Strengere Regeln: Dortmunder sollen mit dem Kontaktverbot nur noch zu zweit raus dürfen

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Eine Ausgangssperre ist dies nicht, aber das Kontaktverbot stellt eine Verschärfung der Regeln auch für alle Dortmunder dar. Bereits am Wochenende zeichnete sich ab, wie diese reagieren könnten.

Dortmund

, 22.03.2020, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dortmund gelten bereits seit Samstag strenge Regeln. Nach dem Ansammlungsverbot dürfen nicht mehr als vier Menschen beieinander stehen oder sitzen. Diese Regeln hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag noch einmal verschärft.

Er sprach ein Kontaktverbot aus. Demnach sollen sich nicht mehr als zwei Personen treffen dürfen, Kontakte sollen sich auf die Kernfamilie, also diejenigen, die in einem Haushalt leben, beschränken. Hier gibt es weitere Einzelheiten zu den Regelungen und zur Lage in NRW.

Wie schon beim Ansammlungsverbot werden Polizei und Ordnungsamt das Verbot kontrollieren und durchsetzen müssen. Der Stadt Dortmund wird dann eine Regierungsverordnung vorliegen, und der Krisenstab wird klären, wie die Regelung konkret in Dortmund umgesetzt wird. Einer Allgemeinverfügung bedarf es nicht.

Tatsächlich mussten Polizei und Ordnungsamt am Wochenende auch mit Blick auf das Ansammlungsverbot kaum durchgreifen, denn die Dortmunder hielten sich im Wesentlichen an die Vorgabe - trotz des strahlenden Sonnenscheins.

Spaziergänger und Jogger meist allein unterwegs

„Nach aktuellen Erkenntnissen war die Situation nach Einschätzungen des Ordnungsamts im gesamten Stadtgebiet sehr ruhig und unauffällig. Fast alle Menschen hielten sich an das geltende Ansammlungsverbot“, hieß es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt Dortmund am Samstag.

Am Sonntag bestätigte sich der Eindruck. Auch unsere Reporter, die im Stadtgebiet unterwegs waren, trafen immer nur auf einzelne Spaziergänger und Jogger, nie waren es mehr als vier Personen.

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Auch die Polizei zog am Sonntag eine Bilanz des ersten Tages. „Trotz des guten Wetters am gestrigen Tag zählte die Polizei im Rahmen ihrer Kontrollen nur wenige Ansammlungen im öffentlichen Bereich“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Polizei schreibt drei Strafanzeigen

Und wenn die Menschen zu mehreren beieinander standen, zeigten sie sich laut Polizei in den meisten Fällen einsichtig. Lediglich in drei besonders hartnäckigen Fällen mussten die Polizisten Strafanzeigen schreiben.

Polizeipräsident Gregor Lange zeigte sich am Sonntag erleichtert. In der Polizeibilanz ließ er sich mit den Worten zitieren: „Für uns war nicht absehbar, wie die Bürgerinnen und Bürger mit dieser Ausnahmesituation umgehen werden.“

Zugegeben: Vor ein paar Tagen sah die Situation noch anders aus. Am Phoenix-See saßen die Menschen in den Eisdielen und Cafés, ganze Gruppen feierten die warmen, frühlingshaften Temperaturen. Am Samstag und Sonntag war es mit Temperaturen zwischen fünf und neun Grad recht kühl, zu kühl, um sich länger als für einen Spaziergang dort aufzuhalten.

Auf Distanz in den Supermärkten

Viele Supermärkte hatten auf die empfohlenen Maßnahmen, Distanz zu den Mitmenschen zu wahren, reagiert. In einem Rewe an der Schützenstraße etwa standen Sicherheitskräfte, die dafür sorgen sollten, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig zum Einkaufen in den Laden gingen.

Die draußen standen, sollten im gebührenden Abstand voneinander stehen. Das klappte gut, wie unser Reporter berichtete, Sicherheitsmitarbeiter und Kunden seien sehr freundlich miteinander umgegangen. In anderen Märkten gab es Markierungen an den Kassen, damit die Kunden bei Auflegen der Waren nicht zu nahe beieinander standen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte am Sonntag in ihrer Pressekonferenz, das Allerwichtigste sei, dass die Abstandsregeln eingehalten würden. Dazu diente bereits das Ansammlungsverbot, jetzt soll es das Kontaktverbot richten. Ob sich die Dortmunder weiterhin so verhalten wie am Wochenende, wird sich zeigen - und maßgeblich mit darüber entscheiden, ob noch strengere Regeln gefunden werden müssen.

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