Darum hat sich Hombruch mit einer fleckigen Kirchenfassade arrangiert

dzChemische Reaktion

Bei richtig schönem Wetter ist die evangelische Kirche am Hombrucher Markt gar nicht so schön. Dann sieht man an der Fassade gelbliche Verfärbungen. Die Ursache findet sich im Turmdach.

Hombruch

, 23.08.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn der Hombrucher Markt im sommerlichen Glanz erstrahlt, dann macht das optisch eine ganze Menge her.

Bei genauerem Hinsehen offenbart sich jedoch, dass bei strahlendem Sonnenschein der eine oder andere Schönheitsfleck der evangelischen Kirche am Markt sichtbar wird.

„Besonders, wenn man aus Richtung Domänenstraße auf die Kirche schaut, dann kann man die gelben Flecken an der Fassade gut sehen“, sagt Pfarrer Ralf Wieschhoff.

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Ein unschöner Makel, der ansonsten doch so schönen Kirche, wie auch der Seelsorger weiß.

Natürlicher Prozess

Nur in nächster Zeit der Kirche einen neuen Anstrich zu verpassen, würde laut Wieschhoff der Situation keine Abhilfe bereiten. „Die Maler haben uns geraten, erst einmal abzuwarten.“

Das habe mit dem Ursprung der Verfärbungen zu tun. Denn der finde sich im Turmdach der Kirche.

„Im Jahre 2010 wurden die Kupferplatten des Turmdachs erneuert. Die zuvor verbauten waren dort 1956 beim Wiederaufbau der Kirche eingesetzt worden“, erklärt Ralf Wieschhoff.

Bei den Verfärbungen an der Kirchenfassade handele es sich nämlich um Kupferpartikel, die bei Regen heruntergespült werden würden.

Materialbeschaffenheit des Dachs

„Kupfer braucht zwischen fünf und zehn Jahren, damit sich eine natürliche Patina bildet, während dieser Zeit findet durchweg ein Oxidationsprozess statt", so der Pfarrer.

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Und da der Kirchturm nun einmal keine Regenrinne besitzt, fällt das kupferdurchzogene Regenwasser über die Wasserspeier entlang der Kirchenfassade.

Ein Umstand, der eben laut Wieschhoff nicht zu ändern sei. Man habe abzuwarten, bis das Kupfer oxidiert sei. Würde die Kirche gestrichen, bevor dieser Prozess abgeschlossen sei, dann kämen die gelblichen Flecken sowieso immer wieder.

Immer mal wieder Thema

In den vergangenen zehn Jahren seien die Verfärbungen an der Kirchenwand immer mal wieder thematisiert worden.

Ralf Wieschhoff geht daher davon aus, dass viele Hombrucher daher schon längst wüssten, was es mit den gelben Flecken der Kirche am Markt auf sich hätte.

Im Stadtteil und in der evangelischen Gemeinde habe man sich eben mit der Situation arrangiert. Und mit dem nächsten Anstrich sollte das Thema dann auch endgültig der Vergangenheit angehören.

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