Schulabschluss und Berufswunsch sind entscheidend für den Übergang von Schule in die Arbeitswelt. © dpa
Jugendarbeitslosigkeit

Damit es am Ende passt – Stadt fragt Berufswünsche bei Schulabgängern ab

Corona hat die zuletzt deutlich gesunkene Jugendarbeitslosigkeit in Dortmund wieder hochschnellen lassen. Stadt und Arbeitsagentur halten mit einem bewährten Instrument dagegen.

Vor dem Lockdown konnten Stadt und Arbeitsverwaltung die Jugendarbeitslosigkeit in Dortmund deutlich senken. Es gelang, die Zahl von über 3000 unversorgten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf unter 2000 zu drücken.

Projekte wie „Zeitgewinn“ mit einem gezielten Übergangsmanagement von Schule in den Beruf, das Service-Center Lokale Arbeit und nicht zuletzt eine gute Wirtschaftsentwicklung haben zu dem beigetragen, was Oberbürgermeister Thomas Westphal einen „schönen Erfolg“ nennt.

Zahlen untermauern Erfolg

Das lässt sich auch mit Zahlen untermauern: Im Agenturbezirk Dortmund hatten sich im Jahr 2005 auf 3.933 Ausbildungsstellen 6.469 Bewerber gemeldet. Damit kamen 53 Stellenangebote auf 100 Ausbildungsplatzbewerber.

15 Jahre später hat sich das Verhältnis deutlich gewandelt. Angebot und Nachfrage sind nahezu ausgeglichen. Im Ausbildungsjahr 2019/20 wurden bei der Agentur für Arbeit 3895 Bewerber auf 4116 Ausbildungsstellen gezählt.

Chancen hängen von Berufswunsch und Schulabschluss ab

Auch für das laufende Ausbildungsjahr 2020/21 sah die Stadt noch eine vergleichsweise gute Ausgangssituation für Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Ausbildung machen wollten.

Derweil hat Corona die Stadt in ihren Bemühungen zurückgeworfen. Aktuell sind wieder 3000 junge Menschen unversorgt. Zudem hängen die Chancen für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in die Ausbildung vom jeweiligen Schulabschluss und dem Berufswunsch ab.

Für 1000 Menschen passten die Voraussetzungen nicht zum Stellenangebot, weiß Schuldezernentin Daniela Schneckenburger: „Es fehlen Praktika und Kontaktbörsen, die wir eingerichtet hatten, um Berufsbilder bekannt zu machen.“

Deshalb fragen Arbeitsagentur und Stadt über das Regionale Bildungsbüro im Fachbereich Schule zurzeit das Ausbildungsinteresse in den Entlassjahrgängen ab. Mit digitalen Angeboten wie der Social-Media-Kampagne DORTMUND AT WORK des Regionalen Bildungsbüros wird zielgruppengerecht und niedrigschwellig daran gearbeitet, über die Ausbildungsberufe und deren Zugangsmöglichkeiten in Dortmund zu informieren.

15 Jahre „Zeitgewinn“

Seit nunmehr 15 Jahren gibt es in Dortmund das Projekt „Zeitgewinn“, das in der Verantwortungsgemeinschaft mit den relevanten Partnern in Schule und Ausbildung Jugendlichen die Integration in die Arbeitswelt erleichtern soll. Die in den 15 Jahren etablierten Netzwerke seien nun auch in der Pandemie wertvoll, „um den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine langfristige und nachhaltige Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen“, sagt Schuldezernentin Schneckenburger. Für die Stadt gelte es alles zu tun, so OB Westphal, „dass aus der Coronakrise keine Arbeitslosenkrise wird“.

Zum Projekt „15 Jahre Zeitgewinn“ ist eine Festschrift erschienen. Die Broschüre kann im Internet abgerufen werden.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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