Daniela Schneckenburger wird OB-Kandidatin von CDU und Grünen – stimmt das?

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Die grüne Schuldezernentin Daniela Schneckenburger wird als OB-Kandidatin für Dortmund heiß gehandelt – nicht nur für die Grünen, sondern auch für die CDU. Was ist dran an dem Gerücht?

Dortmund

, 10.09.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Sonntag (9.9.) offiziell erklärt hat, nicht noch einmal als Kandidat für das OB-Amt anzutreten, sind die anderen Parteien am Zuge. Noch werden Kandidaten gesucht und parteiübergreifende Verhandlungen geführt.

Wie lautet das Gerücht?

Daniela Schneckenburger, Grüne und Schuldezernentin der Stadt Dortmund, soll gemeinsame OB-Kandidatin von CDU und Grünen werden.

Wie ist dieses Gerücht entstanden?

Daniela Schneckenburger ist die wahrscheinlichste OB-Kandidatin der Grünen. Gleichzeitig hat die CDU nach mehreren Absagen von potenziellen Kandidaten bisher keinen Kandidaten mit eigenem Parteibuch gefunden. Parteichef Steffen Kanitz hat Gespräche mit den Grünen bestätigt. Und auch die erstarkten Grünen im Landesverband schließen neue Bündnisse mit Parteien in den Kommunen zur Kommunalwahl 2020 nicht aus. Der Grünen-Landesvorsitzende Felix Banaszak erwähnte in dem Zusammenhang ausdrücklich Dortmund. Hintergrund ist auch der Wegfall einer Stichwahl. Eine einfache Mehrheit im ersten und einzigen Wahlgang reicht aus.

Was ist dran an dem Gerücht?

Es spricht einiges für diese Möglichkeit. Für die Grünen ist Schneckenburger die aussichtsreichste Kandidatin. Sie hat bereits zweimal – 2004 und 2014 – kandidiert. Für CDU-Parteichef Steffen Kanitz, zuständig für die Kandidatensuche, stellt sich allerdings die Frage, ob er eine grüne Kandidatin in seiner Partei durchsetzen kann. Argumente dafür gebe es einige.

Kanitz hat bei der Kandidatensuche bereits mehrere Absagen kassiert. Aktuell sucht er noch. Derzeit, so ist zu hören, versucht er den neuen Baudezernenten mit CDU-Parteibuch, Arnulf Rybicki, für eine Kandidatur zu gewinnen. Doch der müsste noch deutlich an Zugkraft gewinnen, um überhaupt eine Chance zu haben. Gleichzeitig ist Kanitz auf der Suche nach einem parteilosen Kandidaten, der auch für die Grünen akzeptabel wäre.

Mit Daniela Schneckenburger dürfte diese Überzeugungsarbeit entfallen. Die 58-Jährige hat lange politische Erfahrung, ist ein alter Hase in der Dortmunder Politik und Verwaltung. Und sie ist eine Frau. Sie war seit 1994 im Rat, mit Schwerpunkt Sozialpolitik, und von 2000 bis 2006 Fraktionschefin. 2006 schied sie aus dem Rat aus und war bis 2010 Landesvorsitzende der Grünen, ehe sie 2010 bis 2015 (mit kurzer Unterbrechung) ein Landtagsmandat innehatte. Im April 2015 wurde sie Schuldezernentin in Dortmund.

Wie wahrscheinlich ist es, dass das Gerücht wahr wird?

Eine wichtige Frage ist, ob Daniela Schneckenburger ein drittes Mal antreten wird – dann voraussichtlich gegen ihren Verwaltungsvorstandskollegen Thomas Westphal. Doch wer zweimal antritt, tut es vielleicht auch ein drittes Mal. Also möglich wäre es.

Daniela Schneckenburger wird OB-Kandidatin von CDU und Grünen – stimmt das?

Es gibt viele Argumente für Schneckenburger als gemeinsame OB-Kandidatin von Grünen und CDU. © Grafik Klose

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