Bilche wie Siebenschläfer und Haselmaus (beides Schlafmäuse) sowie zehn Insektenhotels.

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Auch die Igel sollen es künftig besser haben. Die Arbeitsgruppe Igelschutz wird 15 Igelkuppen aufstellen. Die Tiere suchen sich bereits ihren Überwinterungsplatz. Schon seit einigen Jahren entsorgen die Gärtner das herabfallende Herbstlaub nicht mehr komplett, sondern belassen es in Randbereichen zum Schutz verschiedener Tiere.

Die Gärtner seien für die Laubbewohner sensibilisiert und würden erst die Grünflächen auf Igel untersuchen, bevor sie mit Schneidegeräten zur Tat schreiten.

Ebenso zum Wohle der Tiere hat der Park Wildblumen-Saatmischungen für unterschiedliche Lebensbereiche wie Bienen- und Schmetterlingswiesen angeschafft, „für Bereiche, die wir bewusst natürlich halten“, erläutert die stellvertretende Parkleiterin. Die Parkbesucher bekämen manche dieser Bereiche gar nicht zu sehen. Dazu wurden 12 alte Apfelsorten und 27 heimische Vogelschutzgehölze gepflanzt.

Wer mit offenen Augen durch den Park geht, wird möglicherweise neue Bewohner entdecken, die das Angebot gern angenommen haben.

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