Coronavirus: Dortmunds Müllmänner bekommen bereits Passierscheine für Ausgangssperre

dzShutdown-Vorbereitungen

Noch gibt es keine Ausgangssperre wegen des Coronavirus in Dortmund - die „systemrelevanten“ Unternehmen bereiten sich aber bereits darauf vor. Die ersten Passierscheine sind schon verteilt.

Dortmund

, 20.03.2020, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Knapp 700 Müllwerker und Straßenreiniger der Entsorgung Dortmund (EDG) haben in den letzten Tagen ein Schreiben mit dem Titel „Bescheinigung des Arbeitgebers zum Nachweis der Tätigkeit in kritischen Bereichen der Infrastruktur zur Vorlage auf dem Weg von und zur Arbeitsstätte“ bekommen.

Das in sperrigem Beamtendeutsch formulierte Dokument könnte bald sehr wichtig werden: Nur mit diesem Passierschein dürfen die „systemrelevanten“ Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmen vor ihre Haustür und zur Arbeit, wenn die Stadt Dortmund eine generelle Ausgangssperre verhängen sollte. Denn auch in diesem Falle müssen die Mülltonnen der Bürger geleert und etwaige Ölspuren von Straßen entfernt werden.

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Weit entfernt scheint ein kompletter „Shutdown“ nicht mehr: Auf einer Pressekonferenz am Freitag verkündeten Stadt und Polizei, dass ab Samstag, 0 Uhr, ein Versammlungsverbot ab vier Personen im gesamten Stadtgebiet gelte. Das sei „die letzte Ausfahrt vor einer Ausgangssperre“, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange.

Bescheinigungen müssen im Vorfeld angefertigt werden

Darauf will die EDG nicht warten. „Es nützt ja nichts, solche Bescheinigungen zu verteilen, wenn eine Ausgangssperre in Kraft getreten ist“, sagt EDG-Sprecherin Petra Hartmann, „Dann kommen wir an unsere Mitarbeiter nicht mehr ran.“

Auch andere Dortmunder Unternehmen sind auf eine Ausgangssperre vorbereitet. „Es gibt Vordrucke dafür, das steuern wir über die Personalabteilung“, sagt Frank Fligge, Sprecher des Nahverkehr-Betreibers DSW21.

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Durch den städtischen Krisenstab werde man rechtzeitig über eine anstehende Ausgangssperre informiert, dann werden die Passierscheine an die Bus- und Bahnfahrer und die Mitarbeiter in den Werkstätten verteilt, so Fligge: „Wir sind im vierstelligen Bereich bei den Mitarbeitern, die zwingend raus müssen.“ Schließlich seien auch im Falle einer Ausgangssperre Menschen mit systemrelevanten Berufen auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen.

Bereits Erfahrungen gesammelt

In Dortmunds Krankenhäusern vertraut man derweil vorerst auf die bestehenden Regelungen: „Unsere Mitarbeiterausweise sind gleichzeitig Katastrophenschutzausweise mit städtischem Siegel“, erklärt Gudula Stroetzel, Sprecherin des St.-Johannes-Hospitals. „Bei der großen Evakuierung im Januar haben sie problemlos funktioniert, um durch Absperrungen zu kommen.“ An den Knappschaftskrankenhäusern bereitet man trotzdem gerade weitergehende Bescheinigungen vor.

Bei der Stadtverwaltung selbst gibt es entsprechende Bescheinigungen noch nicht. Man denke derzeit nur von Schritt zu Schritt, sagt Rechts- und Ordnungsdezernent Norbert Dahmen. Sollte so etwas nötig werden, würde man solche Bescheinigungen ausstellen.

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