Marcus Boxler ist operativer Leiter des Covid-Zentrums im Foyer des Dortmunder Konzerthauses. © Felix Guth
Brückstraße

Corona-Test mit Klavierbegleitung: Konzerthaus ist jetzt ein Covid-Zentrum

Das Konzerthaus Dortmund ist jetzt ein Corona-Schnelltestzentrum. Dortmunder können hier überprüfen lassen, ob sie mit dem Virus infiziert sind. Die Atmosphäre vor Ort ist besonders.

Das „Covid-Zentrum“ im Konzerthaus Dortmund an der Brückstraße ist am Mittwoch (27.1.) in Betrieb gegangen. Im Foyer von Dortmunds prächtigstem Musiksaal bietet ein Berliner Unternehmen Antigen-Schnelltests, PCR-Tests und ab Februar Antikörper-Tests an.

Hinter der gläsernen Fassade des Konzerthauses sind Absperrbänder aufgestellt, die nicht zur Musik führen, sondern zum Corona-Test. Menschen in grünen Kitteln und Schutzkleidung warten hier auf diejenigen, die vorher online Test-Termine vereinbart haben.

An der Konzerthaus-Garderobe sind die Testboxen aufgebaut

Wo sonst die Garderobe ist, sind Bretterboxen aufgebaut, in denen ein Arzt sitzt und geschulte Mitarbeiter, die Abstriche durchführen. Die sterile Szenerie ist mit grün-gelb-rot-violettem Licht getupft.

Im Foyer des Konzerthauses sind mehrere Testboxen aufgebaut.
Im Foyer des Konzerthauses sind mehrere Testboxen aufgebaut. © Felix Guth © Felix Guth

Doch der markanteste Unterschied zu anderen Testzentren steht in der Mitte des Foyers. Ein Piano, das von selbst spielt. So klingen den ganzen Tag Klavier-Melodien von Klassik bis zu Pop-Adaptionen durch den hohen Raum.

Piano-Version von „We Are The Champions“ beim Rachen-Abstrich

Ein geklimpertes „We Are The Champions“ von Queen, während man ein Teststäbchen tief in den Rachen gesteckt bekommt – in Dortmund ist das jetzt möglich.

„Zwei Gespenster am Klavier“, nennt Marcus Boxler, der operative Leiter des Covid-Zentrums, die unsichtbaren Musiker. Er geht davon aus, dass auch in Dortmund Bedarf nach Antigen-Tests, PCR-Tests und Antikörper-Tests besteht.

PCR-Testergebnis soll in sechs Stunden vorliegen

Bis zu 900 Tests seien hier täglich möglich, Marcus Boxler rechnet aufgrund der Erfahrung in anderen Großstädten mit 100 bis 500 Tests am Tag. „Wir entlasten damit die Arztpraxen, denen oft die Kapazitäten fehlen“, sagt er.

Die Tests kosten 49,90 Euro (Antigen), 119,90 (PCR) und 59,90 Euro (Antikörper).

Viele Menschen würden sich direkt für den PCR-Test anmelden, der ein etwas genaueres Ergebnis liefert. Die Ergebnisse der Schnell- und Antikörper-Tests liegen nach 20 Minuten vor, die des PCR-Tests nach sechs Stunden.

Bei vielen anderen Anbietern betrage die Wartezeit 24 Stunden, so der Leiter der „Covid-Zentren“, die es in Berlin, Hamburg, Bremen und Dortmund gibt.

Ursprung der Idee war, dass in Berlin Menschen aus der Gesundheitswirtschaft und aus der Veranstaltungsbranche zusammenfanden und ihre Fähigkeiten gemeinsam nutzten. Dieses Prinzip wirkt nun auch in Dortmund.

30 Angestellte des Konzerthauses sind für die Tests geschult worden und helfen im Ablauf. Die Infrastruktur vor Ort ist gut.

Betreiber des „Covid-Zentrums“: „Bleiben so lange es nötig ist.“

Marcus Boxler sagt: „Wir bleiben so lange wie es nötig ist. Sobald dem Konzerthaus wieder der Betrieb erlaubt ist, sind wir raus.“

In Dortmund sind in den vergangenen Monaten mehrere Testzentren unterschiedlicher Art entstanden, vom Drive-In-Betrieb an der Bornstraße bis zu einem umgebauten ausrangierten Rettungswagen in Aplerbeck.

Oftmals werden Antigen-Schnelltests angeboten, bei denen die Infektiosität über die Nasenschleimhaut überprüft wird. Beim PCR-Test werden zwei Abstriche in Rachen und Nase genommen. Der Antikörper-Test liefert Auskunft darüber, ob man möglicherweise bereits unerkannt erkrankt war.

Die werden vor allem von Privatpersonen zur Absicherung sowie von Reiserückkehrern genutzt, aber auch zunehmend von Unternehmen, die ihre Belegschaft absichern wollen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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