Coronavirus: 130 Dortmunder Schüler müssen zu Hause bleiben

dzCoronavirus in Dortmund

Eine gesamte Stufe darf nicht in die Schule kommen, da sich ein Schüler mit Corona infiziert hat. Das ist besonders hart, weil die Kinder eigentlich eine intensive Betreuung brauchen.

Kemminghausen

, 01.10.2020, 12:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für 130 Schüler der Max-Wittmann-Schule, einer Förderschule, haben die Herbstferien bereits zwei Wochen früher begonnen. Weil sich ein Schüler mit Covid19 infiziert hat, hat Schulleiter Torsten Sundermann in Absprache mit dem Gesundheitsamt bereits Anfang dieser Woche entschieden, die gesamte Primarstufe - das sind die Klassen 0 bis 4 - bis zu den Herbstferien nach Hause zu schicken.

Wegen der Dauer-Sanierung des eigentlichen Schulstandorts an der Oberevinger Straße ist diese Primarstufe derzeit in der ehemaligen Minister-Stein-Förderschule am Gretelweg 35-37 untergebracht - also dort, wo sich zeitweise auch das Flüchtlingsheim Eving II befand.

Alle in einem Bus gefahren

Das Hauptproblem habe darin bestanden, so Sundermann, dass der erkrankte Schüler in einem Bus gefahren sei, den auch Schüler sämtlicher 13 Klassen benutzt haben, die derzeit am Standort Gretelweg unterrichtet werden.

Die Schule unterhält einen eigenen Schulbusverkehr mit teils kleineren und engeren Bussen, um den für viele Schüler und Eltern etwas abgelegenen Standort zu erreichen.

Der Standort Gretelweg der Max-Wittmann-Schule bleibt derzeit wegen eines Coronafalls geschlossen

Der Standort Gretelweg der Max-Wittmann-Schule bleibt derzeit wegen eines Coronafalls geschlossen. © Andreas Schröter

Auch wenn Schulen und Eltern bereits Erfahrungen mit Schulschließungen haben, trifft diese Maßnahme viele Erziehungsberechtigte hart. An der Max-Wittmann-Schule werden auch körperlich und geistig Behinderte unterrichtet, die einer intensiven Betreuung bedürfen.

Andererseits seien es natürlich auch gerade diese Schüler, so Sundermann, die aufgrund ihrer Beeinträchtigung nicht immer in der Lage seien, die gebotenen Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln einzuhalten - für alle Beteiligten eine schwierige Situation.

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Auch das vielbeschworene Home-Schooling sei für diese Schülergruppe schwierig, zumal viele Familien aus sozial prekären Verhältnissen in der Nordstadt oder in Eving stammen, die weder über WLAN, noch über die entsprechenden Endgeräte verfügen.

Dennoch sei die Max-Wittmann-Schule bemüht, über die Klassenlehrer per Telefon regelmäßigen Kontakt zu den Familien zu halten. Auch haben die Lehrer während des Lockdowns im Frühjahr immer wieder Hausaufgaben in die Briefkästen der Schüler geworfen.

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Der zweite Ausweichstandort der Schule am Dollersweg in Wickede, den die älteren Schüler besuchen, bleibt geöffnet, obwohl es auch dort einen Coronafall gab. Der betroffene Schüler wird jedoch mit dem Taxi in die Schule gebracht und benutzt nicht den Bus.

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Schulpflegschafts-Vorsitzende Tamara Menne ist voller Lob über das Verhalten der Schule in Sachen Corona. Die derzeitige Schließung hält sie für alternativlos. Sie selbst habe einen Schüler in der vierten Klasse, der davon betroffen ist, könne die Betreuung aber problemlos regeln.

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