Darum kommen polnische Studenten für ein Praktikum nach Dortmund

dzStudenten-Austausch

Tiermedizin, Informatik, Maschinenbau und mehr: Vier Wochen lang machen sieben polnische Studenten ein Praktikum in Dortmund. Warum das wichtig ist, erklärt eine von ihnen.

Marten

, 01.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mirka kommt aus der Ukraine und studiert in Polen Tiermedizin. Das ist schon mal eine Umstellung. Und nun der nächste Ortswechsel: Sie macht ein vierwöchiges Praktikum in der Kleintierpraxis am Wall - und darauf freut sie sich.

„In Polen ist es schon ganz anders als in der Ukraine und hier ist ein noch höheres Niveau als in Polen. Ich kann hier viel lernen“, sagt sie und strahlt. Was hier anders ist als in der Ukraine? „Es ist alles in Ordnung und die Organisation ist toll“, sagt sie.

Die Studenten bewundern die deutschen Tugenden

Ja, die Organisation und die Ordnung: deutsche Tugenden, die bei den Studenten aus Osteuropa ungebrochen gut ankommen. Sie kommen, um zu lernen: die deutsche Sprache, das deutsche Arbeitsleben, die deutsche Technologie.

Mirka hat aber nicht das Ziel, später in Deutschland zu arbeiten: „Ich will hier lernen, was ich verbessern kann in meinem Land.“ Und das sei eine Menge, sagt sie und lacht.

Mirka und ihre sechs Mitstreiter Ola, Ilona, Iryna, Max, Paulina und Rafal sind auf Einladung der Hedwig-Stiftung hier, wie schon viele andere in vielen Jahren zuvor. Gewohnt wird in Gastfamilien, die Hälfte der Studenten ist in Marten untergebracht.

Am Anfang war das Kriegsrecht

„Die Anfänge liegen in den 60er-Jahren. Damals galt in Polen unter der Regierung Jaruzelski das Kriegsrecht. Wir haben damals von der Gemeinde aus an polnische Gemeinden in Breslau Medikamente geschickt und Babynahrung“, erinnert sich der Martener Reiner Gallen, der einen der Studenten, die im Ortsteil untergebracht sind, bei sich aufgenommen hat, an die Anfänge der Beziehung zu Breslau.

Daraus entwickelte sich ein Kulturaustausch, in dessen Rahmen nun jedes Jahr Studierende nach Dortmund kommen, um hier ein Berufspraktikum zu machen. Beworben haben sich die jungen Menschen in Breslau.

Elf Stunden Busfahrt - dann sind sie in Dortmund angekommen

Gekannt haben sich die sieben Studenten vorher nicht, aber auf der elfstündigen Busfahrt kennengelernt. Die erste der fünf Deutschland-Wochen war dem Eingewöhnen und einem Sprachkurs gewidmet.

Ab Anfang September geht es dann mit den Betriebspraktika los - und da stehen renommierte Namen auf der Firmenliste: vom Johannes-Hospital bis Wilo, vom Max-Planck-Institut bis Freundlieb.

Das Freizeitangebot ist attraktiv

Und wenn nicht gearbeitet wird, dann wird die Freizeit genossen. Kokerei Hansa, Phoenix-See und Phoenix-West, aber auch das Bernhard-März-Haus, in dem sich die Caritas um Problembe bei der Integration und Migration kümmert, stehen auf der Aktivitätenliste.

Und natürlich auch der BVB: Die Sieben dürfen mit Blick auf die gelbe Wand dabei sein, wenn der BVB am 14. September zuhause gegen Leverkusen spielt. Sicher ein Highlight.

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