Krankenhäuser in Dortmund

Covid-Patienten länger in Behandlung: „Prekäre Situation wird noch zunehmen“

Weil die Covid-Patienten auf den Intensivstationen in Dortmund immer jünger werden, steigt auch die Behandlungsdauer deutlich an. Das verschlimmert die Lage, was freie Betten angeht.
Eine Behandlung auf der Intensivstation mit Beatmung ist die letztmögliche Maßnahmen, um Menschen mit sehr schweren Covid-19-Verläufen zu retten. © dpa (Symbolbild)

Die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in Dortmunder Kliniken liegt aktuell noch knapp unter dem Höchststand während der zweiten Corona-Welle: 174 stationäre Patienten waren der bisherige Höchststand (17.11.), am 27. April meldete die Stadt Dortmund 171. Bei den Intensivpatienten und den beatmeten Intensivpatienten wurden die Höchstwerte mit 40 und 31 in den vergangenen Tagen bereits erreicht.

Bettenbelegung wird weiter zunehmen

Dr. Frank Renken, Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes, geht davon aus, dass diese Werte noch steigen werden und „die ohnehin langsam schon etwas prekärere Belegungssituation noch zunehmen wird, ohne dass wir dazu noch einen weiteren Booster durch zukünftige Infektionen haben müssen“.

Aus den bisherigen Erfahrungen mit der Erkrankung Covid-19 wisse man, dass sich die jetzt schon laufenden Infektionen bald auch in höheren Patientenzahlen niederschlagen werden, sagte Renken am Dienstag auf der Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands.

Besonders problematisch dabei: Von den Covid-19-Krankenhaus-Patienten müssten prozentual mehr intensivmedizinisch versorgt werden als noch in der zweiten Welle.

Behandlungsdauer von jüngeren Patienten ist länger

Statistisch sei das noch schwer auszuwerten, die Rückmeldung aus den Krankenhäusern lasse sich aber zusammenfassen: Nicht der Anteil der Covid-Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, sei gestiegen, sondern die Behandlungsdauer falle mittlerweile länger aus als noch in der zweiten Welle.

In der zweiten Welle habe man viele sehr alte Covid-Patienten gehabt, die „intensivmedizinisch behandelt werden mussten, aber das nicht lange überlebt haben“ – die Intensivbetten seien daher relativ schnell wieder frei geworden, führte Renken aus. „Nicht, weil die Menschen gesund waren, sondern weil sie verstorben sind.“

Dies habe sich nun aber geändert: „Die Patienten sind jünger geworden, sie werden länger beatmet und länger intensivmedizinisch versorgt.“ Dementsprechend stehen diese Betten anderen Patienten über einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung.

Renken und die Intensivmediziner haben zudem in der Vergangenheit bereits mehrfach darauf hingewiesen: Die Zahl der freien Betten ist nur bedingt aussagekräftig. Entscheidend ist darüber hinaus auch, dass genügend Personal für die Versorgung zur Verfügung steht muss.

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