Nur noch bei den über 80-Jährigen ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig für die Vergabe der Impftermine. © Stephan Schütze
Coronavirus

Corona: Neuer Ärger – Jetzt soll die Stadt plötzlich Impftermine vergeben

Und wieder gibt es eine plötzliche Pirouette des Landes beim Impfmanagement. Die Vereinbarung von Impfterminen läuft – über 80-Jährige ausgenommen – nicht mehr über die Kassenärztliche Vereinigung.

Der Erlass vom Land kam wie so oft an einem Freitagabend. Diesmal nämlich am 5. Februar. Mitten in der letzten Vorbereitung für den Start im Dortmunder Impfzentrum platzte das Land mit einer überraschenden Neuerung. Danach sind künftig in NRW nicht mehr die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) für die Vergabe von Impfterminen zuständig.

Diese Aufgabe soll ab sofort die Stadt selbst übernehmen – allerdings mit einer Ausnahme: Die Termine für die über 80-Jährigen werden weiter von der KV vereinbart. Diese Termine sind allerdings bereits bis April ausgebucht. Das berichtete nun Dortmunds Sozialdezernentin Birgit Zoerner.

Die Stadt sollte die Impfterminvergabe, die zum Tragen kommt, wenn die Menschen unter 80 Jahre mit der Impfung dran sind, ab Sonntagabend (7.2.) übernehmen. Zoerner: „In dieser Form ist das so schnell nicht umsetzbar.“

Die Stadt habe keine Zeit gehabt, ein entsprechendes Programm aufzulegen. „Wir werden definitiv keinen Schnellschuss setzen“, sagte die Dezernentin. Man wolle das Terminmanagement im Laufe dieser Woche klären.

OB: „Nicht immer leicht, Fassung zu bewahren“

Bei der Stadt ist die Kehrtwende aus Düsseldorf auf großen Unmut gestoßen. Die Verwaltung werde kurzfristig mit großen Aufgaben belegt, ohne dass darüber in den gemeinsamen Runden mit dem Ministerium gesprochen worden sei.

„Bei dem, was die Landesregierung uns Woche für Woche bietet, ist es nicht immer leicht, Fassung zu bewahren“, sagte dazu Oberbürgermeister Thomas Westphal. Die Kommunen müssten „Fehler und Nachlässigkeiten anderer ausbügeln“. Der OB: „Da machen wir aber nicht jedes Mal lautes Geschrei drum.“ Doch nach überstandener Pandemie sei darüber zu reden, „ob das Verhältnis zwischen Land und Kommunen so eigentlich noch gesund ist“.

Wer nicht 80 Jahre alt ist, wird vom Impfzentrum abgewiesen

Der Erlass vom Land hatte auch klargestellt, dass im Impfzentrum auf Phoenix-West derzeit nur über 80-Jährige geimpft werden dürfen. Hintergrund: Nicht alle Mitarbeiter von vollstationären Pflegeheimen haben sich bei den Impfterminen in den Heimen vor Ort impfen lassen. Sie konnten sich als Impfberechtigte der Prioritätsgruppe 1 selbst bei der Kassenärztlichen Vereinigung für einen Impftermin registrieren lassen.

Noch habe sich niemand der Betroffenen im Impfzentrum gemeldet, sagte Zoerner, aber falls, würden sie abgewiesen. Hinter der Entscheidung des Landes stehe, dass Ältere mit dem Biontech-Impfstoff immunisiert werden, während für Menschen bis 65 Jahre der AstraZeneca-Impfstoff vorgesehen ist.

Mit dem AstraZeneca-Impfstoff werden am Donnerstag (11.2.) unter der Regie der Stadt 380 Menschen geimpft, die beim Rettungsdienst und bei ambulanten Pflegediensten tätig sind.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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