Darum wehrt sich die Volksbank gegen den Conrad-von-Soest-Platz

dzUmbenennung Betenplatz

Andernorts ist Conrad von Soest, berühmter Maler des Mittelalters, längst zu Ehren gekommen. In seiner Heimatstadt Dortmund wird nach einer Örtlichkeit gesucht. Eine Absage gibt es bereits.

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, 16.06.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Werl und in Bad Wildungen tragen Straßen seinen Namen, in Soest ein Gymnasium. „Ich habe mich immer gefragt, warum Conrad von Soest in seiner Heimatstadt so wenig Beachtung findet“, sagt Annelie Haaß (65), ehemalige Lehrerin und Absolventin eines Seniorenstudiums.

Der Dortmunder gilt als einer der bedeutendsten Maler des ausgehenden Mittelalters und lebte, soweit bekannt, in der Zeit um 1370 bis etwa 1422 am Ostenhellweg und an der Wißstraße. Sein Hauptwerk, der kostbare Marienaltar, ist in der Marienkirche in der City zu besichtigen. Mit ihrem Vorschlag, eine öffentliche Einrichtung, einen Platz oder eine Straße nach Conrad von Soest zu benennen, stieß Annelie Haaß bei den Bezirksvertretern (BV) der westlichen Innenstadt vor mehr als einem halben Jahr auf offene Ohren. Doch die Suche nach einer passenden Örtlichkeit gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Darum wehrt sich die Volksbank gegen den Conrad-von-Soest-Platz

Der Altar in der Marienkirche gilt als das bedeutendste Werk des Dortmunder Malers Conrad von Soest. © Beushausen

Im März einigte sich die BV zunächst auf eine Anfrage an die Marienkirche. Bislang ist es dazu aber nicht gekommen. „Wir als Kirche sind sehr für eine Würdigung von Conrad von Soest“, sagt Gemeindepfarrer Ingo Maxeiner auf Nachfrage. Eine mögliche Umbenennung eines Platzes sieht er allerdings skeptisch. Der Marienkirchhof komme nicht infrage. Ohnehin ziehe eine Umbenennung von Örtlichkeiten stets erheblichen Aufwand nach sich. „Von daher wäre es sinnvoller, sich für eine angemessen Würdigung auf neu zu bauende Straßen zu konzentrieren“, sagt Maxeiner.

Volksbank-Vorstand beriet über die vorgeschlagene Umbenennung

Ob die BV überhaupt noch auf die Marienkirche zugeht, ist offen. Auf CDU-Antrag wandte sie sich erst einmal an die Dortmunder Volksbank. Tenor: Die Bank möge ihr Einverständnis für die Umbenennung des Betenplatzes in Conrad-von-Soest-Platz erklären. Doch die Vorstände der Volksbank schütteln den Kopf: „Ohne die seriös vorgetragene Eingabe aus der Bürgerschaft in Frage zu stellen oder gar die Verdienste von Conrad von Soest zu schmälern, möchten wir als Eigentümer diesem Wunsch nicht entsprechen“, heißt es im Antwortschreiben.

„Wir haben das in der Vorstandsrunde besprochen“, sagt Volksbank-Chef Martin Eul. Der Name Betenplatz bzw. eher noch Betenhof werde von den Kunden seit Jahrzehnten mit der Volksbank in Verbindung gebracht. Im Übrigen habe die Volksbank seit dem Kauf des Grundstücks erheblich investiert: 2,5 Millionen Euro für den Umbau der Tiefgarage, weitere 1,5 Millionen Euro für die Neugestaltung des Platzes sowie aktuell drei Millionen Euro für die Erneuerung der Fassaden. Der Name Betenplatz bzw. Betenhof habe eine lange Tradition. „Dabei wollen wir es gern belassen“, so Eul. Die Bezirksvertreter wollen weiter suchen.

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