Die Apotheken in Dortmund haben genügend zu tun, aber nicht in allen Bereichen. © Althoff
Massiver Absatz-Rückgang

Corona-Winter: Apotheker bleiben auf bestimmten Medikamenten sitzen

Mit dem Verkauf von FFP2-Masken haben Apotheker gut zu tun. Andere Produkte will aber kaum noch jemand haben. Auch das ist eine direkte Folge der Corona-Maßnahmen.

Man habe schon genügend zu tun, so sei es nicht. Doch die Apotheker in Dortmund merken, dass der Winter 2020/21 ganz anders ist als all die anderen kalten Jahreszeiten zuvor.

Und das nicht nur eine Einschätzung, sondern lässt sich knallhart an Zahlen ablesen. Von „einem Rückgang um 40 Prozent“ bei einigen Medikamenten berichtet Michael Mantell, der Vorsitzende des Apothekervereins Dortmund. Wer ihm über die Schulter gucken darf in seiner Stifts-Apotheke in Hörde, sieht es deutlich in der Tabelle.

Erkältungs- und Grippemittel weniger nachgefragt

Sinopret, Grippostat, all diese Erkältungspräparate werden nicht nachgefragt. Obwohl doch eigentlich die große Zeit der Erkältungen und grippalen Infekte längst hätte da sein müssen.

Ähnlich sieht es in anderen Apotheken in der Stadt aus. Ulrich Ausbüttel von der Apotheke am Markt unterstreicht: „Erkältungs- und Grippe-Mittel werden tatsächlich deutlich weniger nachgefragt.“

Helmut Lehmann aus der Lindemann-Apotheke nahe der Möllerbrücke sagt: „Alles richtig. Genau so ist es.“

Vera Niggemann (l.) und Suzane Takvorian aus der Adler-Apotheke am Markt zeigen, was in diesem Winter deutlich weniger nachgefragt wird.
Vera Niggemann (l.) und Suzana Takvorian aus der Adler-Apotheke am Markt zeigen, was in diesem Winter deutlich weniger nachgefragt wird. © Althoff © Althoff

Ein Minus, über das sich die Apotheker nicht ärgern

Schlimm für die Apotheker? Lehmann winkt ab: Es würde sich verbieten, das zu sagen. Nicht nur, weil die Zahlen bedeuteten, dass es vielen Menschen ja besser gehe als in den Vorjahren.

Sondern auch, weil Corona für viele Menschen im Land große wirtschaftliche Einbußen mit sich bringe.

Eigentlich ist das Minus etwas, über das sich die Apotheker freuen. Das zeige, dass „die Corona-Schutzmaßnahmen natürlich auch sehr gut gegen Erkältung und Grippe wirken“, unterstreicht Ulrich Ausbüttel.

Apothekenvereins-Chef: Gutes Argument für die Maske

Und Michael Mantell verdeutlicht: „Ich will das als Argument, dass die Masken und die anderen Corona-Maßnahmen wie Abstand halten und Reduzierung von Kontakten tatsächlich was bewirken. Alle Viren werden davon betroffen.“

Nicht nur Corona werde so am Sprung von einem Menschen zum nächsten gehindert, sondern auch die Grippe und alles, was Erkältungen hervorrufe. „Und Magen-Darm-Infekte“, ergänzt Helmut Lehmann.

„Das deckt sich mit dem, was wir von den Krankenkassen und Ärzten hören“, fügt Michael Mantell hinzu. Normalerweise wäre man im Januar mittendrin in der Hochzeit der Krankheiten.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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