Darum darf "Christoph Dortmund" nachts nicht fliegen

Rettungshubschrauber

25 Jahre ist er alt und doch auf der Höhe der Zeit: Der Rettungshubschrauber "Christoph Dortmund" und seine Besatzungen bewahrten schon viele Menschen vor dem Tod. Voll mit moderner Medizintechnik ist der Hubschrauber eine fliegende Intensivstation - die aber nur eingeschränkt starten und landen darf.

DORTMUND

, 22.06.2016, 03:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum darf "Christoph Dortmund" nachts nicht fliegen

Christoph Dortmund ist am Flughafen in Dortmund-Wickede stationiert. Einen Einsatzort auf der anderen Seite der Stadt, an der Grenze Dortmund / Bochum, erreicht die Besatzung in nur 4 Minuten.

Vier Minuten. In so kurzer Zeit erreicht der am Flughafen in Dortmund-Wickede stationierte Rettungshubschrauber "Christoph Dortmund" der DRF Luftrettung die Stadtgrenze Dortmund / Bochum oder auch Ascheberg. Maximal 120 Sekunden nach Eingang der Alarms durch eine Feuerwehr-Leitstelle heben die drei Besatzungsmitglieder mit der 1500 PS starken Maschine ab.

Pro Stunde legt der Rettungshubschrauber bis zu 250 Kilometer zurück. Der Pilot, ein Notarzt und ein speziell ausgebildeter Notfall-Assistent (Helicopter Emergency Medical Services) fliegen zu schweren Unfällen und anderen medizinischen Notfällen, wenn der Rettungshubschrauber die Patienten schneller erreicht.

Bei Dunkelheit ist ein Co-Pilot vorgeschrieben

Allerdings nur zwischen 8 Uhr morgens und Sonnenuntergang. In diesem Zeitraum sind "Christoph Dortmund" und seine Besatzungen im Einsatz - rund um die Uhr wäre zu teuer. Denn nach Einbruch der Dunkelheit müsste neben dem Piloten ein Copilot mitfliegen, der beim Landen assistiert. Windränder, Hochspannungsmasten und -leitungen, Bäume und andere Hindernisse sind bei Dunkelheit nur schwer zu erkennen. Das Luftfahrtbundesamt schreibt deshalb einen zweiten Piloten vor. Das würde die Personal- und damit die Betriebskosten für Rettungshubschrauber in die Höhe treiben.

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Der Rettungshubschrauber Christoph Dortmund

Dortmund ist Standort für einen Rettungshubschrauber der Deutschen Luftrettung: "Christoph Dortmund" startet und landet ab 8 Uhr morgens bis Sonnenuntergang.
20.06.2016
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Blick auf den Rettungshubschrauber Christoph Dortmund. Stationiert ist die Maschine am Dortmunder Flughafen.© Foto: Peter Bandermann
Hinter der "Nase" des Hubschraubers liegt die Radaranlage.© Foto: Peter Bandermann
Blick ins Cockpit des in Dortmund stationierten Rettungshubschraubers Christoph Dortmund.© Foto: Peter Bandermann
Zweimal 750 PS treiben die Rotoren an.© Foto: Peter Bandermann
Der Hubschrauber parkt auf einer rollbaren Rampe. Für Wartungsarbeiten kann die Maschine in die Halle gefahren werden.© Foto: Peter Bandermann
Der "Christoph Dortmund": Einsatzbereit sind Hubschrauber und Besatzung von 8 Uhr morgens bis Sonnenuntergang.© Foto: Peter Bandermann
Der Hubschrauber erreicht maximal 250 km/h.© Foto: Peter Bandermann
Blick ins Cockpit des 1500 PS starken Rettungshubschraubers, der schon 25 Jahre alt ist.© Foto: Peter Bandermann
Der Patientenraum ist eine fliegende Intensivstation - mit allen lebenswichtigen medizintechnischen Geräten auf engstem Raum.© Foto: Peter Bandermann
Der Rettungshubschrauber "Christoph Dortmund".© Foto: Peter Bandermann
Spätestens 120 Sekunden nach der Alarmierung steigt der Hubschrauber auf.© Foto: Peter Bandermann
Startklar: Der Rettungshubschrauber "Christoph Dortmund".© Foto: Peter Bandermann
Christoph Dortmund ist am Flughafen in Dortmund-Wickede stationiert. Einen Einsatzort auf der anderen Seite der Stadt, an der Grenze Dortmund / Bochum, erreicht die Besatzung in nur 4 Minuten.© Foto: Peter Bandermann
Christoph Dortmund ist 25 Jahre alt und könnte in den nächsten Jahren einen Nachfolger erhalten. Ein neuer Hubschrauber würde etwa 5 Millionen Euro kosten.© Foto: Peter Bandermann
Dieser Rettungshubschrauber "Christoph Dortmund" ist am Flughafen in Dortmund-Wickede stationiert.© Foto: Peter Bandermann
Rainer Suttrop (links) und Dirk Aschenbrenner von der Dortmunder Feuerwehr (rechts) sowie Frank Kluge (2. von rechts) und der Leitende Oberarzt Dr. Sebastian Rossbach vor dem Rettungshubschrauber Christoph Dortmund der DRF-Luftrettung.© Foto: Peter Bandermann
Schlagworte "44137-Dortmund,

Im Sommer ist also gegen 22 Uhr Schluss. Erreicht der Hubschrauber den Einsatzort vor Einbruch der Dunkelheit, kann er später auch bei Dunkelheit problemlos starten - denn das Ziel, den Flughafen Dortmund, kennt der Pilot bestens. Bei einer Flughöhe von 750 Metern stehen keine Hindernisse im Weg. Einen großen Teil der Einsätze bewältigt "Christoph Dortmund" ohnehin bei Tageslicht. Um Patienten von einem Krankenhaus in eine Spezialklinik zu verlegen. "Christoph Dortmund" ist eine fliegende Intensivstation. Auf engstem Raum.

Christoph Dortmund und Christoph 8

Die DRF Luftrettung betreibt 33 Rettungshubschrauber-Stationen in Deutschland. Dazu kommen über 30 Stationen des ADAC. Eine davon steht in Lünen: Dort startet und landen "Christoph 8". "Christoph Dortmund" ist 25 Jahre alt. Ein Nachfolger könnte in einigen Jahren auf dem Flughafen in Wickede landen. Kosten für eine neue Maschine: rund 5 Millionen Euro.

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