So sieht das Corona-Schnelltest-Zentrum am Flughafen in Dortmund aus. © Oliver Schaper
Flughafen Dortmund

Covid-19-Testzentrum am Flughafen: Fast 2000 Schnelltests

Geringe Abstände, Wartende ohne Masken an der Corona-Teststelle? Die Verantwortlichen am Flughafen in Dortmund widersprechen Vorwürfen von Samstag. Sie verteidigen ihr Konzept.

Wer aus einem Corona-Risikogebiet zurückkommt, muss sich testen lassen. Das ist seit 1. Januar 2021 auch am Flughafen Dortmund möglich.

Am Samstag hatte das laut eines Augenzeugen für Probleme gesorgt: Beim Riesen-Ansturm auf das dortige Testzentrum seien mitunter Abstände nicht eingehalten worden. Einige Menschen hätten ohne Maske gewartet.

Flughafen: Ankommende „fast ausnahmslos zufrieden“

Die Berichte haben die Verantwortlichen verwundert. „Hier ist keiner ohne Maske herumgelaufen“, sagt Sven Stute, Organisationsleiter für den Anbieter Medicare, der das Testzentrum für den Flughafen betreibt. „Wir haben alle Abstände eingehalten.“

Auch Guido Miletic, Leiter Marketing & Sales beim Flughafen, war am Samstag vor Ort. Er verdeutlicht: Man habe getan, was möglich ist. „Fast ausnahmslos“ seien diejenigen, die aus verschiedenen Fliegern angekommen seien, „zufrieden“ gewesen.

1890 Schnelltests am Samstag, 4 davon positiv

Extrem kurzfristig habe man ein solches Testzentrum installieren müssen und nach einigen vergeblichen anderen Anstrengungen mit Medicare auch einen guten Partner gefunden. Die Firma betreibt an vielen Standorten Schnelltest-Zentren. Die Ergebnisse kommen im Regelfall schon nach wenigen Minuten digital aufs Handy des Getesteten.

1890 solcher Schnelltests seien am Samstag abgestrichen worden, erklärt Stute. Positiv seien nur 4 gewesen. Das macht eine Quote von rund 0,2 Prozent. Die Positivquote bei allen Corona-Tests liegt normalerweise deutlich höher.

Miletic schlussfolgert daraus: „Der Luftverkehr ist kein Treiber der Pandemie.“ Klar sei es schwierig, wenn mehr als 100 Menschen aus einem Flugzeug kämen und die Allermeisten dann direkt zur Teststelle wollten. Rund 90 Prozent aller Fluggäste würden den Test vor Ort erledigen wollen.

Am Sonntagnachmittag waren die Schlangen deutlich kürzer als am Samstag.
Am Sonntagnachmittag waren die Schlangen deutlich kürzer als am Samstag. © Schaper © Schaper

Wer ankommt, kann sich auch anderswo testen lassen

Andere wiederum hätten entweder vor dem Abflug nach Deutschland einen Test gemacht oder aber könnten auf einen Termin bei einer anderen Teststelle hinweisen. „Die Leute sind sehr, sehr vorsichtig geworden“, findet Miletic. Viele derjenigen, die am Wochenende in Dortmund gelandet seien, hätten einen Verwandtenbesuch hinter sich gehabt.

Der Flughafen versuche zwar, die Ankunft der Menschen zu entzerren. Das geschehe über zwei Wege: Nicht-EU-Bürger müssen erst zur Passkontrolle, müssen dort eine digitale Einreisekarte vorzeigen – das dauert.

Spätere Gepäckausgabe hilft auch nicht immer

„Und wir können auch die Gepäckausgabe ein bisschen verzögern“, so Miletic. Mit diesem Punkt aber erreiche man „maximal ein Drittel“ der Fluggäste. Der Rest reise mit Handgepäck, ohne größeren Koffer.

Was für einen langen Stau sorgt: die Registrierung, die dem eigentlichen Corona-Schnelltest vorangehe. Der reine Abstrich dauere vielleicht eine Minute, maximal zwei.

In den Kabinen werden die Abstriche gemacht.
In den Kabinen werden die Abstriche gemacht. © Schaper © Schaper

„Großteil spricht kein Deutsch und kein Englisch“

Für das Erfassen der Daten vorab könne man aber durchschnittlich vier Minuten rechnen, im Einzelfall auch länger. Vor allem dann, wenn fremde Schriftzeichen hinzukämen, unterschiedliche Schreibweisen in Pässen und Aufenthaltstiteln, die Sprachbarriere an sich. „Ein Großteil spricht kein Deutsch und kein Englisch“, erläutert Stute.

Dadurch habe sich die Wartezeit mitunter auf über zwei Stunden summiert am Samstag. Was natürlich lange sei, im Vergleich zu anderen Orten aber immer noch kurz. Und das sei natürlich nur in der Stoßzeit so gewesen, ergänzt Flughafen-Sprecher Miletic.

Würden sich alle Ankommenden vorab registrieren, würde das die Situation extrem entspannen und beschleunigen – da sind sich Stute und Miletic einig.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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