Darum ist der Traum vom Schützenheim und Bürgertreff in Kley vorerst geplatzt

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Der BSV Oespel-Kley braucht dringend ein Vereinsheim. Die Suche erweist sich zunehmend als schwierig. Jetzt kassierte der Traditionsverein eine schallende Ohrfeige.

Kley

, 17.09.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dietmar Spiess, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins (BSV) Oespel-Kley, saß gerade auf gepackten Koffern, als ihn die schlechte Nachricht erreichte: Der seit langem verfolgte Plan, den ehemaligen Schulpavillon am Kleyer Weg als Schützenheim und Bürgertreff zu nutzen, ist gescheitert.

„Wir sind wieder am Punkt Null angekommen“, sagt Carla Neumann-Lieven. Auch die SPD-Ratsvertreterin ist mehr als enttäuscht. Denn seit vielen Monaten sucht sie bereits mit den Schützen und wenigen engagierten Bürgern nach geeigneten Räumen. Mittlerweile wähnte man sich am Ziel.

Jugendverwaltung lehnt Kita neben Schießstand ab

Doch nun zückte das Jugendamt die Rote Karte für den Pavillon der ehemaligen Grundschule Kley. Der Grund: Der Standort ist für eine viergruppige Tageseinrichtung mit 65 Kindern vorgesehen. „Seitens der Jugendverwaltung wird die räumliche Nähe zum Schießstand kategorisch abgelehnt. Somit kann der Pavillon für die Entstehung eines Bürgertreffs nicht zur Verfügung gestellt werden“, schreibt Stadtdirektor Jörg Stüdemann in einem Schreiben an die Bezirksvertretung Lütgendortmund.

Darum ist der Traum vom Schützenheim und Bürgertreff in Kley vorerst geplatzt

Als dieses Foto entstand, hatte Dietmar Spiess noch gute Laune. Momentan ist ihm das Lachen vergangen.

Nachvollziehbar ist für Dietmar Spiess die Begründung nicht. „Wir würden den Schießstand doch erst nutzen, wenn die Kita längst geschlossen hat und die Kinder zu Hause sind“, sagt er. Zudem habe Deutschland eines der strengsten Waffengesetze überhaupt. „Die Waffen werden doch nicht in irgendeinem Kleiderschrank eingeschlossen, sondern in einem speziellen Waffenschrank, der alle Sicherheitsstandards erfüllt.“ Ein Traditionssport und Brauchtumspflege würden hier verunglimpft – so empfindet es auch Carla Neumann-Lieven.

BSV-Chef ist enttäuscht: „Niemand hat mit uns das Gespräch gesucht“

Was den BSV-Chef außerdem enttäuscht: „Niemand hat mit uns das Gespräch gesucht. Wir würden den Verantwortlichen gerne mal zeigen, wie ein Schießstand aussieht.“

Den Standort am Kleyer Weg hat der BSV nun ein zweites Mal verloren. Bereits Ende 2017 hatte man den Pavillon als Bürgertreff mit dem BSV als Ankermieter ins Auge gefasst. Doch Anfang 2018 erhielt zunächst die „Akademie für digitales Theater“ den Zuschlag, Als für sie aber ein neuer Standort am Hafen gefunden wurde, schien der Weg wieder frei für die ursprünglichen Pläne.

Kindertagesstätte bekommt den Zuschlag

Doch dann brachte die Bezirksvertretung Lütgendortmund am 28. Januar 2019 einen Antrag der SPD-Fraktion auf den Weg, in dem sie einen Bürgertreff und eine neue Kita auf dem alten Gelände der Grundschule Kley vorschlug. Den Zuschlag hat nun aber ausschließlich die Kindertagesstätte bekommen.

Angedacht ist laut Mitteilung von Stadtdirektor Stüdemann eine dreigeschossige Kita-Bebauung mit einem Außenspielbereich für Kleinst- und Kleinkinder. Dafür müsse die gesamte Grundstücksbreite von 34 Metern überplant werden. „Bei Erhalt des Pavillons inklusive der benötigten Zuwegung stehen im vorderen Bereich lediglich 18 Meter zur Verfügung“, heißt es in dem Schreiben.

Ist der Ausbildungsmarkt eine Alternative?

Aufgeben möchte Dietmar Spiess aber noch nicht, sondern von seiner Seite das Gespräch mit den Vertretern des Jugendamts suchen. „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt“, sagt er.

Ob nun eventuell der ehemalige Ausbildungsmarkt in Kley, der schon einmal im Gespräch war, das Domizil für den Bürgertreff samt BSV-Heim werden könnte, steht noch nicht fest. Diese Variante ist vor allem deutlich teurer, weil es sich anders als beim Schulpavillon nicht um ein städtisches Gebäude handelt und deshalb gemietet werden müsste.

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