Retten Corona-Schnelltests den Dortmundern den Sommerurlaub?

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Die Tourismus-Branche und sicher auch einige Dortmunder hoffen, dass im kommenden Jahr wieder gereist wird. Corona-Schnelltests könnten das möglich machen. Allerdings gibt es auch Bedenken.

Dortmund

, 16.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lufthansa hat auf ihrer Strecke zwischen Hamburg und München ein neues Pilotprojekt aufgenommen. Flugreisende werden vor dem Start mit einem Antigen-Test auf das Coronavirus getestet. Diese Tests liefern schnelle Ergebnisse und so auch belegbare Sicherheit für Reisende. Für die Tourismus-Branche stecken in der Technik große Hoffnungen.

Michael Draeger leitet das Reisebüro Stoffregen in Dortmund. Auch bei ihm wurden bereits Angebote für Pauschalreisen abgefragt, bei denen der Test Teil des Konzepts ist. Tui und DER Touristik böten zum Beispiel seit etwa einer Woche an, dass Reisende vorab einen Test zugeschickt bekommen.

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In einem Video-Termin werde ihnen dann erklärt, wie der notwendige Abstrich zu machen ist. Bei der Kreuzfahrt-Sparte von Tui dürfen gar nur getestete Personen auf das Schiff. Der Schnelltest sei da im Preis inbegriffen.

Pauschalreisen sichern auch Unerwartetes mit ab

„Es wurden ja ohnehin schon viele Maßnahmen bei den Reiseveranstaltern getroffen. Reisende sind aber immer noch zurückhaltend.“ Da schaffe der zusätzliche Test mehr Sicherheit. Zudem sei dann auch für offizielle Stellen nachweisbar, dass der Reisende corona-negativ ist.

„Kaum jemand wird nach einer Pauschalreise positiv getestet“, betont Michael Draeger. Allerdings gebe es in Bezug darauf, was in Sachen Reisen gerade erlaubt ist, international uneinheitliche Regelungen und auch falsche Informationen durch Medien, sagt er. Reisebüros würden selbstverständlich über Pauschalreisen unter Corona-Bedingungen informieren. „Es stimmt nicht, dass Reisen gerade verboten wäre.“

Schnelltests weniger genau als PCR-Tests

Antigen-Tests, wie sie die Lufthansa verwendet, haben eine geringere Aussagekraft, als die bekannten PCR-Tests. So ist es bei einem Antigen-Test wahrscheinlicher, dass eine corona-positive Person fälschlich negativ getestet wird.

„Antigen-Tests zeigen leider nicht alles an, sind aber besser als gar nichts“, sagt der Infektiologe Dr. Simon Larrosa-Lombardi vom Knappschaftskrankenhaus Dortmund.

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Konkret auf Reisen bezogen betont Dr. Larrosa-Lombardi: „Schnelltests geben mehr Sicherheit, dürfen aber kein Freifahrtschein sein.“ Die üblichen Hygienemaßnahmen seien weiterhin notwendig. Das Knappschaftskrankenhaus nutze Schnelltests ausschließlich als Frühindikator mit nachfolgendem PCR-Test.

Auch das Klinikum Dortmund sieht PCR-Tests weiterhin als Goldstandard. Dort habe man bei einem eigenen Pilotprojekt zudem festgestellt, dass das Handling durchaus anspruchsvoll sei. Um wenige Sekunden abweichendes Timing könne zum Beispiel ein Ergebnis unbrauchbar machen.

Schnelltests vor Reisebeginn können also ein weiterer Faktor sein, der Reisenden Sicherheit gibt und zum Infektionsschutz beiträgt. Das Allheilmittel für den nächsten Sommerurlaub werden sie aber wohl nicht.

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