Corona-Tests für alle Lehrer und Erzieher: Wie soll das in Dortmund gehen?

dzKitas und Schulen

Regelmäßige Corona-Tests für alle Lehrer, Erzieher und andere Berufsgruppen: Das hat das NRW-Schulministerium für Anfang August angekündigt. In Dortmund wären knapp 10.000 Leute betroffen.

Dortmund

, 22.07.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat am Dienstag (20. Juli) angekündigt, allen Mitarbeitern öffentlicher und privater pädagogischer Einrichtungen alle 14 Tage einen Corona-Test zu ermöglichen.

In Dortmund arbeiten 6500 Lehrer als Landesbedienstete. In den städtischen Kindertagesstätten von Fabido sind rund 2200 Erzieherinnen und Erzieher angestellt. Hinzu kommen mehrere Hundert angestellte Lehrer, Tageseltern und Personal in der offenen Ganztagsbetreuung an Schulen.

Kassenärztliche Vereinigung arbeitet „unter Hochdruck“

Bevor nun knapp 10.000 Dortmunder ihren Arzt konsultieren, ist festzuhalten: Bisher gibt es außer einer Presseerklärung des Schulministeriums noch keinen näheren Plan, wie die große Zahl an Tests organisiert werden soll, die zunächst bis zum 9. Oktober laufen sollen.

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Abgewickelt werden sollen die freiwilligen Tests über die Kassenärztliche Vereinigung. Die für Dortmund zuständige Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe kann auf Anfrage noch keine Details zum Ablauf der Tests nennen.

Sprecherin Jana Elbert teilt mit, dass „die Fachabteilungen unter Hochdruck an der Organisation der Tests arbeiten“. Bis zum 3. August muss das Angebot stehen. Weitere Details sind in den nächsten Tagen zu erwarten und von der Landesregierung auch schon angekündigt.

Stadt Dortmund liegt noch nichts Konkretes aus dem Ministerium vor

Für die Stadt Dortmund teilt Sprecherin Anke Widow zu dem Thema lediglich mit, dass die Verwaltung es „wahrgenommen“ habe. Es lägen aber noch keinerlei Konzepte vor, man sei auf bindende Anordnungen der Landesregierung angewiesen.

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In Dortmund werden Corona-Tests nur noch bei der stationären Aufnahme im Krankenhaus, in hausärztlichen Schwerpunktpraxen oder von einzelnen Ärzten durchgeführt. Ein zentrales Testzentrum gibt es nicht mehr.

Laut Ankündigung des Ministeriums sollen die Tests für die Beschäftigten der Kindertagesbetreuung und der Schulen wöchentlich abwechselnd stattfinden. In NRW seien aktuell rund 240.000 Testungen pro Woche möglich.

Elternvertreter fordern ein einheitliches Hygienekonzept

Die Landeselternkonferenz NRW (LEK) mit Sitz in Dortmund äußert sich ebenfalls zu den Plänen der Intervall-Tests und bezeichnet sie als „begrüßenswert“.

Die LEK-Vorsitzende Anke Staar sieht aber weiterhin viele ungelöste Probleme. Laut Staar „bleibt die Frage, ob die Kommunen dieser Forderung nachkommen oder aus Angst vor zu hohen Infektionszahlen und drohenden Schließungen weiterhin größere Testungen verhindern?“

Die LEK-Vorsitzende fordert unabhängig von den Tests einheitliche Hygienekonzepte und feste Zuständigkeiten. Es müsse für Schüler und Familien die Sicherheit geschaffen werden, wie viel „Vollbetrieb“ im neuen Schuljahr möglich ist. Dies deckt sich mit Forderungen der Gewerkschaft Erziehung und Bildung NRW in Dortmund.

In Berlin sind die freiwilligen Tests für Kita-Mitarbeiter seit Kurzem möglich

Symptomunabhängige Tests für die Mitarbeiter in pädagogischen Einrichtungen gibt es bereits in Berlin und in Bayern. In Berlin ist das freiwillige „Screening“ für 32.000 Kita-Mitarbeiter an fünf Teststellen möglich.

Laut Medienberichten werden die Testkapazitäten als ausreichend eingeschätzt. Zugleich wird um die Einhaltung der vereinbarten Termine gebeten, was sich in ersten Stichproben als Problem herausgestellt hatte.

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